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Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Interview APA zum Adventbeginn

APA NÖ: Mit dem ersten Adventsonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr. Ein guter Anlass für eine kurze Rückschau. Was hat Sie/Ihre Gemeinde im vergangenen Kirchenjahr besonders bewegt?

Bischof Klaus Küng: In diesem zu Ende gehenden Jahr sind Bischof Kurt Krenn und Weihbischof Heinrich Fasching gestorben und ich durfte das 25-jährige Bischofsjubiläum feiern. Sehr gefreut haben uns die 3 Priesterweihen im Dom am 29. Juni, es gab außerdem 3 weitere Priesterweihen bei Ordensgemeinschaften. Weltkirchlich stand die außerordentliche Bischofssynode in Rom im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Schlussbericht dieser Synode lässt mit Spannung die Ergebnisse der ordentlichen Bischofssynode im Herbst des kommenden Jahres erwarten.

Ein großes Thema war unter anderem gerade auch in Niederösterreich das Thema Flüchtlinge. Welche Rolle spielt die Kirche in der Flüchtlingsbetreuung?

Seit vielen Jahren besteht unter den verschiedenen Sozialeinrichtungen des Landes NÖ eine gewisse Aufteilung der Agenden. Die Asylantenbetreuung fällt in den Bereich der evangelischen Diakonie, die Caritas hat sich vor allem der behinderten Menschen angenommen. Angesichts der dramatischen Entwicklung im Bereich der Asylwerber haben wir aber den Beschluss gefasst, uns auch im Asylantenbereich stärker zu engagieren. In diesem Sinn haben wir vor kurzem erneut alle Pfarren aufgefordert, Unterbringungsmöglichkeiten zu sichten und anzubieten. Es steht bereits eine ganze Reihe von konkreten Angeboten, d.h. wir sind dabei.

Es gibt durchaus viele Herausforderungen, vor denen Familien heute weltweit stehen: Welche Themen beschäftigen Ihre Gemeinde hier besonders?

Auf Grund verschiedener Faktoren schieben derzeit viele junge Paare die kirchliche Trauung hinaus. Wir ermutigen sie zu einer gründlichen Ehevorbereitung und Eheschließung. Ein anderes Problem ist die zu geringe Kinderzahl. Auch diesbezüglich versuchen wir, Mut zu machen. In diesen Tagen beschäftigt uns auch der Entwurf des neuen Medizinfortpflanzungsgesetzes. Es ist bedrängend zu beobachten wie das medizinisch Machbare zu einer Denkweise verführt, die die Würde des Menschen immer weniger beachtet. Arme Kinder, die nicht wissen, wer ihr Vater oder ihre Mutter ist! Arme Gesellschaft, die zu vergessen scheint, dass die Familie auf der Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau die Keimzelle ist, in der Liebe und Verantwortung am besten gedeihen!

Welche Hoffnungen haben Sie für das kommende Kirchenjahr?

In der Diözese beginnen wir am 1. Adventsonntag ein Bibelprojekt mit dem Namen „Bibel.bewegt“. Es freut mich, dass viele signalisiert haben, gerne mitzumachen. Es besteht eine richtige Aufbruchsstimmung. Außerdem schauen wir alle voll Erwartung auf die Bischofssynode in Rom über die Familie und erhoffen uns wertvolle Impulse.

Kommerzialisierung versus eine Zeit der Besinnung auf die Menschwerdung Gottes: Spielt der religiöse Aspekt des Advents heute noch eine Rolle? Bzw. für wen?

In den letzten Jahren hat dieser Trend zur Kommerzialisierung leider stark zugenommen, aber viele Menschen empfinden trotzdem eine große Sehnsucht nach einer frohen Weihnacht. Man sieht es an den Roratemessen im Advent, die in vielen Pfarren hervorragend besucht sind.

Welche Botschaften möchten Sie Ihrer Kirchengemeinde für diesen Advent besonders mitgeben?

Die Bitte um den Frieden in der Welt und das Licht Bethlehems in unseren Häusern! Möge die Geburt des Jesuskindes unsere Herzen verwandeln!