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Interreligiöse
Begegnung in der sunnitischen Moschee St. Pölten, 19. Februar 2005
Weltweit gibt
es etwa 1,2 Milliarden Muslime; Christen und Muslime leben auf
unserer Erde zusammen.
In Österreich gibt es ca. 350.000 Muslime; Christen und Muslime
leben in Österreich zusammen und Christen und Muslime leben
auch in St. Pölten zusammen.
Dieses Zusammenleben kann als Schicksalsgemeinschaft verstanden
werden, als ein Nebeneinander in Respekt oder als ein Miteinander
in Freude, gegenseitigem Interesse und in Achtung voreinander.
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Der
Friede unter den Völkern, der Friede unter den Kulturen und der
Friede unter den Religionen ist eine Sehnsucht von allen. Alle wissen,
dass der Friede ein Geschenk Gottes ist, alle wissen aber auch, dass
man sich um diesen Frieden täglich neu bemühen muss. Das
Wissen voneinander und die persönliche Begegnung sind Schritte
auf diesem Weg zueinander. Papst Johannes Paul II. nennt als erstes
Ziel des Dialoges, „das Herz des anderen zu verstehen versuchen“.
Unter diesem Motto stand die Begegnung in der Moschee in St. Pölten
am 19. Februar. Das Treffen wurde gemeinsam mit dem Kath. Bildungswerk
Radlberg organisiert. Gastgeber war der 1997 gegründete islamische
Kultur- und Wohltätigkeitsverein St. Pölten, der in der
Herzogenburgerstraße eine ehemalige Glanzstoff-Villa als Moschee,
Gemeinschafts- und Bildungszentrum adaptiert hat. |
Nach
einer herzlichen Begrüßung durch den Obmann, Selahattin
KARSLIOGLU, und einem Tee-Empfang für die Besucher berichtete
Ahmet PEK, der Schriftführer des Vereines, über die muslimische
Gemeinde in St.Pölten: Die rund 180 Mitglieder sind größtenteils
türkischer Abstammung, aber auch aus Pakistan, Libyen, Irak und
dem ehemaligen Jugoslawien.
Im Gebetsraum rezitierte der St. Pöltner Imam M. Ali Sahin aus
der 3. Sure des Koran über die Jungfrauengeburt Jesu. Omar Al-Rawi,
Integrationsbeauftragter der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
wies in diesem Zusammenhang auf die „vielen Gemeinsamkeiten“
zwischen Islam und Christentum hin, wie etwa auf den Glauben an ein
Leben nach dem Tod, oder ein jüngstes Gericht und erläuterte
die fünf Säulen des Islam: Glaubensbekenntnis, tägliches
Gebet, Fasten, Armensteuer und Pilgerreise nach Mekka. |
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Interessiert
verfolgten die Gäste das Abendgebet. Beim anschließenden
Büffet gab es Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Die Besucher genossen die muslimische Fastenspeise mit Nüssen,
Mandeln und Kichererbsen - ein „Muss“ am Gedenktag des
Auszugs von Mose aus Ägypten, der - und das erstaunte den einen
oder anderen - im Islam sogar ein Fasttag ist.
“Das Interesse unserer TeilnehmerInnen war sehr groß.
Ich glaube, dass unser Ziel - das Herz der anderen zu verstehen
versuchen - erreicht worden ist", so Johann Bruckner, Vorstandsmitglied
im KAV, nach der Veranstaltung. Von beiden Seiten gäbe es das
Bestreben, das Gespräch aufrecht zu erhalten.
Mag. Johann Bruckner,
Mag. Bernhard Herzberger |
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