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Jänner 2007
Niederösterreich
unterstützt Global Marshall Plan
Der NÖ
Landtag hat bei seiner Sitzung am 25. Jänner 2007 einstimmig
beschlossen, sich zur Idee und zu den Zielen des „Global Marshall
Plan“ zu bekennen und sich für dessen Umsetzung einzusetzen.
Damit wurde auch einem diesbezüglichen Ersuchen der Kath. Aktion
der Diözese St. Pölten Rechnung getragen, das diese an
die im Landtag vertreten Parteien herangetragen hatte.
von
links: LR DI Josef Plank, Roman Fröhlich, DI Markus Schmidinger,
LAbg. Dr. Martin Michalitsch
im Anschluss an die Landtagssitzung vom 25. Jänner 2007 |
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Der "Global
Marshall Plan" ist 2003 auf Initiative des Club of Rome, des
Ökosozialen
Forum Europa und der Stiftung Weltvertrag entstanden und wendet
sich an Regierungen und Parlamente, an die UNO, an verschiedene
internationale Organisationen, an die international agierende Wirtschaft
und an die in NGOs
organisierte globale Zivilgesellschaft.
Seine Vision
ist es, weltweit mehr Gerechtigkeit, Friede und nachhaltige Entwicklung
zu erreichen. Der Weg besteht in globalen Partnerschaften im Rahmen
einer Ökosozialen Marktwirtschaft. Ein realitätsbezogener
und ausgleichend agierender „Global Marshall Plan“ kann
sich als das effektivste heute mögliche Wirtschaftsförder-
und Friedensprogramm erweisen.
Der Global Marshall
Plan strebt eine "Welt in Balance" an. Das erfordert die
Schaffung eines global anerkannten sozialen und ökologischen
Ordnungsrahmens zur Überwindung der Armut und zum Schutz der
Umwelt, aber auch andere Maßnahmen, die in fünf Kernzielen
zusammengefasst sind:
• Durchsetzung der weltweit vereinbarten Millenniumsziele
der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2015
• Aufbringung der zur Erreichung der Millenniumsziele zusätzlich
erforderlichen 100 Mrd. US$ jährlich zur Förderung weltweiter
Entwicklung
• Faire und wettbewerbsneutrale Aufbringung der benötigten
Mittel auch über Belastung globaler Transaktionen
• Schrittweise Realisierung einer weltweiten Ökosozialen
Marktwirtschaft durch Etablierung eines besseren Ordnungsrahmens
der Weltökonomie, z. B. über eine Verknüpfung etablierter
Regelwerke und vereinbarter Standards für Wirtschaft, Umwelt
und Soziales (WTO, UNEP und ILO-Kernstandards)
• Neuartige Formen basisorientierter Mittelverwendung bei
gleichzeitiger
Bekämpfung von Korruption
Der Global Marshall
Plan betrachtet die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele
der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000, die von 191 Staaten unterzeichnet
wurden, als einen ersten wichtigen Schritt. Danach soll bis zum
Jahr 2015 erreicht werden:
1. Beseitigung
von extremer Armut und von Hunger
2. Grundschulbildung für alle Kinder
3. Gleichstellung der Frauen
4. Senken der Kindersterblichkeit
5. Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern
6. Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten
7. Gewährleistung von ökologischer Nachhaltigkeit
8. Globale Partnerschaft für Entwicklung
Dem „Global
Marshall Plan“ geht es darum, durch eine klassische Win-Win-Strategie
den ärmsten Teilen der Welt viel effizienter zu helfen, aber
auch Entwicklungsländer in die Lage zu versetzen sowie ihre
Bereitschaft zu erreichen, soziale und ökologische Mindeststandards
zu realisieren und umzusetzen.
Zunächst
soll versucht werden, dass sich Europa an die Spitze dieser globalen
Bewegung setzt, ein Konzept zur Finanzierung entwickelt und dieses
als offizielle Position Europas auf allen zukünftigen Weltgipfeln
vertritt.
Für Niederösterreich
bringt die Globalisierung neue Chancen, aber auch neue Risken
mit sich. Einerseits profitiert unser Bundesland von der Einbindung
in ein geeintes
Europa und vom Zugang zu internationalen Märkten. Anderseits
drohen ökologische
und soziale Mindeststandards unter dem Druck eines einseitigen internationalen
Wettbewerbs geschwächt und außer Kraft gesetzt zu werden.
Der Global Marshall Plan stellt damit auch für das Land Niederösterreich
eine wichtige inhaltliche Ergänzung und überregionale
Grundlage für eine Positionierung zur Globalisierung
dar.
In der mehr
als einstündigen Debatte sprachen sich alle sechs Redner, die
Abgeordneten Gottfried Waldhäusl (FPÖ), Dr. Martin Michalitsch
(ÖVP), Mag. Martin Fasan (Grüne), Mag. Günther Leichtfried
(SPÖ), Franz Hiller (ÖVP) und Landesrat Dipl.-Ing. Josef
Plank (ÖVP), für die Annahme des von Berichterstatter
Abg. Dr. Prober (ÖVP) vorgestellten Antrags aus.
Der Beschluss lautet:
„Die Niederösterreichische Landesregierung wird ersucht,
1. sich zur Idee und zu den Zielen der Initiative „Global
Marshall Plan“ zu
bekennen und diese aktiv zu unterstützen und in diesem Zusammenhang
weiterhin für eine klare Absicherung der öffentlichen
Verantwortung im Bereich
der Daseinsvorsorge einzutreten,
2. den „Global Marshall Plan“ mit Bildungs- und Informationsveranstaltungen
bzw.
unter Miteinbeziehung bestehender einschlägiger Aktivitäten,
Initiativen und
Strukturen des Landes in Niederösterreich bekannt zu machen,
3. im Zusammenhang mit Globalisierung und Nachhaltiger Entwicklung:
Möglichkeiten und Handlungsspielräume aber auch Chancen
für innovative
Projekte mit Vorbildwirkung, im nationalen (Ö) und internationalen
(EU)
Kontext, für das Land Niederösterreich auszuloten und
daraus ein
Machbarkeits- und Umsetzungskonzept zu entwickeln,
4. im Rahmen der NÖ Nachhaltigkeitskoordination: eine thematische
Vernetzung
und gemeinsame Aktivitäten mit anderen Bundesländern,
die sich zum GMP
bekennen, zu suchen und umzusetzen,
5. bei der Bundesregierung dafür einzutreten, die Initiative
„Global Marshall Plan“
aktiv zu unterstützen,
6. sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, dass sie
sich bei den sich ihr
bietenden Kontakten mit anderen Regierungen sowie auf der Ebene
der
Europäischen Union mit Nachdruck für die Umsetzung der
Steuerinitiativen des
Global Marshall Planes durch weltweite Besteuerung globaler Transaktionen
(Devisen) und des Verbrauches von Ressourcen (z.B. Kerosinsteuer)
einsetzt.“
Roman Fröhlich
Präsident der Kath.
Aktion d. Diözese St. Pölten
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