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Der Goldene Pfarrer von Ernsthofen - ein Mann mit Geschichte

Mit einem Pontfikalamt feierte Ernsthofen das Goldene Priesterjubiläum ihres Pfarrers Prälat Rudolf Gilbert Vogt, aufgrund der vielen Mitfeiernden wich man von der Kirche in den Turnsaal der Volksschule aus. Bei den vielen Ansprachen wurde klar: der Jubilar hat bereits viel erlebt und er ist ein wichtiger Teil der Gemeinschaft.

Der Jubilar gehört der Ordensgemeinschaft der Prämonstratenser an, daher kam auch eine Delegation aus dem Stift Geras, angeführt von Abt Michael Proházka. Die Festpredigt hielt der Geraser Altab Joachim Angerer, ein langjährigerer Freund von Vogt. Angerer berichtete vom Lebensweg des Jubilars. 1960 trat der gebürtige Deutsche in den Orden der Prämonstratenser ein. Später wurde er Abt des Stiftes Tepl-Obermedllingen. 1979 wurde die Gemeinschaft des vertriebenen böhmischen Stiftes Tepl nach Indien verlegt und für Prälat Gilbert Vogt begann eine enge Zusammenarbeit mit dem nun in Indien angesiedelten Orden. Er legte 1992 den Grundstein für das Noviziats- und Studienhaus und einer Kirche in Bangalore. Viele anstrengende und strapaziöse Reisen nach Indien waren notwendig für die Entwicklung der Prämonstratenser-Gemeinschaft in Indien. Diese Gemeinschaften blühen heute und haben viele, viele junge Mitbrüder. Dort lernte er viele verschiedene Religionen kennen, bei den Ansprachen wurde auch immer wieder seine Weltoffenheit betont. Dann schloss er sich der Gemeinschaft in Geras an und wollte in die Pfarrseelsorge und so kam er 1996 in die Pfarre Ernsthofen. Altabt Angerer: „Ich glaube, Ernsthofen war für alle eine sehr gute Entscheidung und Gilbert Vogt ist ein guter Seelsorger!“ Eines betonte Angerer besonders, der tags zuvor das Begräbnis eines verunglückten 19-jährigen Motorradfahrers leitete: Seelsorger wollen dienen und sie haben vielfältige Aufgaben. Eines mache aber Christsein aus: „Christen sollen keine Angst haben, denn sie sind zur Auferstehung berufen.“

„Frischen Schwung in die Pfarre gebracht“

Unter den Hunderten Mitfeiernden waren viele Priester aus der Region, unter anderem der Haager Dechant Jacobus Tisch sowie Vertreter von örtlichen Organisationen wie Sportverein, Goldhauben-Frauen und Feuerwehr. Auch aus dem politischen Bereich kamen Repräsentanten: etwa Bundesrat Andreas Pum oder Bürgermeister Karl Huber. Dass im Sportsaal gefeiert wurde, sei ein Zeichen, dass sich Kirche und Pfarrer nicht zurückziehen, sondern vielmehr den Kontakt zu den Menschen suchen, so Huber. Er bringe die Kirche ins Dorf und nehme aktiv am Ortsgeschehen teil. Das Verhältnis zwischen Gemeinde Ernsthofen und Pfarre sei jedenfalls sehr gut. Feuerwehrkommandant Josef Fuchsberger erinnerte als Vertreter der Vereine und Institutionen daran, dass Vogt „frischen Schwung in die Pfarre gebracht“ habe. Er sei ein vorbildlicher Seelsorger und interessiere sich stark für das Geschehen im Ort. Die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Elfriede Adlberger, verwies auf die vielen Bauprojekte des Priesters. Der Jubilar habe viele Fundamente gelegt – auch im Glauben. Außerdem kamen Vertreter aus seiner früheren deutschen Pfarre Gerlingen.

Der Jubilar gilt als sehr interessiert an Wissenschaft und hier speziell an Physik. Intensiv erarbeitet er aufs Neue das Pfarrblatt, akribisch werkt er an seinen Predigten, die mitunter länger ausfallen. Auch die sozialpolitischen Stammtische sind ihm wichtig. Der Jubilar zeigte sich „überwältigt“ von den Ansprachen und der Zahl der Mitfeiernden. Ihm seien die Feier des Gottesdienstes und die Verkündigung des Evangeliums zentral. Dabei seien ihm klare und deutliche Worte wichtig. Aber: „Christsein zeigt sich im Handeln, nicht in Sprüchen. Wo es Ungerechtigkeit gibt, werde ich energisch einschreiten.“ Er habe die Pfarre lieben gelernt, ihm gehe es um ein gutes Miteinander, Dialog und darum Brücken zu bauen.

Das Pontifikalamt wurde musikalisch vom Musikverein Ernsthofen und vom Ernsthofner Doppelquartett gestaltet.