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Mariä Empfängnis

8. Dezember: Marienfeiertag im Advent

Gedanken zum Fest Maria Empfängnis

Maria Immaculata von Francisco de ZurbaránMaria Immaculata von Francisco de Zurbarán

Als Maria noch ein Pünktchen war

Vom ersten Augenblick ihres Daseins an, also bereits im Leib ihrer Mutter, so sagt katholischer Glaube, nahm Gott Maria unter seinen besonderen Schutz. Er machte sie zur „Gnadenvollen“ und dadurch immun gegen jene Macht des Bösen, die Menschen üblicherweise prägt und ihre Beziehung zu Gott beeinträchtigt und trübt („Erbschuld“). Daher feiert die katholische Kirche nicht nur den Geburtstag Marias am 8. September, sondern schon neun Monate vorher - am 8. Dezember - ihre „gnadenvolle“ Empfängnis. In Österreich ist dieser Tag sogar gesetzlicher Feiertag. Freilich wird er heute meist als vorweihnachtlicher Einkaufstag genützt; während der Inhalt des Festes weithin unbekannt geworden ist.

Missverständlich

Wegen ihrer ungetrübten Gottesnähe bereits im Augenblick der Empfängnis wird Maria auch als „unbefleckt Empfangene“ bezeichnet. Viele deuten diesen missverständlichen Ausdruck falsch und meinen, die katholische Kirche lehre, Maria sei ohne sexuelle Vereinigung ihrer Eltern entstanden (als ob Sexualität etwas Befleckendes wäre!). So ist es aber nicht. Das Leben Marias begann auf ganz normale Weise durch die körperliche Liebe ihrer Eltern. Ihre Namen sind uns aus einer christlichen Schrift um 150 n. Chr. bekannt: Joachim und Anna. Beide werden auch als Heilige verehrt (26. Juli). Nicht Sexualität befleckt den Menschen, sondern die Macht des Bösen.

Was bedeutet das für uns?

Die besondere Erwählung Marias geschah im Vorausblick auf das Kommen ihres Sohnes, durch den alle Menschen von der Macht des Bösen befreit und zu Freunden und Freundinnen Gottes werden sollten. Maria war die Morgenröte, in der sich die kommende Sonne, die rettenden Liebe Christi, bereits wirksam ankündigte.
Christen und Christinnen dürfen gewiss sein, dass auch sie in der Taufe – wie Maria – das Geschenk der Gottesfreundschaft erhalten haben. Und wie Maria dadurch die Kraft erhielt, Christus eine gute Mutter zu werden, sind auch sie berufen, mit Gottes Hilfe das Böse zu überwinden und ihre jeweilige Lebensaufgabe gewissenhaft zu erfüllen.

Karl Veitschegger