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Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Grußwort bei der Tagung "Liebe, Leib und Leidenschaft" in Eichstätt

Als ich das Programm dieser Tagung und die Ankündigung ihrer Themen in den Händen hielt, hatte ich eine große Freude und ich bin hierhergekommen, auch wenn ich nur heute Nachmittag und heute Abend hier sein kann, weil ich es für wichtig hielt, meine Verbundenheit zu zeigen. Ich halte die Themen, die in diesen Tagen hier behandelt werden, für Schlüsselfragen, mit denen viele Probleme im Zusammenhang stehen, die wir derzeit in Kirche und Gesellschaft haben, gerade auch hier in Mitteleuropa.

Die in diesen Tagen zu erörternden Fragen klingen einfach, sind es aber nicht, weil sie an das Geheimnis Gottes rühren und an das Geheimnis des Menschen, der sein Abbild ist, und zwar in seinem konkreten So-Sein, als Mann und Frau.

Es geht dabei nicht um irgendwelche theoretische Erwägungen. Es betrifft das Wichtigste im Leben; das, was es ausmacht, ob ein Leben zu einem erfüllten Leben wird oder scheitert, ob das Lebensziel erreicht wird oder fehl geht.

Ich freue mich über den positiven Ansatz, der für diese Tagung eindeutig gewählt worden ist. Das entspricht einer der Empfehlungen der außerordentlichen Bischofssynode, die vor zwei Wochen in Rom zu Ende gegangen ist. Dort wurde von den Synodenvätern betont, man möge in allem zunächst das Positive und Schöne aufzeigen, um dann, wenn nötig, in seinem Licht die Schwierigkeiten und Mängel zu betrachten.

Die von Papst Johannes Paul II. entwickelte „Theologie des Leibes“ ist ein Schatz, den es zu heben gilt. Ich hoffe sehr, dass der Heilige Geist bald bei viel mehr Männern und Frauen in unseren Ländern, auch bei uns selbst, jenen Funken im Herzen entzündet, aus dem sich eine Glut mit einer großen Kraft entwickelt, die uns und viele zu Aposteln der Liebe Gottes und der wahren menschlichen Liebe macht und dieses Evangelium sich wie ein Lauffeuer ausbreitet und viele erfasst. Viel Not könnte so behoben und viel Freude den Menschen gebracht werden.

Papst Franziskus hat ersucht, dass nach der außerordentlichen Bischofssynode in Rom in den einzelnen Diözesen fest weitergearbeitet werden soll, um so für die Bischofssynode im Herbst des kommenden Jahres den Boden zu bereiten. Ich bin davon überzeugt, dass diese Tagung einen sehr wertvollen Beitrag in diesem Sinne darstellt.

So wünsche ich Ihnen von Herzen Gottes Segen. Zugleich gebe ich meiner Hoffnung Ausdruck, dass zwischen Stift Heiligenkreuz, der Hochschule St. Pölten und der Universität Eichstätt eine Brücke entsteht. Im Stift Heiligenkreuz (Hochschule Benedikt XVI.) wurden in den beiden vergangenen Jahren die ersten von der Österreichischen Bischofskonferenz approbierten Kurse über die Theologie des Leibes abgehalten. In St. Pölten ist im kommenden Juni ein Symposium über Sexualpädagogik geplant. Und es würde mich sehr freuen, wenn von allen 3 Orten, insbesondere von Eichstätt aus Vernetzungen mit den anderen Teilen Deutschlands, Österreichs und auch der Schweiz entstehen. Es ist meines Erachtens eine Vorrausetzung, damit der Glaube in unseren Ländern wieder besser wachsen kann. Mögen die Fürsprache des hl. Leopold, dessen Fest wir morgen in Österreich feiern, und die Fürsprache der Heiligen Familie uns allen beistehen.