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Christliche
Gemeinden als Orte von Heilung
Am Sonntag, den 21.
Jänner fand der Ökumenische Gottesdienst anlässlich
der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2007 in der
Leopoldkapelle im NÖ Landhaus.
Der Ökumenische Arbeitskreis NÖ West bestehend aus:
Röm.-kath. Kirche, Evangelische Kirche AB und HB, Evangelisch-Methodistische
Kirche, Altkatholische Kirche und die Serbisch-Orthodoxe Kirche
luden gemeinsam mit dem Kath. Akademikerverband zu dieser Feier
unter dem Motto: Christus macht, dass die Tauben hören und
die Stummen sprechen.
Der Gottesdienst wurde
liturgisch geleitet von Superintendent Mag. Paul Weiland, Superintendent
Lothar Pöll, Ordinariatskanzler Dr. Gottfried Auer, Pfarrer
Mag. Baukje Leitner-Pijl sowie dem neuen Pfarrer der altkatholischen
Kirche Robert Freihsl und dem neuen Dompfarrer Norbert Burmettler.
Im ersten Teil der Feier ging es darum, in einer Art Schuldbekenntnis
Situationen wahrzunehmen, in denen Menschen gedemütigt, misshandelt
und getötet wurden und wo Christen und Christinnen der verschiedenen
Konfessionen es unterlassen haben, mit einer Stimme zu sprechen.
Als augenfälliges Symbol dazu wurde ein Taize-Kreuz nach
vorne gebracht, zu dessen Fuss diese Situationen niedergelegt
wurden.
Im weiteren Verlauf der Feier wurden Kerzen nach vorne zum Kreuz
gebracht als Symbol für Lebensstärkung und Heilung im
Glauben.
Das Motto des Gottesdienstes
wurde aus dem Evangelium Matth 7,31-37 genommen, wo Jesus einen
Taubstummen heilt und den bekannten Ausspruch sagt: Ephata –
öffne dich!
In der Predigt erläutert Superintendent Lothar Pöll,
dass das Wort Ephata – Tu dich auf, öffne dich, - ein
Wort der Heilung ist.
Taubstumm bedeutet, dass ein Mensch für seine Umwelt zugemacht
hat. Und dass es deshalb nicht nur um eine äußerliche
Heilung geht.
Ganz allgemein hören wir nicht immer, sei es auf einen guten
Rat, sei es ein Gebot, sei es auch Geschwätz.
Manchmal ist das Nichthören eine bewusste Verweigerung.
Innerliche Taubstummheit
kann sich auch hinter viel Geschwätz verstecken, ein modernes
Wort dafür wäre Unverbindlichkeit.
Taub und Stumm zu sein
gegenüber unseren Mitmenschen bedeutet aber auch gleichzeitig
taub und stumm zu sein gegenüber Gott.
Für einen verschlossenen Menschen braucht es jemanden, der
ihm hilft, braucht es die Gemeinschaft. Und jemand, der sagt,
Ephata – tu dich auf, öffne dich.
Interessant ist an dieser Textstelle, dass Jesus bei diesem Mann
absichtlich Grenzen überschreitet: Grenzen des guten Benehmens,
er steckt seine Finger in sein Ohr, er streicht Speichel auf seine
Augen, ja, er ist richtig distanzlos.
Wenn man diese Textstelle betrachtet, braucht es drei Dinge zum
Heilwerden.
Gemeinschaft und gute Freunde, Berührung, Nähe und Zärtlichkeit,
sowie die Kraft Gottes. Superintendent Pöll schloss die Predigt
mit dem Wunsch, dass unsere christlichen Gemeinden solche Orte
der Heilung sein mögen.
Die musikalische Begleitung
durch den evangelischen Gospelchor der Pfarre St. Pölten
unter der Leitung von Sybille von Both und Mag.Dr. Angelika Beroun-Linhart
an der Orgel begeisterte die Mitfeiernden.
An den Gottesdienst
schloss sich das zweite wichtige Element des Abends an, nämlich
eine Begegnung bei Brot und Wein, ein gelebtes Ökumenisches
Gespräch.
Dipl. Geol. Axel Isenbart
Katholischer Akademikerverband