Entzündung der 2. Kerze am Adventkranz
Krippenschau im Diözesanmuseum
Winterwald
 
 

Predigt Diakonenweihe

Liebe Brüder und Schwestern!

Im Evangelium des heutigen 2. Adventsonntag wird uns berichtet, wie alles angefangen hat: „Es begann, wie es beim Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor mir her; er soll den Weg für dich bahnen.“

Es bezieht sich auf Johannes d. T., es bezieht sich auf die beiden Priesteramtskandidaten, die heute zu Diakonen geweiht werden, es bezieht sich auch auf uns selber, auf alle Getauften und Gefirmten, denn alle, die getauft und gefirmt sind, sollten das Verlangen haben, dass der Herr kommt: zu ihnen und zu den anderen; und alle sollten den Wunsch haben, ihm den Weg zu bereiten. „Ebnet ihm die Straßen“, lautet der Auftrag.

Mit den beiden Weihekandidaten verbindet sich freilich eine besondere Hoffnung. Sie sind bereit, ihr Leben ganz in den Dienst seines Kommens zu stellen. In wenigen Minuten werden sie feierlich erklären, dass sie sich zum Dienst in der Kirche weihen lassen und zum Wohle des christlichen Volkes in selbstloser Hingabe den Bischof und die Priester als Diakone unterstützen wollen. Sie erklären sich bereit, den Schatz des Glaubens treu zu hüten und diesen Glauben gemäß dem Evangelium und der Überlieferung der Kirche in Wort und Tat zu verkünden. Zum Zeichen ihrer Hingabe an Christus bekunden sie ihre Bereitschaft, ehelos zu leben und Männer des Gebetes zu werden. Zusammen mit dem Volk Gottes und für das Volk, ja, für die ganze Welt werden sie Tag für Tag das Stundengebet der Kirche verrichten.

Sie versprechen, den Armen und Kranken beizustehen und allen den Leib und das Blut des Herrn zu bringen. Schließlich geloben sie Gehorsam.

All das steht im Dienst seines Kommens, entspricht dem, was sie alsZiel ihres Lebens erkannt haben; dem wollen sie dienen, dafür wollen sie da sein. Für uns, für das Volk Gottes ist das eine große Hoffnung.

Wir können/dürfen, ja, sollen die Worte des Propheten, die Gott an sein Volk und an Jerusalem gerichtet hat, auch auf uns anwenden: „ Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist.“ Jede Weihe eines Priesteramtskandidaten ist ein Grund zu Freude und zu Zuversicht. Es lässt uns erkennen bzw. erahnen, dass auf Grund der Menschwerdung des Gottessohnes, des Erlösungsgeheimnisses und der Einsetzung des Weihesakramentes die Worte des Propheten für uns eine ganz besondere Bedeutung erlangt haben: „Seht, da ist euer Gott. Seht, er kommt mit Macht…Seht, er bringt seinen Siegespreis mit“.

Die beiden Priesteramtskandidaten werden heute Gott, Christus, dem Hohenpriester, in besonderer Weise geweiht, nämlich als Diakone, damit sie in seinen Dienst hineinwachsen.

Ihre Aufgabe wird es sein, in der Verkündigung einzusteigen, sich in dieses Abenteuer einzulassen und mitzuhelfen, damit Gottes Wort bei den Menschen ankommt, sie erreicht, in die Herzen eindringt und Wirksamkeit entfaltet. Sie erhalten die Befugnis zu taufen, u. zwar als ordentliche Spender dieses Sakramentes, und sollen in dieser heutzutage großen und oft nicht leichten Aufgabe mitwirken, den Eltern und Paten der Täuflinge bei der Wahrnehmung der Verantwortung beizustehen, damit die Kinder nicht nur getauft, sondern tatsächlich zum Glauben an Gott, an Christus und die Kirche hingeführt werden. Sie sind auch befugt, christliche Begräbnisse zu halten und die Trauernden zu begleiten. Auch sie brauchen manchmal dringend Beistand, damit sie den Trost in Gott entdecken und nicht selten die Bedeutung ihres eigenen Lebens neu erkennen.

Die frischgeweihten Diakone erhalten im Rahmen der Weiheliturgie Patene und Kelch, nicht nur damit sie die Gaben zum Altar bringen und am Altar dienen, sie sind auch ordentliche Spender der hl. Kommunion und empfangen den ganz besonderen Auftrag, allen Jesus zu bringen und allen beizustehen, damit sie Jesus finden können und ihm zu begegnen lernen. Vor allem aber sollen sie im Dienste gelebter Nächstenliebe stehen, sie fördern und erwecken, in ihr allen Gläubigen vorangehen.

Es ist richtig, wenn wir alle Gott für jeden Einzelnen aufrichtig danken, den Er berufen und der diese Berufung entdeckt und ihr entsprochen hat. Aber das genügt nicht. Wir dürfen die Weihekandidaten bzw. Neugeweihten nicht allein lassen. Es ist wichtig, dass wir alle fest an Gott, an Christus, auch an die Kirche glauben und unsere Hoffnung erwecken. Wir dürfen und sollen davon überzeugt sein: „Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.“ Gottes Geist wirkt auch heute, in unserer Zeit, und Jesus, der gute Hirt, ist unter uns zugegen, manchmal vielleicht sehr verborgen, weil unser Glaube schwach ist. Er aber verlässt die Seinen nicht.

Bedenken wir jedoch auch: Mittun müssen wir alle. Alle sind wir aufgefordert mitzuarbeiten mit der Gnade des Herrn. Es geht darum, Berge und Hügel abzutragen, Täler einzuebnen und, was krumm ist, soll gerade werden. Er hilft uns, stärkt uns, leitet uns. Papst Franziskus betont es bei jeder Gelegenheit: der notwendige Aufbruch geht absolut alle an.

Maria, deren großes Fest wir morgen feiern, wird ihre Fürsprache wirksam für uns einlegen, wenn wir sie darum bitten. Seien wir daher zuversichtlich und beten wir füreinander!