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Bischof Schwarz weiht den Altar der Pfarrkirche Mank
 
 

Mariä Lichtmess – Fest der Darstellung des Herrn

Zählt man vom ersten Weihnachtstag 40 Tage weiter, so kommt man zum 2. Februar. 40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein Zeitmaß, das sich auch in der 40-tägigen Fastenzeit und in der 40-tägigien Osterzeit wiederfindet. Auch das Volk der Juden, die Israeliten, wanderten der Bibel zufolge 40 Jahre durch die Wüste bevor sie das „gelobte Land“ einnehmen konnten.

Auch nach jüdischen Reinheitsvorschriften galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein und der Erstgeborene als Eigentum Gottes. Er musste vor den Herrn gebracht und mit einem Geldopfer ausgelöst werden. Die Mutter hatte dem Priester zwei Tauben zu übergeben. Auch Josef und Maria erfüllten diese Vorschriften. Im Tempel begegneten sie dem alten, frommen Simeon, der sie segnete und das Kind als „Licht, das die Heiden erleuchtet“, pries.

Der bis 1969 offizielle Name „Reinigung Mariens“ lautet jetzt „Darstellung des Herrn“. Üblicherweise wurden zu Mariä Lichtmess alle kirchlichen und häuslichen Kerzen geweiht wie Lichtmesskerzen, Wetterkerzen oder Totenkerzen.

Auch heute noch werden zum Fest „Darstellung des Herrn“ in den Kirchen traditionell die Kerzen geweiht. Die mit dem Fest verbundene Lichterprozession kam wahrscheinlich – so wie das Fest selbst – aus dem heidnischen Rom. Die Einführung der Kerzenweihe erfolgte bereits im 10. Jahrhundert in Nordfrankreich. Vor allem in den Jahrhunderten vor Einführung der Elektrizität hatte die Kerzenweihe zu Lichtmess für die Menschen eine besondere Bedeutung. Alle kirchlichen und häuslichen Vorräte an Wachs wurden dabei gesegnet.

In vielen Pfarren ist es üblich, dass die Gläubigen sich mit den Kerzen vor der Kirche versammeln und nach der Weihe gemeinsam einziehen. Die Kerzen für die Weihe hatten früher oft bestimmte Farben: Neben alltäglichen Brauchkerzen bunt für die Seelenkerzen zum Anzünden für die Verstorbenen, schwarz als Wetterkerzen zum Anzünden als Schutz vor nahenden Unwettern, und gelb als Rosenkranzkerzen, die an Samstagen beim Beten des Rosenkranzes verwendet wurden. Bis heute sitzen da und dort die Menschen in den Stuben und brennen neu geweihte Kerzen an. Dabei wird den Verstorbenen gedacht.

Zu Mariä Lichtmess begann früher auch das bäuerliche Neujahr. Mit dem länger werden der Tage konnte man wieder andere Arbeiten verrichten. Beispielsweise wurde die Spinnstube, in der man sich die Winterabende vertrieb, geschlossen. Daran erinnert folgender Ausspruch: „Lichtmess - spinn vergess, ‘s Radl hinter die Tür, die Hacke hierfür!“
Der 2. Feber galt aber auch als wichtigster Zins- und Zahltermin des Jahres und als Tag, an dem die Dienstboten wechselten (Schlenkeltag). Dazu wurde der Bäuerin aufgetragen, aufwändig für ein Festmahl zu kochen.
Nicht jeder Bauer gestattete auch seinen Dienstboten die Haltung von Kleinvieh, sodass um Mariä Lichtmess viele Tiere verkauft werden mussten. Aus diesem Grund entstanden um dieses Datum viele Viehmärkte.

Die Tage werden nun auch rasch länger: von 9 ½ Stunden Anfang Februar wächst die Tageslänge bis zum Monatsende auf elf Stunden an. Der Lichtmesstag galt aber auch als wichtiger Lostag, aus dessen Wetter man auf die Zukunft schloss: „Wenns an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell...“

Quelle: http://www.brauchtumskalender.at/brauch-87-mariae_lichtmess (aufgerufen am 28.01.2019)