Bischof Schwarz weiht den Altar der Pfarrkirche Mank
Heiliger Nikolaus
Adventkranz
 
 

Rundfunkansprache Weihnachten 2017

Liebe Hörerinnen und Hörer!

In den letzten Jahren stelle ich mir bei der Beobachtung der Atmosphäre auf den Straßen und in den Geschäften unserer Städte in der vorweihnachtlichen Zeit manchmal die Frage, ob die Menschen heute überhaupt noch zu dem vordringen, was das Eigentliche des Weihnachtsfestes ausmacht. Unsere Zeit ist sehr laut und die Werbung zu Kauf und Konsum sehr vereinnahmend.

Schon damals, als Jesus in Bethlehem zur Welt kam, gab es für ihn und seine Mutter in der Herberge keinen Platz und nur ganz wenige Menschen haben ihn erkannt. Heute sind viele wie Gefangene zwischen Beruf und Bedürfnis nach Freizeit und Erholung, die ja notwendig und gut sind, und doch zeigt sich früher oder später, dass ein solches Fundament des Lebens zu dünn ist, um dauerhaft tragen zu können.

Dazu kommt, dass wir in einer Welt voller Unfrieden leben. An vielen Orten leiden die Menschen unter blutigen Auseinandersetzungen, leben in Not und Elend.

Wo bleibt Gott? Die Weihnachtsbotschaft lautet: „Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ Gott nähert sich sehr leise. Nur der Glaubende kann ihn erkennen. So war es damals, so ist es auch heute. Aber er kommt wirklich zu uns, damals in der Gestalt eines kleinen Kindes und jetzt durch Gottes Wort, das von der Kirche verkündet und in der Heiligen Schrift enthalten ist, auch durch heilige Zeichen, die Christus selbst der Kirche anvertraut hat. Wir dürfen aber nicht übersehen, dass er uns anspricht. Wer ihn in das eigene Herz hineinlässt, wird sehr bald merken, dass er die Tür des Herzens öffnen muss. Gerade, wenn wir Christus aufnehmen wollen, können wir nicht so tun, als würden wir von der Not der anderen nichts wissen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, den Frieden im Herzen und den Frieden im eigenen Zuhause. Wenn Sie zugleich jenen, die in Not oder sind oder vielleicht einsam sind, helfen könnten, wäre das ein wichtiger Beitrag, wie sich der Weihnachtsfriede ausbreitet und zu anderen gelangt. Beten wir auch für unser Land, das jetzt eine neue Regierung hat, damit ihm der Friede erhalten bleibt und wir für jene, die es wirklich brauchen, die Türen nicht verschließen, denn das wäre eine Bedrohung der wahren Weihnacht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes, wirklich frohmachendes Weihnachtsfest.