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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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Männer glauben anders

Den Menschen als Menschen gibt es nicht.

- Markus Hofer-

E s gibt ihn nur als Mann oder Frau, wie es schon in der Bibel steht: „Und Gott schuf den Menschen, als Mann und Frau erschuf er ihn.“ Die Einsicht, daß Männer und Frauen verschieden sind und sein dürfen, kann für beide eine Entlastung bedeuten ebenso wie eine Bereicherung. Solche Unterschiede sind in vielen Bereichen bereits rekonstruiert worden. In bezug auf Spiritualität und Religiosität wurde die Frage noch kaum einmal gestellt. Selbstverständlich können nicht eindimensional Eigenschaften den Männern oder den Frauen zugesprochen werden. Wie uns die Hormone zeigen, ist der Mensch in sich ein „bipolares Wesen“. Mann wie Frau haben jeweils auch die Geschlechsthormone ihres Gegenübers in sich. In diesem Sinn kann man von männlichen und weiblichen Mustern (Kommunikationsmuster, Glaubensmuster usw.) reden, die jeweils beide in sich haben. Diese bipolare Sichtweise verhindert das gegenseitige Ausspielen von Mann und Frau. Beide Muster haben je nach Situation ihre Stärken und Schwächen und ergänzen sich. Sie werden eigentlich erst fruchtbar, wenn sie in einer lebendigen Spannung zueinander stehen. Vereinseitigt und ohne das jeweilige Gegengewicht sind die Pole nicht lebensfähig. Vielleicht führt das männliche Muster einseitig und übertrieben gelebt zur Erstarrung, das weibliche ins Chaos (oder auch umgekehrt). Richard Rohr spricht immer wieder vom „phallischen Glauben“, den die Männer wieder stärker in die mehr vom weiblichen Muster dominierte Kirche einbringen sollten. In der Kirche gebe es zuviel mütterliche Nestwärme und zuwenig „phallische Energie“: „Die weibliche Versuchung ist, die Liebe um jeden Preis aufrechtzuerhalten, immer auf Nähe zu drängen und einander immer in die Augen schauen zu wollen. Der Mann ahnt, daß beide in dieselbe Richtung schauen müssen, auf etwas Größeres.“ Der phallische, draufgängerische Mann, der seine durchaus aggressive Kraft aktiv einbringt, der etwas machen und bewegen will, könnte ein Gegengewicht sein zu einem großen Teil der Kirche, der sich nach Richard Rohr im Sog falscher Weiblichkeit befindet: „Ohne diese ergänzenden ‘männlichen’ Tugenden ist Spiritualität allzu ‘weiblich’ (im falschen Sinne!), nämlich durch zuviel Innerlichkeit und Beschäftigung mit Beziehungen gekennzeichnet; ein Sumpf von ungeklärten Gefühlen und grenzenloser Sorge um sich selbst.“ Primäres Ziel männlicher Spiritualität ist nicht, Geborgenheit und Harmonie zu finden und schon gar nicht die Beheimatung im Schoß der Mutter Kirche. Das sind für Männer eher beklemmende Vorstellungen. Männer glauben anders, nur wissen die meisten nicht mehr wie. Gehübschte Frömmigkeit ist es nicht, was sie suchen. Die Traditionen und Vorbilder sind verloren gegangen, spirituelle Verunsicherung ist geblieben. Männer könnten zusammen mit anderen Männern ihren spirituellen Hunger stillen, gemeinsam dem eher mythologischen Zugang zum Glauben nachgehen und nach männergerechten Formen von Spiritualität und Liturgie suchen. Neben dem Faszinierenden des Lebens, der Liebe zwischen den Menschen und zu Gott, müssen auch das Erschreckende und Unheimliche und die alltägliche Erfahrung von Grenzen und Unvermögen Platz haben. Schließlich hat auch Christus den Menschen nicht nur die Füße, sondern auch den Kopf gewaschen. Männer tun sich manchmal schwer, in etwas zu vertrauen, das über ihre eigene Kraft hinausgeht. Das Vertrauen in den noch Größeren, das Wissen, daß er hinter ihnen steht, könnte Männer befreien von alltäglichen Zwängen und stark machen gegenüber wirklichen Herausforderungen. Den Männern geht es weniger um ein Wohl fühlen im Schoß der Mutter Kirche als um das Gefühl der Grandiosität im Glauben, um Auftrag und Verantwortung, um das Tun und Gestalten. Gott liebt die Männer noch! Er wartet auf sie.

 
 


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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr