Entzündung der 2. Kerze am Adventkranz
Krippenschau im Diözesanmuseum
Winterwald
 
 

Neujahrsansprache Radio NÖ

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Wieder und wie im Flug ist ein Jahr unseres Lebens zu Ende gegangen und wir stehen am Beginn eines neuen Jahres. Viele Menschen begehen die Silvesternacht ausgelassen, feiern miteinander, wünschen sich gegenseitig alles Gute, Erfolg und Gesundheit. Und warum auch nicht? Es sind Zeichen von Lebensfreude. Es gibt auch sicher viele Gründe, um dankbar und froh zu sein. Ein Bekannter von mir gibt mir, wenn ich ihn frage, wie es ihm geht, mit einem gewissen schelmischen Unterton gewöhnlich zur Antwort: „Man kommt davon“. Wenn man ein wenig den Weltenhimmel betrachtet und die verschiedenen schwarzen Wolken in den Blick nimmt – Krieg, Terror, Verfolgungen von Minderheiten, insbesondere von Christen, Hunger, Not, Unzählige auf der Flucht, dann ist das schon etwas Großes, wenn wir sagen können: „Bis jetzt sind wir davongekommen.“

Der Jahreswechsel ist jedenfalls schon auch Anlass zum Nachdenken. Er zeigt uns, dass die Zeit fortschreitet. Mich erinnert er immer an das Wort des hl. Augustinus: „Jede Spanne Zeit verkürzt die Lebensdauer und der Rest wird kleiner und kleiner jeden Tag.“ Und Paulus ermahnt die Korinther, nicht im Vergänglichen verhaftet zu sein, „denn“ – so heißt es im Brief wörtlich – „Ich sage Euch, Brüder: die Zeit ist kurz.“

Was sollen wir tun, da wir es ja doch nicht verhindern können? Die meisten prosten sich einfach gegenseitig zu, vielleicht auch im Sinn: Mach Dir nicht zu viele Gedanken. Und das mag sogar seine Berechtigung haben. Trotzdem ist es gut sich zu fragen: Wo stehe ich? Wie nütze ich die Zeit? Welches sind meine Prioritäten? Persönlich halte ich es für wichtig, noch etwas konkreter zu werden: Tue ich das, was Gott von mir erwartet? Ich habe sehr gerne das Lied: „Schweigen möchte ich, Herr, und auf Dich warten. Schweigen möchte ich, dass ich Deine Stimme unter vielen Stimmen hör“.

Seine Stimme zu hören, das möchte ich Ihnen an diesem Jahreswechsel wünschen. Sicher werden Sie Gründe zur Dankbarkeit erkennen, wahrscheinlich regen sich in Ihrem Herzen auch Hoffnungen, vielleicht auch Vorsätze, deren Erfüllung Ihnen Gott gewähren möge. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Gottes Segen für das Neue Jahr.