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Hippolytkirchen

Das Hippolytpatrozinium ist in Österreich selten anzutreffen.

Die Pfarrkirchen in Zell am See und in Eferding sind ihm geweiht. Bei Eferding gibt es für die Gründe keine Anhaltspunkte.

Auch die Pfarrkirche in Vichtenstein (Oberösterreich) trägt dieses Patrozinium. Es geht auf eine im 14. Jahrhundert erwähnte Burgkapelle zurück, wurde aber erst 1784 Pfarre und erhielt 1880 eine neu erbaute Hippolytkirche.

In Niederösterreich ist die Kirche in Harmannsdorf(-Rückersdorf) dem heiligen Hippolyt und dem heiligen Kreuz geweiht. Hippolyt war ursprünglich alleiniger Patron. Zusammenhänge mit St. Pölten sind denkbar. Abgekommen ist die ehemalige Pfarrkirche von Ottenschlag am Pöltenberg beim dortigen Friedhof. Die Pfarrrechte wanderten im 16./17. Jahrhundert (endgültig 1774) in die Marktkirche; sie selbst brannte 1864 ab und wurde abgetragen; der Neubau (Friedhofskapelle) wurde in einiger Entfernung 1870 errichtet. Hier besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zum Stift St. Pölten. Dieses hatte den Zehent in der Pfarre (Ober-)Meisling inne, an deren westlichstem Punkt Ottenschlag lag. In St. Pölten selbst gab es von 1898 bis 1938 eine Hippolytkapelle in der Lehrerbildungsanstalt, und das diözesane Bildungs- und Exerzitienhaus (errichtet 1961) trägt den Namen "St. Hippolyt".

Es sei noch an zwei weitere Kirchen erinnert, die wahrscheinlich auf die bayrische Mission des neunten Jahrhunderts im Großmährischen Reich zurückgehen. Das eine ist die Kirche in Pöltenberg bei Znaim (Svateho Hipolyta), einer alten Propstei, die dann später an den Orden vom Roten Stern kam. Die andere ist der Dom zu Neutra (Nitra) in der Slowakei , der den hll. Emmeram und Hippolyt geweiht ist.

Dagegen findet sich das Hippolytpatrozinium relativ häufig in Frankreich; dort führen fünfzehn Orte den Namen St. Hippolyte, dazu kommen zahlreiche weitere Kirchen. Aber auch in Deutschland und Norditalien kommt es vor.