Nacht der 1000 Lichter
Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Predigt Priesterweihe Thomas Skrianz

Liebe Brüder und Schwestern!

Jede einzelne Priesterweihe ist ein Anlass zu Freude und Hoffnung, denn einer, der Priester wird, empfängt kraft der Handauflegung und der Salbung die Vollmacht, bei bestimmten Handlungen, Christus, das Haupt der Kirche, so zu vergegenwärtigen, dass Christus selbst wirksam wird.

Es ist richtig, wenn wir bei dieser heiligen Handlung Ehrfurcht empfinden und den Glauben erwecken. Der Glaube sagt uns, dass Christus in einer ganz besonderen Weise unter uns ist.

Der Empfänger wird Gott geweiht, eng verbunden mit Christus, dem guten Hirten, der gekommen ist, die Welt zu erlösen und dem Menschen beizustehen, damit er den Weg zu Gott findet.

Es ist angebracht zu beten, so wie die Urgemeinde für Petrus gebetet hat, als er in Gefahr war, und so wie Paulus es sich von den Kolossern wünschte, als er ihnen schrieb: „Betet auch für uns, damit Gott uns eine Tür öffnet für das Wort und wir das Geheimnis Christi predigen können“ (Kol 4,3).

Priester werden bedeutet eine hohe Verantwortung übernehmen:

  • Er soll den Menschen von heute, Alt und Jung, das Evangelium nahebringen, damit sie entsprechend leben.

  • Er soll den Heiligungsdienst vollziehen, Eucharistie feiern, die Sakramente spenden und die Menschen zu Christus führen.

Priestersein heute stellt aus vielen Gründen eine große Herausforderung: das größte Problem besteht wohl darin, dass viele Menschen so leben, als gäbe es keinen Gott, und ihr Interesse am Religiösen gering ist. Dazu kommen die sich rasant verändernden Verhältnisse, die den Priester ganz besonders stark betreffen.

Da ist es ganz besonders wichtig, die Worte des hl. Paulus vor Augen zu haben: „Der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören; und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen“ (2. Lesung). Da ist viel Vertrauen in die Hilfe und Nähe des Herrn nötig.

Von Papst Benedikt gibt es ein Büchlein mit dem Titel: „Wer glaubt, ist nicht allein.“

Das gilt für jeden Glaubenden, auch für den Priester. Dazu kommt, dass die Kirche von ihrem Wesen her eine Sammelbewegung ist und dies bis ans Ende der Zeit immer bleiben wird. Gott ruft, Christus sammelt. Der Priester ist an diesem Vorgang innig beteiligt.

Deshalb möchte ich Dir, lieber Weihekandidat, ganz besonders an Herz legen:

  • Liebe die Eucharistie, weil sie Mitte und Höhepunkt des christlichen Lebens ist

  • Pflege sie, wende alle Mühe auf, damit sie würdig gefeiert und bewusst gelebt wird, und alle entdecken: „Er ist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“, der auf uns wartet und mit Leib und Blut zu uns kommt.

  • Bemühe Dich, jene die kommen, anzusprechen mit einer großen Bitte an den Heiligen Geist, er möge die Herzen berühren.

  • Liebe das Bußsakrament. Es ist das Kunststück des Priesters heute: Zeit finden für Gebet, Zeit auch für die lectio divina, aber auch Zeit für Gespräche, geistliche Begleitung und Spendung des Bußsakramentes. Sei geduldig und beharrlich. Sobald sie es erfahren haben, wie wohl es tut, beginnen mehr zu kommen und bringen andere mit.

  • Halte Ausschau nach Gläubigen, die für das Anklopfen des Heiligen Geistes empfänglich sind, und wecke in ihnen die priesterliche Seele, den prophetischen Geist, die königliche Haltung des Christen und versuche mit ihrer Hilfe das Licht in den Häusern neu anzuzünden. Dann wird sich Deine Kirche füllen. Es wird der Anfang sein für jenen Aufbruch, den Papst Franziskus für die ganze Kirche sehnlichst wünscht.

  • Und schließlich: vergiss nicht auf Erholung und auf den Kontakt mit Deinen Brüdern und Deiner Familie. Du brauchst es.

Möge Dir Gott beistehen. Maria ist die Mutter der Priester. Sie, beschützt mit ihrem Mantel der Barmherzigkeit, sichert den Weg ab und führt immer zu Jesus. So wird Dich Zuversicht auf Deinem Weg begleiten.