Weihnachten 98
- DI Dr Leopold Wimmer -
In einigen Wochen feiern wir Weihnachten, aber zur Zeit dominiert
ein heftiger Streit über Formalismen, Berichte und Gespräche zum
Thema Kirche. Dabei war nach dem Delegiertentag, bei dem viele Konfliktthemen
in offener Weise und ohne Vorwürfe des Abweichens vom Glauben besprochen
wurden, eine neue Aufbruchstimmung zu spüren. Wie kann man nun vor
diesem Hintergrund zu den Zweifelnden und Distanzierten glaubwürdig
von Weihnachten sprechen? Wie vom Kind sprechen, das uns geschenkt
ist? Ein Kind armer Eltern ganz ohne Reichtum und weltliche Macht.
Und dieses Kind, zum Mann geworden, kündet uns von einem Gott der
ganz bei den Menschen ist, mit ihnen Freude und Leid teilt. Einen
Gott, der die Menschen in Liebe umwirbt, ihre Herzen gewinnen will.
Jesus verkündet diese seine Botschaft in Vollmacht, beglaubigt durch
sein Leben und Gott. Es ist dies eine Botschaft, die ihn in Konflikt
mit den Mächtigen bringt, weil sie die Würde jedes Menschen achtet
und die Freiheit der Kinder Gottes jeder Form von Unterdrückung
gegenüberstellt. Jeder, der sich auf diesen liebenden Gott einläßt,
dessen Leben wird von Grund auf verändert, dafür finden wir viele
Beispiele in der heiligen Schrift. Nur so kann auch heute diese
Botschaft den suchenden und zweifelnden Menschen unserer Zeit vermittelt
werden. Mit diesen Gedanken wünsche ich einen besinnlichen Advent,
in dem wir Zeit finden, über die Botschaft von Weihnachten nachzudenken,
und ein frohes Weihnachtsfest, in der Freude darüber, daß wir von
Gott beschenkt sind.
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