Nacht der 1000 Lichter
Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Warum Mutter Teresa Vorbild für Kirche und Gesellschaft ist (NÖN Kolumne am 6.9.2016)

„Mich dürstet!“ So lauteten die Worte Jesu, die Mutter Teresa eines Tages bei einer Zugsfahrt in ihrem Herzen gespürt hat. Sie waren gleichsam das Grundlagenprogramm, das ihr eigenes Leben und das so vieler Menschen in und außerhalb der Kirche geändert hat. Die Liebe Christi hat sie gedrängt, in allen Menschen, besonders den Ausgestoßenen, Ärmsten und Kranken, egal welcher Nationalität, Religion, Herkunft oder sonstiger Eigenschaften, ein unverwechselbares Abbild Gottes zu sehen und ihnen zu dienen.
In vielerlei Hinsicht ist ihr Leben ein Vorbild für die bei uns so notwendige Erneuerung von Kirche und Gesellschaft. Am Sonntag wurde sie von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Der langjährige Direktor der päpstlichen Missionswerke, Leo Maasburg, erzählte, dass er einmal Mutter Teresa eine Geldspende in die Hand gab. Darauf habe sie ihn angesehen und gefragt: Und, wann kommst Du selbst? Gemeint war, dass es um unser Innerstes geht, dass wir uns selbst im Herz von Jesus berühren lassen sollen und dann andere Menschen, in der Familie, im Beruf, in der Pfarre, in der Nachbarschaft, in Einsamkeit, Krankheit und Hilfsbedürftigkeit durch konkrete Taten berühren. Das ist das erste und wichtigste Programm der Kirche: Nicht um uns selbst kreisen, sondern Jesus in der Hl. Messe in die Mitte stellen und ihm in unseren Mitmenschen und unserer Umgebung dienen. Die katholische Kirche ist weltweit im letzten Jahrhundert enorm gewachsen, gerade dort, wo sie arm ist. Bei uns hingegen werden die Kirchen immer leerer, aber auch die Herzen. „Dein Herz muss brennen“ lautete daher auch der Aufruf unserer diözesanen Sommerkampagne. Es war wohl auch ein Wesensmerkmal der neuen Heiligen. „Ich möchte Menschen näher zu Gott bringen“, sagte Mutter Teresa. „Am Anfang dachte ich, ich müsse die Menschen bekehren. Später dann erkannte ich: ich muss sie nur lieben. Und die Liebe bekehrt, wen sie will.“

Diese reale Umsetzung der Liebe stärkt nicht nur die anderen, sondern auch uns selbst und unseren Glauben. Mission heißt daher, die Menschen zu Gott, der die Liebe ist, zu führen. Er ist ein persönlicher Gott, und keine „unpersönliche höhere Macht“. Er liebt jeden einzelnen von uns in seiner Lebensgeschichte und er sehnt sich nach unserem ewigen Heil, wie es die Worte Jesu „Mich dürstet“ bei seiner Erlösungstat am Kreuz ausdrücken.