Polit-Fasching?
KMB Obmann DI Dr. Leopold Wimmer meint:
Fasching ist eine heitere Zeit des Jahres und manchen ist er auch
zu schnell vorbei. Ob das auch der Grund für unsere Politiker ist,
die Faschingsgilden übertreffen zu wollen? Familienpolitik und Steuerreform
sind ja auch Themen, die sich bestens für Scherze eignen. Da schlägt
der eine etwas vor und bekommt dafür von der anderen Partei verbal
kräftig eins auf den Deckel (bestes Kasperltheater), da sind Maßnahmen
zur Entlastung von Familien schon (gemeinsam) beschlossen, die dann
bejammert werden, daß sie soviel kosten. Da tobt ein heftiger Streit,
wer nun wohl von einer Steuerreform profitieren soll. Kleine Einkommen
oder doch mittlere? Geholfen ist damit weder den Mindestrentnern,
die jeden Schilling zweimal umdrehen müssen, noch den Arbeitslosen.
Energiesteuer und Verbilligung der Lohnnebenkosten sind viel zu
ernste Themen. Am liebsten wäre manchen Damen und Herrn Politikern
und Funktionären wohl, wenn die Bestverdiener am meisten profitieren
würden. Auch Lebensschutz eignet sich hervorragend für Politikkabarett!
Ein Chemiekonzern entwickelt ein neues Tötungspräparat und vertreibt
es unter einem neuen Firmennamen, denn so ganz will man ja doch
nicht damit identifiziert werden. Dann entsteht hier zulande eine
heftige Diskussion um die Zulassung und, wie könnte es anders sein,
um den Schutz des Lebens allgemein. Nun, anstelle die schon vor
vielen Jahren versprochenen Begleitmaßnahmen, die Abtreibungen vermeiden
helfen sollten, endlich zu beschließen, schickt man unser schickstes
Regierungsmitglied in die Diskussionsschlacht. Ist ja auch unterhaltsamer
als etwa den Abtreibungskliniken ihr Geschäft zu verderben, indem
man sie nicht mehr als Beratungsstellen zuläßt, oder auch viel interessanter
als genaue Statistiken, wieviele Abtreibungen pro Jahr tatsächlich
vorgenommen werden. Wenn dann dieses schicke Regierungsmitglied
auch noch das Recht der Frauen auf Abtreibung verteidigt und bei
der Tötungspille von Fortschritt spricht, bleibt mir das Lachen
im Hals stecken. Amüsieren wir uns zu Tode?
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