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Winterwald
 
 

Hl. Hippolyt und St. Pölten

Video (12:30 Min)

Reliquiar Hl. HippolytReliquiar Hl. Hippolyt

Der Weg, den Hippolytus nach dem nach ihm benannten St. Pölten genommen hat, ist nicht recht klar. Es lässt sich vermutlich folgender Sachverhalt darstellen:
Nach dem ursprünglichen römischen Recht durften Gräber nicht gestört werden. Im achten Jahrhundert aber kam es zu einer Annäherung zwischen den Päpsten in Rom und dem fränkischem Reich. Einer der Vermittler war Abt Fulrad von St. Denis. Von ihm wissen wir, dass er verschiedentlich Reliquien ins Frankenreich brachte, sicherlich auch Reliquien des heiligen Hippolyt (um 765). Einen Teil davon gab er auf seinen Erbbesitz in Fulradsweiler im Elsaß. Der Ort bekam den Namen St. Pilt oder französisch St. Hippolyte.

Fulrad stand seinerseits mit den Brüdern Adalbert und Autkar in Verbindung, die der Sage nach auch Gründer von St. Pölten sind (siehe Darstellung im oberen Kreuzgang des Bistumsgebäudes und bei der Bischofsstiege).

Adalbert wurde erster Abt von Tegernsee. Dort sind ebenso wie in Salzburg Hippolytreliquien nachgewiesen. Eine wohlbegründete Tradition berichtet, dass von Tegernsee aus das Kloster St. Pölten gegründet wurde.

Vermutlich hat sich das Kloster Tegernsee, das eines der wohlhabendsten in Bayern war, 791 am Awarenfeldzug Karls des Großen beteiligt und bekam vom späteren Kaiser wie auch andere Klöster Güter im neu eroberten Land zugesprochen. Auf einem solchen Besitz in der ehemaligen Römerstadt Aelium Cetium errichtete es ein Kloster und stattete es mit Hippolytreliquien aus.

Der Ort, der zunächst nach dem Fluss Traisma hieß, bekam schließlich den Namen St. Pölten: 799, 823 Traisma, 976 Traisima ad monasterium Sancti Yppoliti, ca. 1030 abbatia ad Sanctum Yppolytum, 1136 apud Sanctum Ypolitum, 1298 Sand Pölten.

Es ist anzunehmen, dass das Kloster in St. Pölten um 800 errichtet wurde und in Abhängigkeit von Tegernsee stand. Es kam dann unter den Einfluß der Passauer Bischöfe; aber noch um 1030 reklamierte es Tegernsee allerdings erfolglos für sich. Hippolyt war der Patron des Klosters und der Klosterkirche. Im Spätmittelalter wurde an der Volksseite des Lettners ein Marienaltar errichtet. Nach der Beseitigung des Lettners rückte der Marienaltar als Hauptaltar in das Presbyterium an die Stelle des Hippolytsaltars.
Hippolyt bekam nur mehr einen Seitenaltar zugewiesen und die Stifts- bzw. Domkirche ist seither Maria Himmelfahrt geweiht. Bei der Errichtung der Diözese St. Pölten 1785 wurde aber der hl. Hippolyt zum Diözesanpatron erwählt.