Mitte November 2008 trafen sich KABlerInnen und Freunde der KAB in Seitenstetten. Ein Folgeseminar ist für den 27.06.2009 geplant.
Braucht es auch heute noch KAB-Runden und was ist ihre Aufgabe?
Zu diesem Thema erzählte uns Walter Rijs von seinen alt bewährten KAB-Runden in Schwechat. Individualität, Eigenerfahrung, mein Christsein sind wichtige Mittelpunkte einer Runde.
Was tut sich am Arbeitsplatz?
Wie reagiere ich als Christ?
Wo finde ich Unterstützung in der Bibel oder in der christlichen Soziallehre?
Menschen brauchen Orte und vertraute Personen um diese Themen zu diskutieren, manchmal auch aufmerksam gemacht zu werden, Hintergründe zu erfahren. Eine KAB-Gruppe lebt auch von den persönlichen Beziehungen. Es genügt nicht sich einmal im Monat zu treffen, oder eine Aktion vorzubereiten, wenn nicht das Zwischenmenschliche gepflegt wird. So hat sich Cardjins dreier Schritt erweitert auf einen vier Bereiche, welche wichtig sind.
• Sehen - Was rund um mich passiert.
• Urteilen – Mich schlau machen, war es passiert.
• Handeln – Schritte setzen, damit sich etwas verändern kann.
• Feiern – miteinander Gott dank sagen und das feiern, was wir erreicht
haben.
KAB setzt oft große Aktionen, welche in der Öffentlichkeit gut wahrgenommen werden, sei es die Barbarafeiern, die Gebietsgespräche, … Aber auch die kleinen Schritte, welcher jeder einzelne machen kann und wozu er in der KAB ermutigt wird, sind für eine soziale Gerechtigkeit in unserer Welt von großer Bedeutung.
Nach einem gemütlichen Abend und einer genussvollen
Nacht erwartete uns am nächsten Morgen zwar ein ganz anderes Thema, aber
ohne dem geht wohl keine KAB-Diskussion. Johann Steiner referierte über
gewaltfreie Kommunikation.
Es beginnt mit dem Hören. Wenn jemand etwas zu mir sagt, kann ich es verschieden
aufnehmen. Als Selbstoffenbarung meines Gegenübers als Sachinhalt, persönlich
oder als Appell oder Befehl. Und dies wiederum zeigt sich an meiner Reaktion
darauf.
Wenn wir nun in einer Gruppe beisammen sind, ist es wichtig, dass dies uns bewusst ist. So können wir auf uns nicht verständlichen Reaktionen unseres Gegenüber eingehen. Ich habe es vielleicht ganz sachlich gemeint, aber er/sie fühlt sich persönlich angegriffen. Oder ich sage nur laut, was mir gerade durch den Kopf geht jemand glaubt wieder, dass ich alles besser weiß.
Es liegt an unserer Sprache. Steiner erklärte uns,
dass die Sprache in zwei Arten eingeteilt wird: die Wolfssprache und die Giraffensprache.
Die Wolfssprache fordert vom Gesprächspartner, weiß was mit ihm nicht
stimmt, achtet auf Regeln und Normen, fühlt sich im Recht.
Die Giraffensprachen (Herzsprache, weil die Giraffe das größte Herz
hat) achtet auf Gefühle des anderen und deren Bedürfnisse, trennt
Beobachtung und Bewertung, bittet statt fordert, übersetzt Angriffe, Vorwürfe,
Beleidigungen, Forderungen in Gefühle und Bedürfnisse.
In KAB-Runden geht es oft heiß her, wenn strittige
Themen behandelt werden.
Wenn wir uns immer wieder bewusst werden in welcher Sprache wir reden und mit
welchem „Ohr“ wir gerade hören oder gehört werden, wird
es uns gelingen unser Miteinander für alle als Bereicherung zu gestalten.
Bei diesem Wochenende wurde uns bewusst, dass es KAB-Runden ein wichtiger Ort für Menschen sind, welche ihr Leben mit Gott in Einklang bringen wollen, sei es in der Familie, im Freundeskreis und ganz besonders in der Arbeitswelt.
Ulli Immervoll