Jahrbuch 2018 - Jugend in der Kirche
Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Karfreitagsansprache Radio NÖ

Karfreitag, 15 Uhr. Viele von uns sind jetzt unterwegs, für viele von uns ist das noch ein ganz normaler Tag vor den Ostertagen, letzte Erledigungen werden gemacht, Ostereier und Schokoladenhasen müssen. Höchstens, dass einige gewohnte Geschäfte jetzt zu haben. Und dennoch halten um diese Zeit Christen auf aller Welt inne und denken an den Tod eines Menschen. Den Tod von Jesus Christus. Natürlich in verschiedenen Zeitzonen, aber dennoch, denken Sie über die Botschaft nach: Soviel Aufwand um den Tod eines Menschen? Der noch dazu vor kann 2000 Jahren gestorben ist? 56 Millionen Menschen sterben jährlich in der ganzen Welt. Alleine in den 60 Sekunden der Gedenkminute hier im Radio sind weitere 120 Menschen gestorben. Und da halten wir inne und denken an einen? Der noch dazu in einem entlegenen Winkel des römischen Reiches einen ehrlosen Tod gestorben ist? Warum denken nicht alle an Julius Caesar, unbestritten einen großen Mann? Bei dem weiß man auch genau, wann er starb. 15. März 44 v. Chr., gegen 11 Uhr vormittags. Und dennoch hält niemand am 15. März um 11 Uhr inne und denkt über Caesar nach.

Aber wir tun das ja nicht nur am Karfreitag. In sehr, sehr vielen Orten läuten die Glocken jeden Freitag um 15h. Was ist die Botschaft all dieses Gedenkens? Ich denke, der Tod dieses Mannes hat mit unserem ganz normalen Leben zu tun. Die stärkste Botschaft dieses Todes ist ja die: dass er nicht das Ende war. Wenn für Jesus mit dem grauenvollen, schmerzhaften Tod am Kreuz gegen 15 Uhr am Tag vor dem Paschafest alles aus gewesen wäre, würde heute niemand mehr auch nur seinen Schritt verlangsamen, um sich an ihn zu erinnern. Wie bei Julius Caesar. Nun ist aber das die Basis unseres Glaubens: dass Jesus am dritten Tag, dem Oster-Sonntag, von den Toten erstanden ist. Das ist die stärkste Botschaft dieser Stunde: es ist nicht alles aus mit dem Tod. Der Mensch ragt hinüber in ein anderes Leben. Das hat mit dir, mit mir zu tun. Oder, wie es eines der schönsten Osternachtlieder sagt: O Christ, nun feste Hoffnung hab, freu dich und singe! Auch du wirst geh‘n aus deinem Grab. In diesem Sinne wünsche ich ein hoffnungsvolles Osterfest.