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Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Ewiges Leben

Unausweichlich

Täglich verschafft er sich Schlagzeilen in den Medien. Hin und wieder müssen wir auch persönlich mit ihm Bekanntschaft machen. Er bedroht Menschen, die uns lieb sind; manchmal nimmt er sie uns. Und eines Tages steht er unausweichlich vor uns: der Tod. Wir kennen ihn alle, und kennen ihn doch nicht. Was ist er? Endpunkt und Vernichtung? Oder Wandlung und Beginn von etwas Neuem?

Strahlenkreuz im WolkenhimmelFoto: Stock

Die Religionen

Die Religionen haben seit jeher Antworten auf diese Fragen gesucht. Die meisten von ihnen sind überzeugt, dass der Tod, obwohl er dem körperlichen Leben ein Ende setzt, nicht die totale Vernichtung des Menschen bedeutet. Jesus Christus bestätigt diese Überzeugung. Die „Seele" kann nicht getötet werden. Er knüpft dabei an den Glauben an, wie er im Volk Israel langsam gewachsen ist: Gott liebt die Menschen; er ist ihnen treu - auch im Tod und darüber hinaus! Die Leiden, die der Tod mit sich bringt, lassen sich mit den Schmerzen einer Geburt vergleichen. Sie können stark sein, aber sie ermöglichen neues, ewiges Leben in Gott. Dieses ewige Leben ist so unvorstellbar schön, das wir jetzt nur in Bildern und Gleichnissen darüber reden können.

Jesus

Damit will Jesus nicht aufs Jenseits vertrösten, als ob das Leben hier auf Erden bedeutungslos wäre. Im Gegenteil: Das Leben vor dem Tod ist einmalig. Hier entscheidet sich alles. Hier sollen wir zu liebevollen Menschen heranreifen, hier der Versuchung widerstehen, zu engherzigen Egoisten zu verkommen.

Gericht - Himmel - Fegefeuer

Jeder Mensch muss sich, so lehrt christlicher Glaube, nach seinem Tod für sein Leben vor Gott verantworten. Nur Gott kennt uns wirklich. Er allein weiß, warum wir so sind, wie wir sind. Darum ist es tröstlich, dass er unser „Richter" ist. Sein „Gericht" ist gerecht und barmherzig. Er will uns auf-richten, nicht hin-richten. Wer sein Leben in Liebe vollendet hat, wird sofort in den „Himmel“aufgenommen, um in der Gemeinschaft mit Gott ewig glücklich zu sein. Aber auch ein Mensch, dem zum Zeitpunkt seines Todes noch manch Böses anhaftet, kann sein ewiges Glück finden, wenn er in seinem Innersten für Gott offen ist. Gott wird ihn von den Resten des Bösen befreien. Katholischer Glaube nennt diesen schmerzhaften, aber heilsamen Vorgang „Läuterung“. Im Deutschen gibt es dafür auch das missverständliche Wort „Fegefeuer“. Gemeint ist: Das Feuer der Liebe Gottes vermag die Verstorbenen zu reinigen und zu vollenden. Auf diesem Weg zur vollen Gemeinschaft mit Gott dürfen wir die Verstorbenen mit unserem Gebet, besonders in der Feier der Eucharistie, hilfreich begleiten.

Auch der Leib des Menschen, der nach dem Tod zerfällt, ist nicht für immer verloren, sondern soll einst in Gott seine letzte Bestimmung finden („Auferstehung des Leibes“). Das „Wie“ weiß Gott allein. Wir dürfen darauf vertrauen: Nichts wurde umsonst erschaffen. Und alles, was Gott erschaffen hat, soll auch in ihm vollendet werden. Das wird am Ende der Geschichte - die Bibel spricht bildhaft vom "Letzten Tag" oder "Jüngsten Tag" - für alle offenkundig werden.

Hoffnung für alle

Und wenn ein Mensch bis zuletzt hartnäckig am Bösen festhält und Gott und seine Vergebung zurückweist? Wenn jemand das täte – so warnt Jesus –, würde er sich die "Hölle" zuziehen: ewige Trennung von Gott, ohne den es kein Glück geben kann. Als Christinnen und Christen dürfen wir aber hoffen, dass kein Mensch sich so radikal verhärtet. "Die Kirche betet darum, dass niemand verloren geht." (Katechismus d. katholischen Kirche, 1058) Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Dafür hat Jesus Christus gelebt und dafür ist er am Kreuz gestorben. Als Auferstandener ist er uns in der Herrlichkeit Gottes vorausgegangen, wo er für uns „einen Platz vorbereitet“. In ihm sind wir auch mit jenen Menschen verbunden, die uns bereits in die Ewigkeit vorausgegangen sind. Denn: „Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“ (Römer 14,8)

Karl Veitschegger