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Bischof Küng: Jeder kann Anfang für Erneuerung der Kirche sein

Bischof Küng: Jeder kann Anfang für Erneuerung der Kirche sein

St. Pölten, 27.06.2013 (dsp) „Jeder Einzelne, der den Gottes Ruf hört und ihm zu entsprechen sucht, kann ein Anfang sein für die Erneuerung der Kirche sein“, betonte Bischof Klaus Küng bei einem Gedenkgottesdienst im St. Pöltner Dom für den Gründer des Opus Dei, den heiligen Josefmaría Escrivá. Das Gedächtnis an ihn könne dazu ein Ansporn sein, so der Bischof.

Inzwischen sei bei uns der Prozess der Säkularisierung so weit fortgeschritten, dass wohl jeder, der die Situation in den Gemeinden kenne, zugeben müsse: In nicht wenigen Orten unseres Landes sei inzwischen die Lage ganz ähnlich wie es im Dokument „Christifideles laici“ beschrieben werde. Darin schrieb Papst Johannes Paul II. bereits im Jahr 1988: „Ganze Länder und Nationen, in denen früher Religion und christliches Leben blühten ... werden zuweilen durch die fortschreitende Verbreitung von Gleichgültigkeit, Verweltlichung und Gottlosigkeit entscheidend geprägt.“ Bischof Küng zitierte Johannes Paul weiter: „Auch wenn der Glaube in manchen seiner traditionellen Ausdrucksformen christlichen Brauchtums noch erhalten ist, verliert er mehr und mehr an Bedeutung.“

 

Dennoch sollten wir „nicht verzagen“, so der St. Pöltner Diözesanbischof. „Aber wir erkennen, dass tatsächlich das Evangelium neu verkündet werden muss und wie wichtig es ist, dass die einzelnen Gläubigen das Evangelium, Jesus, wirklich in ihren Herzen aufnehmen, entsprechend leben und bei der Weitergabe des Glaubens mittun“. Bischof Küng weiter: „Es ist für die Erneuerung der Kirche unbedingt notwendig, dass die Gläubigen, um ein konsequentes Christ-Sein – man könnte auch sagen Streben nach Heiligkeit - und um apostolische Wirksamkeit bemüht sind.“ Die Botschaft vom universalen Ruf zur Heiligkeit und zur aktiven Teilnahme an der Sendung der Kirche erweise sich als grundlegend für diese Sendung gerade auch in einer säkularisierten Gesellschaft wie wir sie heute häufig vorfinden würden.

 

Bischof Küng verweist auf päpstliche Initiativen

 

Johannes Paul II. habe zu einem Neuanfang mit dem Blick auf Jesus Christus ermutigt. Benedikt XVI. habe seine Bemühungen in seiner Weise intensiv fortgesetzt, den Päpstlichen Rat für Neuevangelisierung eingesetzt und eine Bischofssynode zu diesem Thema abgehalten. Und Papst Franziskus spreche unermüdlich davon, dass die Kirche nicht um sich selber kreisen dürfe, sondern hinausgehen und ihre Sendung an allen Straßen und Plätzen verwirklichen müsse.

 

Am 2. Oktober 1928, dem Gründungstag des Opus Dei, „sah“ der heilige Josefmaría in einer göttlichen Eingebung Menschen aus allen Völkern und Nationen, aus allen Berufen und sozialen Schichten, die mitten in der Welt lebend sich von Christus anziehen lassen und ihm nachfolgen, Apostel sind, Salz und Licht. Von da an habe er vom universalen Ruf zur Heiligkeit gesprochen, der an alle Getauften ergehe, und von der apostolischen Wirksamkeit, die allen möglich sei und zu der alle verpflichtet seien.

 

Christus ist die Mitte

 

„Für den Gründer des Opus Dei ist für jede echte christliche Wirksamkeit die unabdingbare Voraussetzung, dass Christus die Mitte ist“, so Bischof Küng. Manchmal habe er zu Personen, denen er begegnete, gesagt: „Vergiss nicht, dass Du Christus bist“. Er habe damit auf ihre Verantwortung hinweisen wollen, für die anderen da zu sein, für sie Christus zu sein, der sie anspricht, der ihnen beisteht.

 

Für Josefmaría sei besonders wichtig gewesen, was er „Heiligung der Arbeit“ nannte. Er habe gesagt, dass man bei jedem Christen merken solle, dass er das Evangelium liest. Dies sollte sich im ganzen Verhalten zeigen, insbesondere an der Arbeit, an der Art ihrer Verrichtung, an der Verlässlichkeit und Freude, mit der sie verrichtet wird. Bischof Küng weiter: Die Arbeit sei für den Opus Dei-Gründer zugleich logischer Ort des Apostolates, der Begegnung mit den anderen, christlicher Wirksamkeit im Sinne des Sauerteigs für die Gesellschaft.

 
Foto: Ex-Generalvikar Leopold Schagerl, Diakon Raphael Steber, Bischof Klaus Küng, Bischofssekretär Fritz Brunthaler, Rektor Josef Kreiml, Kaplan Philip Peters.