Scheiden tut weh
Scheiden tut weh ... nicht nur den Paaren, die sich trennen, vor
allem auch den Kindern. Der Verein „Rainbows“ versucht, diesen Kindern
und ihren Eltern in ihrer schwierigen Situation zu helfen.
- Mag. Robert Krendl -
Mit Rainbows fühle ich mich nicht mehr so allein!“ oder „Die Rainbows-Gruppe
zeigt mir, daß wir alle in einem Boot sitzen“. So oder ähnlich lauten
Aussagen von „Rainbows-TeilnehmerInnen. „Rainbows“, ein gruppenpädagogisches
Programm aus den USA, beabsichtigt, Kindern und Jugendlichen in
stürmischen Zeiten Stütze zu sein. Jährlich werden in Österreich
neue GruppenleiterInnen ausgebildet. Ich kam vor ca. zwei Jahren
mit „Rainbows“ in Kontakt und entschloß mich bald darauf die Ausbildung
zum Gruppenleiter zu machen. Ich hatte dafür einige Motive: als
Religionslehrer gibt es für mich immer wieder berührende Gespräche
mit SchülerInnen über Trennungssituationen von deren Eltern. Als
Ehekursreferent werde ich immer wieder mit diesem Thema konfrontiert.
Schließlich motivierte mich nicht zuletzt meine Tätigkeit als Männerreferent
dazu, mich vor allem mit der Situation von Buben bei Trennung und
Tod auseinanderzusetzen. Vergangenen Herbst war es dann so weit.
Ich bekam meine erste Gruppe, bestehend aus vier Buben zwischen
13 und 15 Jahren. Alle Teilnehmer haben eines gemeinsam: ihre Eltern
haben sich getrennt, sind geschieden oder befinden sich gerade in
Scheidung. Ansonsten sind die vier Jugendlichen sehr verschieden.
In den „Rainbows“-Gruppenstunden versuchte ich gemeinsam mit ihnen
ihre Krisensituation aufzuarbeiten, in der die Eltern zu sehr mit
ihren eigenen Problemen befaßt sind, die Kinder mit ihrer Angst,
ihrer Trauer und ihrer Wut zu kurz kommen und allein gelassen werden.
Ich versuchte dabei, nicht als Lehrmeister aufzutreten, sondern
ihnen als Begleiter Raum zu bieten, damit Gefühle wie Wut, Angst
und Enttäuschung, aber auch Freude Platz haben. Jede Gruppenstunde
hat zwar ein Thema, im Mittelpunkt stehen aber die Sorgen der Kids.
Mit verschiedenen Methoden wie Rollenspiele, Fantasiereisen, Malen,
Musik, Gespräch u.a. werden die Gruppenstunden gestaltet.
Pädagogische Begleitung
Der Abschied nach 14 Gruppenstunden fiel uns allen nicht leicht.
Wir haben einander in dieser Zeit mögen und schätzen gelernt. Dabei
war es am Anfang nicht für alle Teilnehmer so klar, ob sie auch
wirklich kommen wollten. Nach der ersten Gruppenstunde trafen aber
alle selbständig die Entscheidung zum Bleiben. Wichtig ist, das
die Kinder und Jugendlichen den Eindruck bekommen, ganz normale
Kids zu sein, die eben derzeit in einer besonderen Lebenssituation
sind. „Rainbows“ ist also nicht Therapie, sondern pädagogische Begleitung.
Eine „Rainbows“-Gruppe dauert etwa ein halbes Jahr und beinhaltet
insgesamt 13 eineinhalbstündige Treffen in Kleingruppen einmal pro
Woche. Nach den ersten sieben Treffen gibt es eine Pause von ca.
5 Wochen. Zusätzlich sind am Anfang, in der Mitte und am Ende je
ein Elternabend vorgesehen. Die Einteilung der TeilnehmerInnen erfolgt
altersspezifisch. Der Besuch einer „Rainbows“-Gruppe kostet nach
Eigeneinschätzung zwischen 1500 und 3000 Schilling. Die Kostenbeiträge
der Eltern decken nicht den gesamten Aufwand ab. Deshalb ist „Rainbows“
auch auf Spenden angewiesen, um der steigenden Nachfrage nach Gruppen
nachkommen zu können. Immer wieder entschließen sich Institutionen,
u.a. die KMB, die Patenschaft über eine „Rainbows“-Gruppe zu übernehmen.
Übrigens: Ich habe nach meiner ersten „Rainbows“-Gruppe den Eindruck,
daß die Auswirkungen nicht nur für die teilnehmenden Jugendlichen,
sondern auch für deren Angehörige positiv waren.
Nähere Auskünft erhalten Sie bei Angela Wippel, Telefon: 02742/398-348
(Mo-Mi vormittag) Rainbows-Spendenkonto: Kontonummer: 32313174300,
Bank Austria, BLZ 12.000. Verwendungszweck: Empfänger: Rainbows
St. Pölten, Kostenstelle: 641420
|
 |


|