Erntekrone
Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Fatimafeier Droß

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich habe den Eindruck, dass das was wir heute feiern - einerseits die Danksagung für die Rettung und Wiederherstellung der Kirche nach dem Blitzeinschlag, andererseits das Gedächtnis der Marienerscheinungen vor 100 Jahren in Fatima – ganz gut zusammenpassen.

Der Blitzeinschlag und der Brand des Turmes können als dramatische Darstellung dessen verstanden werden, was uns die Fatimabotschaft sagen will.

1917 tobte in ganz Europa ein Flächenbrand. Und was damals noch niemand wusste: die Oktoberrevolution in Russland stand unmittelbar davor

Fatima brachte eine dringende Mahnung zur Umkehr. Das baldige Ende des Weltkrieges wurde angekündigt, aber zugleich vor einem noch größeren Krieg gewarnt für den Fall, dass sich die Menschen nicht bekehrten. Dieser noch größere Krieg ist tatsächlich gekommen.

Benedikt XVI. hat 2010 bei seinem Besuch in Fatima gesagt, es unterliege einem großen Irrtum, wer meint, dass Fatima in unserer Zeit nicht mehr aktuell sei. Papst Franziskus hat kurz nach seinem Amtsantritt 2013 sein Pontifikat Fatima geweiht und ist im Mai dieses Jahres nach Fatima gepilgert.

Wir befinden uns in einer Phase der Menschheitsgeschichte, die sehr zwiespältige Eindrücke vermittelt. Einerseits erfreuen wir uns eines nie zuvor dagewesenen Wohlstands und gewaltiger Fortschritte in vielen Bereichen, besonders in Medizin und Technik, andererseits verdüstern schwarze Wolken den Himmel: Terror und Krieg vor unserer Haustüre und die Flüchtlingskrise. Manche meinen, dass die Weltwirtschaft sehr bald kollabieren und in vielen Ländern das Gleiche passieren wird wie jetzt in Venezuela: sie haben nichts mehr zu essen. Da ist auch der Klimawandel. Und wenn wir die Situation der Gesellschaft mit einem ständig fortschreitenden Werteverlust und die Situation der rückgängigen Glaubenspraxis und des Glaubenswissens betrachten, ist das wirklich bedrängend. Es ist das Leid vieler Eltern bzw. Großeltern wahrzunehmen, dass oft die eigenen Kinder und noch häufiger die Enkel den Weg zum Glauben nicht finden, ja ihn nicht einmal kennen.

Den Fatimakindern wurde die Hölle gezeigt und sie waren erschüttert. Sie konnten nur mehr beten und opfern. Und Lucia, die alt geworden ist (98), hat wiederholt die große Dringlichkeit empfunden, den Bischof, den Papst, die Kirche zu warnen.

Es ist sicher richtig, wenn auch wir uns Sorgen machen. Es braucht eine Feuerwehr vor Ort, Wachsamkeit und Einsatzbereitschaft. Es ist notwendig, den Brand einzudämmen und zu löschen, so wie es hier in Droß durch den raschen und mutigen Einsatz der Feuerwehr, durch ein entschlossenes Eingreifen geschehen ist, mit den richtigen Maßnahmen. In Fatima ermutigte Maria zum täglichen Rosenkranz; sie empfahl Sühnesamstage. Mit ihnen verband sich die Empfehlung, die Sakramente zu empfangen mit einer ehrlichen Bemühung um Umkehr.

Diese Empfehlungen sind auch heute wichtig und wirksam, um die Gefahren abzuwehren, den Brand einzudämmen, das Feuer zu löschen. Es braucht oft beharrliches Gebet, das voll Vertrauen und mit Liebe verrichtet wird. Das Bußsakrament und häufig die hl. Kommunion zu empfangen bedeutet, Gewänder des Heils anzulegen. Es braucht einen Schutzanzug, wenn man Feuer löschen will. Da ist wichtig die persönliche Verbundenheit mit Gott, die Heilung von Wunden und die Stärkung durch das Brot des Lebens.

Es braucht aber auch Reparatur und Wiederaufbau. Der Turm unserer Kirche ist wieder stabil und schön geworden und das Gotteshaus erstrahlt außen und innen in einem neuen, frischen Glanz. Auch in den Familien, in denen das Licht Christi erloschen ist, seine Liebe fehlt, braucht es einen Wiederaufbau und Erneuerung. Ähnliches gilt für alle Bereiche der Gesellschaft.

Die Worte, die Jesus als Antwort auf die Seligpreisung Mariens durch jene Frau, von der im Evangelium erzählt wird, stellen dabei die grundlegende Lebensorientierung dar: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und befolgen.“

Das bedeutet, mit der Hilfe Gottes um ein konsequent christliches Leben bemüht sein. Das ist eine Aufforderung für Jung und Alt, die Grundlage der Sanierung und des Wiederaufbaus christlichen Lebens.

So entsteht von neuem die Geborgenheit eines christlichen Zuhauses, wenn die Glieder der Familie versuchen, christlich zu leben. Ganz wichtig ist das Beispiel der Eltern, sie müssen nicht fehlerfrei sein, aber es ist notwendig, dass sie aufrichtig bemüht sind.

So entsteht auch die Beheimatung der Gläubigen in der Kirche und eine Verbundenheit untereinander, die anziehend wirkt und die auch in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft ausstrahlt. Papst Benedikt XVI. sprach von den „kreativen Minderheiten“, die eine beachtliche Wirksamkeit entfalten können, wenn der Glaube erwacht ist. Das ist auch der Aufbruch, zu dem Papst Franziskus unermüdlich aufruft.

Fatima vermittelt eine ernste Botschaft, die aber, wenn sie angenommen wird, frohmacht und eine solid begründende Hoffnung vermittelt. Wenn wir Gottes Gebote ernst nehmen und sie halten, dann entsteht ja gerade die Verbundenheit mit Gott und damit die Grundlage der Stärke. Denn „wenn Gott mit uns, wer ist dann gegen uns“. So entfaltet sich die Liebe Christi, die am besten das Feuer löscht, den Brand eindämmt und zum Wiederaufbau befähigt.

So sollen wir dankbar sein, dass durch den beherzten Einsatz der Feuerwehr die Kirche verschont blieb, dass der Brand rechtzeitig eingedämmt werden konnte und dass durch das Zusammenhelfen vieler der Wiederaufbau und die Renovierung des ganzen Gebäudes gelungen ist. Diese Feier sollte bei uns alle zur Entschlossenheit auslösen, fest mitzutun in der Bekämpfung der Gefahren. Greifen wir zum Rosenkranz. Ein Anfang könnte sein wenigstens ein Gesätzchen täglich. Lieben wir die eucharistische Anbetung, um Jesus zu suchen und zu begleiten. Pflegen wir unseren Schutzanzug durch den regelmäßigen Empfang des Bußsakramentes. Und vergessen wir nicht auf den Helm und den Gürtel, d.h. seien wir bemüht Tag für Tag in bestimmten Punkten, um gegen bestimmte Fehler anzukämpfen und Gutes zu tun. So befestigen wir das Haus, in dem wir leben oder arbeiten, und tragen dazu bei, dass es wohnlich ist.

Und schauen wir, dass möglichst viele mittun. Die Feuerwehr braucht Nachwuchs und Unterstützung. Wir müssen schon auch andere ansprechen dann wir die Kirche neu erstrahlen.

Und bitten wir Maria von Fatima, sie möge uns beistehen.