Eine KMB-Gruppe braucht die Öffentlichkeit
Es war eine tolle Aktion der pfarrlichen KMB-Gruppe. Und dennoch:
außerhalb der Pfarre wußte kaum jemand, wie sich die Männer bei
der jüngsten Kleidersammlung engagiert hatten. Und auch im Ort war
es wenigen bekannt geworden. Das Pfarrblatt nahm kaum Notiz davon
und die Regionalzeitung brachte nicht einmal eine Zeile.
- Hans Pflügl -
„Wir wollen uns damit nicht in den Vordergrund stellen“, sagte
der Pfarrobmann. Die übrigen Mitglieder gaben ihm Recht, leisteten
weiterhin ihren Dienst als Lektoren, Kommunionhelfer und bereiteten
die nächste Aktivistenrunde vor. Und dann gab es die nächste Aktion.
Ein Marterl wurde renoviert. - Die Zeitung nahm wiederum keine Notiz
davon.
Erstes Umdenken
In einer der nächsten Sitzungen stellten die Männer fest, daß
sie kaum jüngere Mitglieder hatten. Eine „Werbeaktion“ wurde gestartet
und Männer angesprochen, der KMB beizutreten. Doch die meisten fragen
nur: „wer ist die KMB?– und wozu brauche ich sie?“ Diese Werbung
blieb ohne Erfolg. Dies mag eine erfundene Geschichte sein. Aber
so ähnlich ist es in manchen Pfarren. Die Aktivitäten, die es gibt,
verrinnen wie im Sand. Zurück bleibt manchmal Enttäuschung. Die
genannte Gruppe der Männer hatte sich kein eigenes „Profil“ zugelegt,
das sie unverkennbar und für das pfarrliche Leben notwendig machte.
Vieles wurde getan, Engagement gezeigt - aber wie im Verborgenen.
Erste Schritte
Es schien wie ein Licht, das die Männer unter den Scheffel stellten
oder als vermeintliche Bescheidenheit, die leider das Gegenteil
erreichte. Andererseits: nur etwas zu tun, um in den Medien zu sein,
ist meist nur von kurzer Dauer. Vordergründiges Handeln nach dem
Motto „Tu gutes und rede darüber“ entlarvt sich bald selbst. Die
Arbeit der KMB braucht auch Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit.
Die Männer dieser Pfarrgruppe setzten sich zusammen und beratschlagten,
wa zu tun sei. Sie fragen im Ort: „Kennen Sie die KMB? Was halten
sie von ihr?“ Aus den wenigen Antworten war herauszulesen, daß die
KMB und ihre Arbeit nahzu unbekannt waren. Da mußte also dringend
etwas getan werden. Nach der nächsten Martelrenovierung gab es bereits
große Plakate und Handzettel, auf denen zum Abschluß der Renovierung
eingeladen wurde. Auch der Lokalredakteur wurde informiert und eingeladen.
Auf den Plakaten und Handzettel stand groß das Logo der KMB. Nach
einer kurzen Andacht bei dem Bildstock gab es ein kleines Fest mit
Bratwürstel, Bier und Saft. Nicht nur, daß die freiwilligen Spenden
diese Unkosten abdeckten, es blieb noch einiges übrig.
Erste Erfolge
Eine Schwalbe macht sicher noch keinen Sommer, aber es war ein
erster Schritt. Ähnlich wurde die nächste Kleidersammelaktion beworben,
genauso der folgende Einkehr- und Besinnungstag für Männer, und
dann auch die nächste Fußwallfahrt der KMB, die diesmal bewußt als
Familienwallfahrt gestaltet wurde. Und neben den Aktivistenrunden
wurden gemeinsam mit dem Bildungswerk Vorträge über aktuelle Fragen,
etwa über den „Euro“ und die „Agenda 2000“ organisiert. Und auf
den Plakaten prangte jedesmal auch das KMB-Logo. Nach einem Jahr
gab es auf die Frage „Kennen Sie die KMB“ schon Antworten wie: „Sind
das nicht diejenigen, die Marterl renovieren, die interessante Vorträge
anbieten, die ...“. Ein erster Schritt ist geschehen. Der „Erfolg“
kommt sicher, aber nicht sofort. Die KMB, was sie ist und will,
was sie tut und bewirkt, muß sich langsam profilieren. Sie muß auf
Dauer sicherstellen können, daß sie glaubwürdig und zuverlässig
ist. Dann wird sie auch akzeptiert.
|
 |


|