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März 2006

Presseerklärung

Ein Tropfen auf einen heißen Stein“
KA-Präsident zieht Bilanz über Arbeitsmarktpolitik

Jeder Arbeitslose ist einer zuviel. Das betonen Politiker und Wirtschaftsvertreter unisono. Dennoch verbleibt die Arbeitslosenquote in Österreich mit ungefähr 9 Prozent auf unverändert hohem Niveau. Besonders betroffen sind trotz diverser Förderungsmaßnahmen nach wie vor Jugendliche. Grund genug für den Präsidenten der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, Roman Fröhlich, anlässlich der Halbzeit unserer EU-Präsidentschaft arbeitsplatzfördernde Maßnahmen einzumahnen.

Fröhlich verweist darauf, dass gerade Jugendliche oft über lange Zeiträume versuchten, einen ihrer Ausbildung entsprechenden Arbeitsplatz zu finden, erhielten aber, wenn überhaupt, nur abschlägige Bescheide. Die Hoffnung, mit einem Wiederanspringen der Konjunktur eine Entspannung am Arbeitsmarkt zu erreichen, sei bislang enttäuscht worden. Wettbewerbsverzerrende Gegebenheiten einer immer intensiver global agierenden Wirtschaft täten ihr übriges dazu.

Arbeitslosigkeit gilt als einer der Auslöser für Armut. Nach aktuellen Statistiken sind bereits 467 000 Österreicherinnen und Österreicher von akuter bzw. verfestigter Armut betroffen. Ein Indiz dafür liefert nach Ansicht Fröhlichs der vor etwas mehr als einem Jahr eröffnete Sozialmarkt in St. Pölten. Inzwischen wurden mehr als 850 Einkaufsberechtigungsscheine ausgegeben, eingeschränkt auf Sozialhilfeempfänger. „Ein Tropfen auf einen heißen Stein. Aber immerhin erhalten wenigstens einige Menschen an der Armutsgrenze die Chance, von Firmen gespendete Waren um einen Anerkennungspreis erwerben zu können“, zeigt sich Fröhlich überzeugt von der Notwendigkeit dieser Einrichtung.

Der Präsident der Katholischen Aktion geht aber noch einen Schritt weiter: Angesichts der überraschend hohen Frequenz sei es an der Zeit, an mindestens vier weiteren Standorten in Niederösterreich derartige Läden einzurichten. Die zahlreichen Kundinnen und Kunden seien aber auch ein Anzeichen für die Dramatik sozialer Not in unserem Land.

„Vielleicht gelingt es der österreichischen Präsidentschaft noch, entscheidende und akkordierte Schritte zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation zumindest innerhalb der EU einzuleiten. Es wäre ein sinnvoller und dringend notwendiger Vorsatz für die Fastenzeit“, so der KA-Präsident abschließend.


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