Erntekrone
Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Predigt Fest der Heiligen Familie

Liebe Brüder und Schwestern! Liebe Familien!

Die Schriftstellen, die am Fest der Hl. Familie verwendet werden, sind nicht ganz einfach, und doch enthalten sie Impulse, die sehr wertvoll sind.

In der 1. Lesung hörten wir aus dem Buch Jesus Sirach, dass man Vater und Mutter ehren soll. Als Ergänzung dazu kann man den Antwortpsalm nehmen, dessen Kehrvers lautet: „Selig die Menschen, die Gottes Wege gehen.“

Letztlich wird die Gottesfurcht als Grundlage des guten Gelingens dargelegt. Wer gottverbunden lebt, Gottes Gebote achtet, der findet seinen Weg.

In der 2. Lesung ist vom Glauben Abrahams die Rede. Er folgt dem Ruf Gottes und verlässt das Land seiner Väter, zieht in ein fremdes Land. Auf Grund des Glaubens empfängt Sarah trotz ihres Alters noch einen Sohn. Und auf Grund des Glaubens bringt Abraham seinen Sohn Isaak Gott dar und empfängt ihn zurück.

Was hier beschrieben wird, ist die Bedeutung des hörenden Herzens, der Offenheit für Gottes Fügung und Verheißung, des Verlangens, seinem Willen zu entsprechen.

Und im Evangelium wird uns die Haltung der hl. Familie beschrieben, die gemäß dem Gesetz des Herrn mit dem Kind den Tempel in Jerusalem aufsucht und es als den erstgeborenen Sohn Gott darbringt. Es wird uns auch von den Prophezeiungen berichtet, die die Familie empfängt. Sie beziehen sich auf die Aufgabe Jesu und sein Schicksal, sie betreffen auch seine Mutter, die schon ab diesem Augenblick weiß, dass sie großes Leid erfahren wird.

Die hl. Familie ist unvergleichlich, eigentlich nicht nachahmbar, und doch werden in diesen Schriftstellen und in den Ereignissen, die dargelegt werden, Haltungen aufgezeigt, die für jede christliche Familie wichtig sind.

Es macht Sinn, gottverbunden zu leben. Eine amerikanische Pfarre, die mit Bedauern festgestellt hatte, dass nur wenige junge Paare heirateten, hat überlegt, was sie tun könnten. Sie ließen eine Untersuchung durchführen und das Ergebnis war: Ein Paar, das gemeinsam betet, hat bessere Chancen; wenn es regelmäßig den Gottesdienst besucht, steigen die Chancen; wenn beide regelmäßig die Sakramente empfangen und echt um ein christliches Leben, um Verbesserung bemüht sind, dann geht das fast sicher gut, trotz der Schwächen und Probleme, die sie haben mögen.

Papst Franziskus hat in einem Gottesdienst für Verlobte gesagt, dass heute für viele junge Paare das „für immer“ der Ehe eine große Herausforderung darstellt und sie deshalb sehr oft zögern (wie auch bei uns). Er gab den Hinweis, dass man nur im Vertrauen auf den Beistand und die Gnade Gottes diesen Weg gehen und durchhalten kann. Und er fügte hinzu: „Und das ist Ehe! Aufbrechen und gemeinsam gehen, Hand in Hand, im Vertrauen auf die große Hand des Herrn... Mit diesem Vertrauen auf die Treue Gottes nimmt man alles in Angriff, furchtlos und verantwortungsvoll.“

Damit sind wir auch schon bei der Haltung Abrahams, der auf Gott hört und an Gott glaubt. Und ganz besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei Maria und Josef, bei der hl. Familie.

Die Kirche hat eine große Aufgabe, den Glauben bewusst und bekannt zu machen und zum Glauben als dem großen Halt und der großen Hilfe zu ermutigen. Im Konsistorium des vergangenen Februar sagte Papst Franziskus zu den Kardinälen: „Es wird von uns verlangt, den leuchtenden Plan Gottes über die Familie hervorzuheben und den Familien zu helfen, ihn mit Freude in ihrem Leben umzusetzen, indem wir sie in vielen Schwierigkeiten begleiten“ (20. Febr. 2014).

Das war auch das Thema der außerordentlichen Bischofssynode im vergangenen September und es wird neuerlich Thema der ordentlichen Bischofssynode im Herbst des kommenden Jahres sein (wichtiger als das Thema der widerverheirateten Geschiedenen, ohne dessen Bedeutung zu verniedlichen)

Vielleicht werden manche von Ihnen fragen: Können wir jetzt schon etwas tun?

Zunächst: es ist sicher richtig und sehr angebracht, ab sofort für Papst Franziskus, für seine Mitarbeiter und für die Synode sehr intensiv zu beten. Nochmals Worte von Papst Franziskus zu den Kardinälen (im Februar): „Die Familie wird heute gering geschätzt, schlecht behandelt. Es ist an der Zeit zu erkennen, wie schön, wie wahr und gut es ist, eine Familie zu bilden, heute eine Familie zu sein; wie unentbehrlich es für das Leben der Welt, für die Zukunft der Menschheit ist.“

Aber Beten allein wäre zu wenig. Es ist notwendig, Familie zu leben. Das Wichtigste ist heute das persönliche Beispiel (des Vaters, der Mutter, der Geschwister), das persönliche Bemühen.

In einem Gottesdienst anlässlich eines Symposiums über die Familie hat Papst die Anregung gegeben zu probieren, in der Familie 3 Worte häufig zu verwenden: „Bitte – darf ich“? Er weitete die Frage ein wenig aus: „ Darf ich das tun? Möchtest Du, dass wir das tun? Möchtest Du, dass wir das so tun?“ Und er erläuterte: „Höflichkeit erhält die Liebe“

Das 2. oft zu wiederholende Wort lautete: „Danke“. Der Papst sagte, wie wichtig es sei, einander Dank zu sagen, ein Wort der Anerkennung und der Liebe zu finden.

Schließlich: „Entschuldigung“. Er betonte, wie grundlegend es ist, um Verzeihung zu bitten und Verzeihung zu gewähren.

Üben wir: das wird fast so schön sein wie die Darbringung der Gaben im Tempel, sicher Gott wohlgefällig und der Familie zum Heil. Und wenn wir Tag für Tag auf Gott hören und in unseren Nöten Christus suchen, Maria und Josef um Rat und Fürbitte ersuchen, werden wir ganz gewiss den Weg finden, der nach vorne führt, und auch andere werden ihn finden, weil sie an uns sehen, dass es uns trotz unserer Schwächen gut geht.