Entzündung der 2. Kerze am Adventkranz
Krippenschau im Diözesanmuseum
Winterwald
 
 

Gedenkfeier 100 Jahre Ausbruch des 1. Weltkriegs

Als vor 100 Jahren Österreich-Ungarn Serbien den Krieg erklärte, herrschte in der Monarchie eine gewisse Kriegseuphorie. Man dachte, es sei notwendig und gerecht, eine Angelegenheit, die ein paar Monate dauern werde. Aber es wurde zu einer Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes.

Papst Pius X. hatte schon ein Jahr vorher im Mai 1913 die Befürchtung geäußert: „Der Balkan wird nur der Anfang eines großen Weltenbrandes sein, den ich nicht hintanhalten noch ihm Widerstand leisten kann.“ Anfang August 1914, die Kampfhandlungen waren bereits im Gang, rief Pius X. alle Katholiken in der ganzen Welt zu Gebetsstunden auf.

Er wurde nicht gehört. Vom Beginn an war der deutsche Kaiser Wilhelm II. an der Seite der österreichisch-ungarischen Monarchie, Russland hatte für den Fall des Krieges Serbien Unterstützung versprochen, mit ihm war Frankreich verbündet. Schon am Ende des 1. Kriegsjahres verzeichnete die Monarchie Österreich-Ungarn 1,2 Millionen Gefallene!

Papst Benedikt XV., der auf Pius X. nachfolgte, appellierte an die kriegsführenden Völker 1915, mit ihrem „Selbstmord“ aufzuhören. Er entwickelte zahlreiche Initiativen diplomatischer Art, um die verhärteten Fronten aufzubrechen und einen Verhandlungsfrieden zu erreichen. Alle seine Bemühungen sind gescheitert. „Das unnütze Blutbad“ – wie Benedikt XV. es nannte – ging weiter bis zum bitteren Ende im November 1918 mit 10 Millionen Gefallenen, 20 Millionen Verwundeten, 7 Millionen Toten in der Zivilbevölkerung und all den schrecklichen Konsequenzen, die der Krieg mit sich gebracht hat. In unserem Land (gemeint ist Niederösterreich im Bereich der Diözese St. Pölten) gehören zu den stummen Zeugen der Geschichte der Soldatenfriedhöfe, die in der Nähe der Kriegsgefangenenlager entstanden sind: in Spratzern (St. Pölten) waren ca. 47.000 Gefangene, in Sigmundsherberg entstand ein Lager, das an sich für 45.000 gebaut war, in dem aber in „Spitzenseiten“ bis zu 120.000 untergebracht waren. In Hart bei Amstetten gab es ein Lager für 30.000, in Purgstall für 25.000, in Wieselburg für 51.000. Gegend Ende des Krieges wurde in Gmünd ein Auffanglager für Flüchtlinge errichtet. Es wuchs auf 30.000 an. Es sind unglaubliche Zahlen.

Das Schlimmste ist, dass der 1. Weltkrieg nicht zur Versöhnung führte, sondern den Boden für den 2. Weltkrieg bereitete. Dazu kommt, dass wir sagen müssen: wir haben seither Frieden, einen unglaublichen Wohlstand, gehören zu den reichsten Ländern der Welt, aber den Frieden in der Welt, den gibt es nicht. Seit Jahren herrscht Krieg in Syrien; schrecklich ist derzeit die Auslöschung der Christen im Irak; bedrohlich der Krieg in der Ukraine; keinerlei Lösung in Sicht besteht in Israel, katastrophal sind die Verhältnisse in Zentralafrika…. Anscheinend sind die Menschen nicht fähig, dazu zu lernen.

Es ist sicher richtig, wenn wir für die Gefallenen für alle Opfer des Krieges beten, Gott um Frieden bitten, letztlich braucht es Bekehrung. Das betrifft auch uns selbst, damit wir uns nicht so verhalten, als würde es uns persönlich nichts angehen, wenn wir Tag für Tag von den Greueln der Kriege vernehmen. Bitten wir alle Friedensheiligen, ganz besonders Maria, die Königin des Friedens, um Hilfe.