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Sein Leben

Für das Leben des heiligen Hippolyt gibt es einige fixe Daten, wenn auch vieles offen bleibt. Vermutlich wurde er spätestens vor oder um 170 im Griechisch sprechenden Osten des römischen Reiches geboren (Kleinasien, Syrien, Ägypten). Er soll ein Schüler des heiligen Irenäus von Lyon gewesen sein, der seinerseits aus Smyrna (Izmir) in Kleinasien stammte. Unter Papst Viktor (etwa 189 - 199) war er in Rom als Presbyter tätig.

In der Folge beschäftigte er sich als Schriftsteller und Gelehrter. Unter Papst Zephyrinus (etwa 199-217) verlor er offensichtlich an Einfluss, da nach dessen Tod sein Rivale Kallistus zum Papst gewählt wurde (etwa 217-222). Dieser hatte unter seinem Vorgänger Zephyrinus als Diakon Karriere gemacht; es wurde ihm die Sorge um die kirchlichen Begräbnisplätze (Coemeterien, später Katakomben genannt) anvertraut.

Zum Bischof von Rom geworden, warf ihm Hippolyt vor, in Ehesachen lax zu sein, und dass sein Dreifaltigkeitsglaube nicht in Ordnung sei. Hippolyt vertrat eine eher konservative Linie, die sich aber in der Ehefrage eher auf die übliche römische Rechtslage und weniger auf die christliche Überlieferung stützte. Jedenfalls brach er die Gemeinschaft mit Kallistus und gründete eine Sondergemeinde.

Ihn als ersten Gegenpapst der Geschichte zu bezeichnen, ist übertrieben und für die damalige Zeit nicht angemessen. Aber es bezeichnen ihn Eusebius von Caesarea und Hieronymus als Bischof, ohne allerdings seinen Sitz zu nennen. Wie stark die Gemeinde Hippolyts war, läßt sich nicht eruieren.

Seine rigorose Richtung fand dann nach seinem Tod weiterhin Anhänger, die als Novatianer (nach Novatian ) bezeichnet wurden.
Das Schisma in Rom setzte sich auch unter den Päpsten Urban (222-230) und Pontian (230-235) fort.

Im Jahre 235 brach nach längerer Zeit unter dem ersten Soldatenkaiser Maximinus Thrax (235-238) eine Christenverfolgung aus. Sie richtete sich vor allem gegen die führenden Personen der Kirche (aber auch gegen die heidnischen Tempel, die er plündern ließ). So wurden auch Pontian und Hippolyt nach Sardinien zur Zwangsarbeit im Steinbruch verbannt, was einem Todesurteil gleichkam. Dort verzichtete Pontian am 28. September 235 auf sein Bischofsamt (erstes geschichtlich gesichertes Datum der Papstgeschichte).

Wie aus dem Epigramm des Papstes Damasus (366-384) hervorgeht, hatte sich damals Hippolyt mit dem Papst versöhnt. Wahrscheinlich starben beide noch im selben Jahr. Damit war die Wahl für einen neuen Papst frei. Rom wählte Anterus, der aber schon am 3. Jänner 236 starb. Sein Nachfolger Fabianus (236-250) ließ die Körper der beiden nach Rom überführen. Sie wurden an einem 13. August wahrscheinlich 236 beigesetzt: Pontian in der Papstgruft in der Kallistuskatakombe, Hippolyt in einer Grabanlage an der Via Tiburtina in der Nähe der spätere Kirche San Lorenzo.