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Werk und Bedeutung

Hippolyt war auch in der Theologie tätig. Nach den damaligen Zuständen in der römischen Gemeinde schrieb er griechisch, was mit ein Grund dafür war, daß er in Rom bald vergessen wurde. Denn bald nach ihm setzte sich im christlichen Rom die lateinische Sprache durch.

Hippolyt ist einer der ersten Exegeten, der verschiedene Schriften des Alten und Neuen Testaments kommentierte. Weiters schrieb er eine Weltchronik und eine Widerlegung aller Häresien, worin er im neunten Buch mit seinem Gegner Kallistus abrechnet.

Ziemlich sicher geht auf ihn auch die 'Apostolische Überlieferung' (traditio apostolica) zurück. Sie ist auch auf der Statue verzeichnet, die man 1551 fand und die heute beim Eingang der vatikanischen Bibliothek steht.
Sie war ein Torso, wurde dann ergänzt durch einen Philosophenkopf, die Beine und Unterkleider dürften aber von einer Frauenstatue stammen. Echt ist aber die Kathedra (sein Lehrstuhl), auf dem ein Verzeichnis seiner Werke eingemeißelt ist. Darunter befindet sich auch die Apostolische Überlieferung, die um etwa 210/215 verfaßt wurde. Es handelt sich dabei um ein kirchenrechtlich-liturgisches Werk, das uns die Zustände in der Kirche um 200 und vorher überliefert.
So werden darin die Funktionen in der christlichen Gemeinde geschildert:
Bischof, Presbyter, Diakon und deren Weihe. Weiters behandelt sie die Stände der Witwen, Lektoren, Jungfrauen, Subdiakone und Exorzisten, die Vorbereitung und Durchführung der Taufe, Firmung und Eucharistie. Bemerkenswert ist vor allem die Schilderung der Bischofsweihe, wobei erstmals ein Hochgebet schriftlich formuliert ist.

Dessen Gedanken finden sich vor allem in der Präfation des heutigen zweiten Hochgebets (Hippolyt-Kanon). Bei der Ausarbeitung der Liturgiereform im Gefolge des II. Vatikanischen Konzils wurde nicht zuletzt auf die 'Apostolische Überlieferung' zurückgegriffen. Sie hat somit bis zur Gegenwart Aktualität. Allerdings fanden die Schriften Hippolyts im Altertum keinen weiteren Nachhall im Abendland, denn hier setzte sich noch im dritten Jahrhundert unter den Christen die lateinische Sprache durch. Wohl aber fanden seine Schriften im Osten Anklang und sind uns in Griechisch, in den ägyptischen Dialekten, auf arabisch und äthiopisch zum Teil erhalten.