Ministranten
Adventmarkt
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Fastenbotschaft von Papst Franziskus

Papst Franziskus hat in seiner am Dienstag veröffentlichten Fastenbotschaft vor der diabolischen Versuchung des Menschen vor Glauben an seine Allmacht gewarnt. In diesem Glauben vergesse der Mensch die Leidenden, und er vergesse Gott.

Der sich omnipotent wähnende Mensch "meint, reich zu sein, ist aber in Wirklichkeit der Ärmste unter den Armen, denn er ist Sklave der Sünde, die ihn dazu drängt, Reichtum und Macht nicht zum Dienst an Gott und am Nächsten einzusetzen, sondern um in sich das tiefe Wissen zu ersticken, dass auch er nichts als ein armer Bettler ist", erläuterte Franziskus.

Der Papst nahm Bezug auf das biblische Gleichnis vom reichen Prasser und armen Lazarus. Die "trügerische Verblendung" könne umso größer werden, je größer die Macht und der Reichtum seien, über die ein Mensch verfüge. "Das geht so weit, dass der Reiche den armen Lazarus, der vor seiner Haustür bettelt, nicht einmal sehen will - dabei ist Lazarus ein Bild Christi, der in den Armen um unsere Bekehrung bettelt." Lazarus sei "die Möglichkeit zur Bekehrung, die Gott uns bietet und die wir vielleicht gar nicht sehen", schrieb der Papst.

Der durch Verblendung eingetretene Wahn des Menschen könne gesellschaftliche und politische Formen annehmen. Diese hätten die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts gezeigt, ebenso wie dies heute neue Ideologien mitsamt Denkmonopolen und Glaube an "Technoscience" vorzeigen würden, so der Papst. Sie maßten sich an, "Gott als irrelevant abzutun und den Menschen auf eine zu instrumentalisierende Masse zu reduzieren".

Der Wahn könne laut Franziskus zudem auch in "den Strukturen der Sünde zum Ausdruck kommen, die mit einem irrigen Entwicklungsmodell in Zusammenhang stehen, das auf der Vergötterung des Geldes beruht". Dies führe zur Gleichgültigkeit der reicheren Menschen und Gesellschaften gegenüber dem Schicksal von Armen, denen sie "ihre Türen verschließen und die zu sehen sie sich sogar weigern".

Not der Flüchtlinge

Alle Christen rief der Papst zu Werken der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe auf, die im Zentrum des Evangeliums stünden. Wer Nächstenliebe erfahre, könne sie auch selbst weitergeben.

Bereits in der Verkündigungsbulle zum Heiligen Jahr hatte Franziskus betont, die Barmherzigkeit sollte dieses Jahr auch in der Fastenzeit eine besondere Rolle spielen. An der Präsentation der Papstbotschaft im Vatikan nahm u.a. der Erzbischof von Agrigent-Lampedusa und neue italienische Caritas-Präsident Kardinal Francesco Montenegro teil. Er wies auf die Not der Flüchtlinge hin, die nach Europa kommen.

Fastenbotschaft im Wortlaut

(26.01.2016, KAP)