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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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Weniger Ehen- mehr Familienpolitik

Weniger Ehen und Kinder und eine deutliche Zunahme der „Lebensgemeinschaften“ und der Single-Haushalte läßt die Alarmglocken bei den Politikern läuten: Familienpolitik wird wieder großgeschrieben

- Prof Hans Ströbitzer-

Saatspolitisch gesehen, ist eine gesunde Familie ein Hort der Sicherheit und der Stabilität einer Gesellschaft. Ihre Geborgenheit ist der ideale Boden für die Erziehung der Kinder. Rahmenbedingungen Soziologen sagen voraus, daß in Hinkunft die Haushalte ohne Kinder den Großteil der Gesellschaft ausmachen werden. Sind allein die finanziellen Rahmenbedingungen schuld? Österreich ist nach einer Statistik der Weltbank das achtreichste Land der Erde. Warum haben wir uns etwa in den fünfziger Jahren, als Österreich viel ärmer war, mehr Kinder leisten können als heute? Es geht also nicht nur um materielle Rahmenbedingungen, wiewohl auch heute Kinder die Eltern zu Einschränkungen zwingen - und es gibt Familien mit mehreren Kindern bzw. Alleinerzieher, die am Rande der Armutsgrenze leben. Hier haben die Politiker Handlungsbedarf. Zumal die Sparpakete gerade diesen Menschen weh getan haben. Die Einsparung beim Karenzgeld hat manchen jungen Müttern zu schaffen gemacht. Bekanntlich hat Familienminister Dr. Bartenstein nun ein Modell „Karenzgeld für alle Mütter” präsentiert, das bereits zahlreiche Wortmeldungen hervorgerufen hat. Die SPÖ ist weitgehend dagegen, will punktuell - für einzelne Gruppen - das Karenzgeld erhöhen. Die ÖVP unterstützt den Familienminister. Die nö. Familienreferentin LHStv. Liese Prokop erklärte: „Von 16.000 Müttern erhalten zur Zeit nur 12.000 Mütter volles Karenzgeld. 4.000 Bäuerinnen und Selbständige bekommen nur die Hälfte oder überhaupt nichts, weil sie nie berufstätig waren. Das ist sozial ungerecht.” Prokop verwies auch auf die Situation von Studentinnen, die Mütter sind. Die Familienreferentin verlangte auch mehr Teilzeitarbeit, um den Müttern „Familie und Beruf zu ermöglichen”. Besseres Klima Bei der Förderung der Familie geht es nicht nur um materielle Dinge. Es geht auch darum, den Stellenwert der Familie anzuheben. In einer freien Gesellschaft kann niemand gezwungen werden, zu heiraten, Kinder zu bekommen und großzuziehen. Wenn ihm in vielen Medien suggeriert wird, ein freies, ungebundes Leben - mit schnellen Autos, teurer Kleidung und weiten Reisen sei das, was man anstreben müsse, so wird es für manchen jungen Menschen schwerer, sich für die Familie zu entscheiden, die nicht nur Freude vermittelt, sondern auch Verzicht erfordert. Junge Familien von heute brauchen mehr denn je auch geistige und seelische Unterstützung: durch die Gesellschaft, durch die Medien, durch die Gemeinschaft in Gemeinde und Pfarre! Auch durch das Verständnis der Arbeitgeber, schon durch geltende Arbeitszeit und Teilzeitarbeit kann hier so mancher Familie geholfen werden. Familien können aber auch der Gesellschaft viel geben: Vater Staat braucht den „Nachwuchs”, um später für die ältere Generation die Pensionen zahlen zu können. Und wieviel können die Familien auch in das Gemeinschaftsleben der Gemeinden einbringen! Denken wir an so manche Pfarrgemeinschaft, an Familienmessen und Pfarrfeste! Wenige Wochen vor dem 45 Jahr-Jubiläum des Kath. Familienwerkes unserer Diözese ist es angebracht, die Politiker aufzufordern, die Leistungen der Familie noch besser anzuerkennen als bisher und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Familie an Stellenwert gewinnt und wieder mehr angestrebt wird - damit sie auch gelingen kann.

 
 


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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr