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Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Mariä Himmelfahrt

15. August: Maria Himmelfahrt

Die katholische Kirche feiert an diesem Tag Marias Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele. Das Fest wird auch "Großer Frauentag" genannt.

Hochaltarbild Mariä Himmelfahrt, Dom zu St. PöltenHochaltarbild, Dom zu St. Pölten

Geschichte und Symbol

Maria aus Nazaret ist eine historische Person. Sie ist die Mutter Jesu. In der christlichen Tradition ist sie aber zugleich Symbol für den gläubigen Menschen, der für Gott offen ist, und in gewissem Sinn auch Symbol der ganzen Schöpfung, die sich nach Gott ausstreckt und das Lob Gottes singt. Die Bibel überliefert ein Lied, in dem Maria ihrer Freude über Gott freien Lauf lässt:

"Meine Seele preist die Größe des Herrn
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich glücklich alle Generationen...!"
(Lukas 1,46-55)

Gelungene Schöpfung

Heute kann man sagen: Die "niedrige Magd" aus Nazaret ist durch Gottes Erwählung zur "Großen Frau" geworden, zum Inbegriff eines gelungenen Menschen, eines vollendeten Geschöpfs. Wallfahrten durch die sommerliche Natur, Seeprozessionen, Gottesdienste auf Bergen und Kräutersegnungen rund um den 15. August, der seit dem 5. Jahrhundert als Marienfeiertag nachweisbar ist und im Volksmund auch "Großer Frauentag" genannt wird, erinnern an diese umfassende Bedeutung Marias.

Universales Hoffnungsbild

Wenn katholischer Glaube in Gebeten und Liedern, Bildern und Glaubensformeln verkündet, dass Maria "nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden ist" (Papst Pius XII.), dann verbindet er damit die Hoffnung, dass Materie und Leben, Leibliches und Geistiges, ja alles, was existiert und sich entwickelt, was gefühlt und gedacht wird, sein letztes Ziel in Gott hat.

Nicht Verwesung, sondern Verwesentlichung

Nichts Gutes, auch wenn es sterblich ist, geht für immer verloren. Nicht "Verwesung" ist die letzte Bestimmung der Schöpfung, sondern "Verwesentlichung": Gott will - auf eine Weise, die nur er kennt - alles, was er erschaffen hat, zur Entfaltung und Vollendung bringen, in seine Herrlichkeit "aufnehmen" und mit Ewigkeit "krönen".  Diese universale christliche Hoffnung feiern katholische Christinnen und Christen am 15. August.

Karl Veitschegger