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Bischof Küng: „Verantwortung als Priester erfordert Hingabe“

Weihe der Heiligen Öle

St. Pölten, 16.04.2014 (dsp) „Unsere Verantwortung als Priester, als Bischof erfordert Hingabe, denn diese Verantwortung ist groß“, sagte Bischof Klaus Küng bei der Chrisammesse mit den Priestern der Diözese im Dom von St. Pölten. Papst Franziskus habe kürzlich zu einigen jungen Seminaristen gesagt: „Sie sollten es sich gut überlegen und sich für etwas anderes entscheiden, wenn sie nicht zur vollen Hingabe bereit seien.“ Die Verantwortung des Priesters komme in den Bereitschaftserklärungen zum Ausdruck, die jedes Jahr bei der Chrisammesse erneuert werden, so Küng.

Papst Franziskus betone stets, dass die Sendung der Kirche die Aufgabe aller Getauften und Gefirmten sei. Wenn der Papst von der Dringlichkeit eines neuen Aufbruchs in der Kirche spreche, so meine er damit alle: Priester und Laien, Junge und Alte, Gesunde und Kranke. „Alle müssen mittun, wenn es gelingen soll.“ Vom Priester hänge jedoch vieles ab, wie Küng betonte: „Man sagt ja: Ein guter Priester nimmt viele in den Himmel mit und ein schlechter kann Ursache des Niederganges und der Schädigung vieler werden.“ Die Salbung, an die in der Chrisammesse erinnert werde, sei die Grundlage der Sendung eines Priesters.

Die Hauptaufgabe des Priesters bestehe darin, die Menschen zu Gott zu führen und zwar „unter der Führung des Heiligen Geistes“ und „als getreue Mitarbeiter des Bischofs“, erklärte Küng die erste Bereitschaftserklärung bei der Priesterweihe. Diese Aufgabe dürfe nicht mit Organisation oder Verwaltung verwechselt werden und sei auch „nicht bloß eine Koordinationsaufgabe im Teamwork“, sondern „etwas ganz Zentrales im priesterlichen Leben“, wie Küng betonte. Die Herde als Hirte zu führen bedeute jedoch immer „mit einer großen Liebe zu Gott und zu den Menschen“ selbstlos zu dienen.

Die zweite Bereitschaftserklärung sei untrennbar mit der ersten verflochten: Die Mysterien Christi zu feiern werde im Leben des Priesters wie auch der Gläubigen „immer zentral“ sein, sagte Küng. „Dementsprechend wird sich die Seelsorge entwickeln, wohl auch die 'Pfarre Neu' bilden.“ Immer sei es auch notwendig, so Küng, gemäß einer weiteren Bereitschaftserklärung den Armen und Kranken beizustehen. Es gehe dabei auch um jene, „die ein Leben ohne Gott zu führen versuchen“, auch um „Gefangene, die in eine Knechtschaft der Sünde geraten sind“. „Blinde müssen sehend werden, Zerschlagene, Verletzte, Verwundete bedürfen der Heilung, damit sie aufatmen, froh, frei werden“, so Küng wörtlich.

Bei fast all seinen Aufgaben werde der Priester durch Diakone, Pastoralassistentinnen und Religionslehrerinnen unterstützt. „Im zunehmenden Maße“ brauche es dafür auch Ehrenamtliche, betonte Küng, „Getaufte und Gefirmte, vor allem Eheleute“, die eine entsprechende Einstellung, die nötige Ausbildung und Erfahrung mitbringen.

Weihe der Heiligen Öle

In der Chrisammesse werden die Heiligen Öle – in der Reihenfolge: Krankenöl, Katechumenenöl und Chrisam – geweiht. Sie werden während des Jahres in Kirchengemeinden bei den Sakramenten Taufe, Firmung und Priesterweihe aber auch bei der Weihe eines Altars oder einer Kirche sowie bei der Krankensalbung benötigt. Die Öle bestehen aus reinem, naturbelassenem Olivenöl. Beim Chrisam (von griechisch chrisma – Salböl) wird noch ein spezieller Duftstoff zugesetzt. In der Diözese St. Pölten ist es Perubalsamöl, das durch Destillation aus Balsamum peruvianum gewonnen wird. Perubalsam ist eine dunkelbraune, ölige Flüssigkeit mit vanilleartigem Geruch, die durch Anräuchern der von Rinde befreiten, 10-jährigen Balsambäume nach Beendigung der Regenzeit gewonnen wird.

Predigt im Wortlaut