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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    April 1999 

Scheiden tut weh

Scheiden tut weh ... nicht nur den Paaren, die sich trennen, vor allem auch den Kindern. Der Verein „Rainbows“ versucht, diesen Kindern und ihren Eltern in ihrer schwierigen Situation zu helfen.

- Mag. Robert Krendl -

Mit Rainbows fühle ich mich nicht mehr so allein!“ oder „Die Rainbows-Gruppe zeigt mir, daß wir alle in einem Boot sitzen“. So oder ähnlich lauten Aussagen von „Rainbows-TeilnehmerInnen. „Rainbows“, ein gruppenpädagogisches Programm aus den USA, beabsichtigt, Kindern und Jugendlichen in stürmischen Zeiten Stütze zu sein. Jährlich werden in Österreich neue GruppenleiterInnen ausgebildet. Ich kam vor ca. zwei Jahren mit „Rainbows“ in Kontakt und entschloß mich bald darauf die Ausbildung zum Gruppenleiter zu machen. Ich hatte dafür einige Motive: als Religionslehrer gibt es für mich immer wieder berührende Gespräche mit SchülerInnen über Trennungssituationen von deren Eltern. Als Ehekursreferent werde ich immer wieder mit diesem Thema konfrontiert. Schließlich motivierte mich nicht zuletzt meine Tätigkeit als Männerreferent dazu, mich vor allem mit der Situation von Buben bei Trennung und Tod auseinanderzusetzen. Vergangenen Herbst war es dann so weit. Ich bekam meine erste Gruppe, bestehend aus vier Buben zwischen 13 und 15 Jahren. Alle Teilnehmer haben eines gemeinsam: ihre Eltern haben sich getrennt, sind geschieden oder befinden sich gerade in Scheidung. Ansonsten sind die vier Jugendlichen sehr verschieden. In den „Rainbows“-Gruppenstunden versuchte ich gemeinsam mit ihnen ihre Krisensituation aufzuarbeiten, in der die Eltern zu sehr mit ihren eigenen Problemen befaßt sind, die Kinder mit ihrer Angst, ihrer Trauer und ihrer Wut zu kurz kommen und allein gelassen werden. Ich versuchte dabei, nicht als Lehrmeister aufzutreten, sondern ihnen als Begleiter Raum zu bieten, damit Gefühle wie Wut, Angst und Enttäuschung, aber auch Freude Platz haben. Jede Gruppenstunde hat zwar ein Thema, im Mittelpunkt stehen aber die Sorgen der Kids. Mit verschiedenen Methoden wie Rollenspiele, Fantasiereisen, Malen, Musik, Gespräch u.a. werden die Gruppenstunden gestaltet.

Pädagogische Begleitung

Der Abschied nach 14 Gruppenstunden fiel uns allen nicht leicht. Wir haben einander in dieser Zeit mögen und schätzen gelernt. Dabei war es am Anfang nicht für alle Teilnehmer so klar, ob sie auch wirklich kommen wollten. Nach der ersten Gruppenstunde trafen aber alle selbständig die Entscheidung zum Bleiben. Wichtig ist, das die Kinder und Jugendlichen den Eindruck bekommen, ganz normale Kids zu sein, die eben derzeit in einer besonderen Lebenssituation sind. „Rainbows“ ist also nicht Therapie, sondern pädagogische Begleitung. Eine „Rainbows“-Gruppe dauert etwa ein halbes Jahr und beinhaltet insgesamt 13 eineinhalbstündige Treffen in Kleingruppen einmal pro Woche. Nach den ersten sieben Treffen gibt es eine Pause von ca. 5 Wochen. Zusätzlich sind am Anfang, in der Mitte und am Ende je ein Elternabend vorgesehen. Die Einteilung der TeilnehmerInnen erfolgt altersspezifisch. Der Besuch einer „Rainbows“-Gruppe kostet nach Eigeneinschätzung zwischen 1500 und 3000 Schilling. Die Kostenbeiträge der Eltern decken nicht den gesamten Aufwand ab. Deshalb ist „Rainbows“ auch auf Spenden angewiesen, um der steigenden Nachfrage nach Gruppen nachkommen zu können. Immer wieder entschließen sich Institutionen, u.a. die KMB, die Patenschaft über eine „Rainbows“-Gruppe zu übernehmen. Übrigens: Ich habe nach meiner ersten „Rainbows“-Gruppe den Eindruck, daß die Auswirkungen nicht nur für die teilnehmenden Jugendlichen, sondern auch für deren Angehörige positiv waren.

Nähere Auskünft erhalten Sie bei Angela Wippel, Telefon: 02742/398-348 (Mo-Mi vormittag) Rainbows-Spendenkonto: Kontonummer: 32313174300, Bank Austria, BLZ 12.000. Verwendungszweck: Empfänger: Rainbows St. Pölten, Kostenstelle: 641420

 
 


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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr