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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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Glauben Männer anders?



 
    März 1999 

Wo der Schuh drückt

Zukunftsangst, wenig Freizeit, schlechte finanzielle Situation des Betriebes machen den Bauern Sorgen. Das stellt eine Studie von Univ. Prof. Dr. Klaus Zapotoczky fest, die im Auftrag der Sozialversicherung der Bauern durchgeführt und kürzlich präsentiert wurde. - Josef Muhr -

In dieser Studie werden Zukunftsangst, körperliche Anstrengung und großer Zeitdruck für den Bauern als besonders belastend empfunden. 40 % der Bauern fühlen sich nach der Arbeit erschöpft. Häufig werden Mangel an Freizeit und finanzielle Sorgen genannt. Als weitere Belastungen werden auch langwierige Krankheiten und Behinderung von Familienmitgliedern sowie Alkohol- und Drogenprobleme gesehen.
Gegenstrategien sind nach besagter Studie das Gespräch mit dem Partner und der Familie, aber auch Beten und Tätigkeiten, die Freude machen. Laut Umfrage sind gemeinsame Unternehmungen mit der Familie und der Besuch der Kirche wichtige Punkt, dem belastenden Druck zu begegnen. Überraschend hoch war der Stellenwert des Glaubens. Zum Kirchenbesuch gaben 68,3% (Männer 62,5%, Frauen 72,1%) an, daß sie häufig in die Kirche gehen. 28,8% gehen nur selten, und nur 2,9% nie in die Kirche.

In der Diskussion wurde dann auch auf den vorhandenen Widerspruch von hoher Zukunftsangst und dem hohen Stellenwert des Glaubens hingewiesen. Dazu der Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, ÖKR Karl Donabauer: „Die Vermittlung der Werte durch die Kirche dürfte nicht mehr funktionieren.“ Die Bauern, so hieß es, traumatisieren die niedrigen Produktpreise und beziehen sie auf ihren Selbstwert. Karl Donabauer schlug ein Maßnahmenpaket vor, das die Beigabe von Fachkräften zur Problembewältigung, Gesprächsmöglichkeiten für Bauern über persönliche Probleme sowie eine Reduzierung der Mehrbelastung im Beitragsbereich beinhaltet.
Die Sozialversicherungsanstalt will auf diese Untersuchung reagieren und plant, künftig bei Kuraufentalten und in Bildungsveranstaltungen auch psychologische Hilfen anzubieten.

 

 
 

 

 

 



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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr