Entzündung der 2. Kerze am Adventkranz
Krippenschau im Diözesanmuseum
Winterwald
 
 

Radioansprache Karfreitag 2015

Einen ehrlosen, einen schmählichen Tod stirbt der Menschensohn, so hat sich Jesus manchmal genannt. Er stirbt am Kreuz! Er wird gekreuzigt, weil das Volk es so will und es vehement einfordert von Pontius Pilatus. „Kreuzigt ihn“ rufen sie und lassen den Mörder Barabbas eher laufen als Jesus Christus. Noch geringer, noch niedriger zu sterben ist nicht möglich. Und das soll der Sohn Gottes sein? Der sein Kreuz trägt, mit einer Dornenkrone am Kopf, bespuckt, ausgelacht? Stellen wir uns vor, er wäre heute unter uns: Zu Unrecht verurteilt, still und ohne Wehr, irgendwer. Würden wir uns an seine Seite stellen? Würden wir zu ihm stehen? Oder würden wir sagen „Mit dem habe ich nichts zu tun!“? Sogar die Apostel wandten sich ab.

Der Blick auf das Kreuz hat sehr viel mit unserem eigenen Leben zu tun. Es bleibt eine Herausforderung. Das Kreuz gehört dazu. Im Credo bekennen wir, dass wir an Jesus Christus glauben, der „gestorben, gekreuzigt und begraben“ wurde, und am dritten Tage auferstanden ist von den Toten. Darin liegt die Botschaft des Heils und des Trostes, dass Er für uns gestorben ist, für unsere Sünden, für unsere Liebe, für unser ewiges Leben, dem auch der Tod nichts anhaben kann.  Im Glauben an Christus können auch Leid, Bedrängnis, sogar Ehrverlust und Verfolgung zu etwas werden, das seine Bedeutung, seinen Wert hat, weil mit seiner Hilfe die Liebe die Oberhand gewinnt. Es tut sich ein Weg auf, der Hoffnung gibt. Am Ende siegt nicht der Tod, obwohl es die schwärzeste Stunde zu sein scheint. Der Vorhang im Tempel reißt, der Himmel verdunkelt sich, alles scheint zu Ende. Doch das Ende ist der Anfang. Am Ende triumphiert der Auferstandene, das Leben und die Liebe siegen. Wir Menschen sind erlöst. Das Kreuz Christi schafft es, die Welt und die Menschen zu verwandeln. Allerdings ist dafür Glaube an Christus notwendig, oft auch innere Umkehr.

Werden wir still und nachdenklich, wenn wir uns dem Kreuz zuwenden, an dem Jesus für uns Menschen gestorben ist.