Wo der Schuh drückt
Zukunftsangst, wenig Freizeit, schlechte finanzielle Situation
des Betriebes machen den Bauern Sorgen. Das stellt eine Studie von
Univ. Prof. Dr. Klaus Zapotoczky fest, die im Auftrag der Sozialversicherung
der Bauern durchgeführt und kürzlich präsentiert wurde. - Josef
Muhr -
In dieser Studie werden Zukunftsangst, körperliche Anstrengung
und großer Zeitdruck für den Bauern als besonders belastend
empfunden. 40 % der Bauern fühlen sich nach der Arbeit erschöpft.
Häufig werden Mangel an Freizeit und finanzielle Sorgen genannt.
Als weitere Belastungen werden auch langwierige Krankheiten und
Behinderung von Familienmitgliedern sowie Alkohol- und Drogenprobleme
gesehen.
Gegenstrategien sind nach besagter Studie das Gespräch mit
dem Partner und der Familie, aber auch Beten und Tätigkeiten,
die Freude machen. Laut Umfrage sind gemeinsame Unternehmungen mit
der Familie und der Besuch der Kirche wichtige Punkt, dem belastenden
Druck zu begegnen. Überraschend hoch war der Stellenwert des
Glaubens. Zum Kirchenbesuch gaben 68,3% (Männer 62,5%, Frauen
72,1%) an, daß sie häufig in die Kirche gehen. 28,8%
gehen nur selten, und nur 2,9% nie in die Kirche.
In der Diskussion wurde dann auch auf den vorhandenen Widerspruch
von hoher Zukunftsangst und dem hohen Stellenwert des Glaubens hingewiesen.
Dazu der Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, ÖKR
Karl Donabauer: Die Vermittlung der Werte durch die Kirche
dürfte nicht mehr funktionieren. Die Bauern, so hieß
es, traumatisieren die niedrigen Produktpreise und beziehen sie
auf ihren Selbstwert. Karl Donabauer schlug ein Maßnahmenpaket
vor, das die Beigabe von Fachkräften zur Problembewältigung,
Gesprächsmöglichkeiten für Bauern über persönliche
Probleme sowie eine Reduzierung der Mehrbelastung im Beitragsbereich
beinhaltet.
Die Sozialversicherungsanstalt will auf diese Untersuchung reagieren
und plant, künftig bei Kuraufentalten und in Bildungsveranstaltungen
auch psychologische Hilfen anzubieten.
|
 |

|