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"Das Heil kommt als Kind" - Weihnachtsseite NÖN 2017

In diesen Tagen sollten wir froh werden, Es ist und bleibt unfassbar: Ein Gott, der Mensch wird; ein Gott, dessen Liebe so weit geht, dass er als Kind geboren und Sein Leben zur Rettung der Menschen hingibt. - Ob wir dieses Geheimnis ernst nehmen? Es als wirklich ansehen oder doch nur als „symbolisch“, als unwirklich?

Das Weihnachtsfest bedeutet, dass das Geheimnis Gottes jedem von uns nahe ist. Wir entdecken dies allerdings erst dann, wenn uns aus dem Glauben heraus bewusst wird, dass das Geheimnis der Weihnacht in das Geheimnis der Kirche ausstrahlt, und mehr als das. Wir sollten uns beide Geheimnisse gemeinsam vergegenwärtigen.

Ein Gott zum Greifen nah

Er ist ein Gott zum Angreifen. Auch wir können ihn berühren, nicht nur die Hirten. Er ist ein „wehrloser Gott“, der sich uns ausliefert. In der Eucharistie geschieht dies tagtäglich, es übersteigt alle menschlichen Vorstellungen, wie Er sich ausliefert. Er ist nicht ein Gott, der mit Macht kommt. Auch im Wort liefert Er sich aus. Wie leicht ist es verdrehbar! - Wir können uns ihm voll Vertrauen nähern, weil Er als kleines Kind zur Welt kommt. Er kommt, nicht um zu richten, sondern um zu retten. Wir können Ihn sehen und hören, weil in Ihm der unsichtbare Gott sichtbar wird und in Menschenart zu uns spricht. Das gilt auch für die Kirche. Freilich ist es anstößig, das zu sagen. Heute sehen viele in der Kirche fast nur Schwächen und Fehler. Kann in ihr wirklich Christus gegenwärtig sein? Anstößig war auch Seine Antwort auf die Frage des Hohepriester: „Bist du der Messias, der Sohn Gottes?“ Jesus bejaht: „Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“ (vgl Mt 26,63-64). Das war sogar auslösend für das Todesurteil. Ein Mensch, der von sich sagt, Gott zu sein!

Wir können Ihn - obwohl Er Gott ist - bei uns getrost aufnehmen, weil Er uns durch Seinen Sohn erlöst hat. Papst Leo der Große ruft in einer seiner Weihnachtspredigten aus: „Lasst uns froh sein: Heute ist unser Retter geboren, Traurigkeit hat keinen Raum am Geburtstag des Lebens, das uns die Angst vor dem Sterben genommen hat und uns die Freude über die verheißene Ewigkeit bringt. Niemand wird von der Fröhlichkeit ausgeschlossen, wir alle haben den einen Grund zur Freude gemeinsam.“

Innerlich lebendig werden

Wir sollten in diesen Tagen innerlich lebendig werden, weil sich uns durch Christus der Weg eröffnet. Wir sollten in diesen Wochen des Advent und der Weihnachtszeit erneuert werden. Schon jetzt sollten wir uns auf das Hochfest der Geburt des Herren freuen und Vorbereitungen treffen, um richtige Feiertage halten zu können. Das Materielle nimmt uns gefangen, auch der Erfolgszwang, Hektik erfasst uns und führt uns weg vom Schauen auf Christus. Wir vergessen darauf, dass Gott Emmanuel „Gott mit uns“ ist.

„Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Joh 1,12). Die Freudenbotschaft am Heiligen Tag! Wir dürfen nicht pessimistisch sein. Als Christen sind wir gewissermaßen zum Optimismus verpflichtet. Unser Leben kann fruchtbar werden, weil Er mit uns ist. Wir können es wagen, Seinen Weg zu ergreifen, weil Er uns in Seiner Gnade beisteht. Wir können mit Ihm bis zum hohen Ziel gelangen, zur großen Liebe und zur wahren Reife, weil uns Sein Licht immer leuchtet, wenn wir ihm unsere Augen und Ohren, unseren Verstand und unser Herz nicht verschließen. Er, der Retter ist da.

Vergessen wir nicht, dass die Aufnahme des Gottessohnes bei einem Menschen angefangen hat. Auch wir können ein Anfang sein. Die vielen Heiligen sind ein leuchtendes Zeichen dafür. Nützen wir die verbleibenden Tage des Advent gut! Bereiten wir ihm den Weg! Es genügt nicht, am Weihnachtsabend die Krippe auszupacken. Das Herz muss wachsam, der Geist muss lebendig sein. Wenn wir sein Kommen mit Bemühen erwarten, werden wir das Kind finden und erkennen, dass es das fleischgewordene Wort des Vaters ist: wir werden auch Maria und Josef begegnen und mit Freude feststellen, dass sie immer da sind, bereit zur Hilfe. Sie werden ihre Fürsprache für uns einlegen und - wir werden froh sein.

In diesem Sinne wünscht ein gnadenreiches und frohes Weihnachtsfest
Ihr
+ Klaus Küng