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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    März 1999 

Die Kirche surft in neuen Welten

Die Medienwelt ist in Bewegung geraten und wird es auch bleiben. Neue Technologien verändern in immer kürzeren Zeitabständen die Medienlandschaft und zwingen die Nutzer, sich ständig neu darauf einzustellen.

Unser Jahrhundert war reich an technologischen Entwicklungen, vor allem auf dem Kommunikationssektor. Drahtlose Telegrafie, Radio, Fernsehen, Faxgeräte, Handys, Satellitenkommunikation und schließlich das Internet. Nach nur wenigen Jahren seit seiner Nutzung für den zivilen Sektor sind über hundert Millionen Computer weltweit vernetzt. Diese Vernetzung bietet ungeheure Chancen, die noch gar nicht ausgelotet sind, kann aber auch Gefahren mit sich bringen.

Cyberchurch und Online-Bibel

Mitten in der virtuellen Welt des Internet bilden sich bereits virtuelle Gemeinden, „Cyber-Churches“, wie Theologen schon warnen. Matthias Schnell, Leiter der „Arbeitsstelle Internet“ der Evangelischen Kirche in Deutschland, weist hin, daß es heute schon christliche Gemeinden gibt, die nur mehr im Internet existieren. Es könne sich soweit entwickeln, daß viele Menschen bald nur noch einer „virtuellen Kirche“ angehören und nicht mehr am Leben der Ortskirche teilnehmen. Ein „Maus-klick“ zu einem kirchlichen Internet-Angebot sei leichter als der Gang zum sonntäglichen Gottesdienst. „Online-Bibelkreise“ und „Multimedia-Andachten“ könnten in einem virtuellen Raum entstehen und jeder Teilnehmer kann per Datenleitung mit seinen Gebeten beitragen. Trotz aller möglichen - auch fatalen - Entwicklungen ist die Kirche umso mehr aufgefordert, diese neuen Medien zu nutzen. Sie hat schon bisher alle Technologien und Möglichkeiten genutzt, die ihrem Auftrag und ihrer Sendung dienlich waren. In apostolischer Zeit nutzte sie die Form der Predigten, Briefe und Pastoralreisen. Später die Rednerpulte der Antike ebenso wie die Schreibstuben des Mittelalters, den Buchdruck der Neuzeit und die Ätherwellen der Gegenwart. Und nun auch das Medium Internet.

Kirche im Internet

Wer seit 8. Juni im World-Wide-Web die Seite „Kirche Österreich“ - also: aufschlägt, findet dort die „Homepage“ der Kirche in Österreich. Diese Seite ist gleichzeitig auch die Beginnseite der Diözese St. Pölten im Internet, was sich lediglich durch ein zusätzliches Diözesanwappen - als Hinweis auf die eigentliche Startseite - zeigt. Von der Homepage geht es weiter zu den derzeit im Internet präsenten Diözesen, kirchlichen Zentraleinrichtungen und auch zu anderen staatlich anerkannten Kirchen in Österreich. St. Pölten ist nicht die erste Diözese, die den Einstieg ins Internet wagt. Derzeit sind es schon Eisenstadt, Graz, Linz und Salzburg. Auch in den übrigen Diözesen gibt es bereits Überlegungen und Konzepte. Es ist längst keine Sensation mehr, wenn die Kirche im Internet zu finden ist.

Gehversuche im neuen Medium

Es kann und darf ihr aber nicht darum gehen, sich nur zu präsentieren und ihre Werbefühler via Internet auszustrecken. Wer so denkt, wird bald eines anderen belehrt, denn Internet ist ein Medium, das anders wirkt: kommunikativ, offen, weithin unkontrollierbar und weltweit vernetzt. Und dennoch werden die einzelnen Daten aus der ungeheuer großen Informationsmasse sehr individuell konsumiert. Damit diese Informationen auch bekannt werden, ist es notwendig, fast immer und überall auf diese neue Internet-Adresse hinzuweisen, sonst läuft sie Gefahr, hoffnungslos im gewaltigen Datendschungel unterzugehen. Eine Information, die den Weg zum Ziel nicht erreicht, ist sinnlos.

Was Kirche „bietet“

Klicke ich mit der Maus von „kirche.at“ weiter auf St. Pölten, so zeigt sich in der Mitte des Bildschirms das Diözesanwappen und herum drei „Links“ (=Verweise): Verkündigung, Diakonie und Gottesdienst. Es sind die drei Grundvollzüge der Kirche. Im linken Frame (Fenster) sind die weiteren Verweise angeordnet, die von „Aktuelles“ über „Diözese“, „Struktur der Diözese“, „Termine“, „Interessanten“ bis zu „Links“ reichen. Einzelne Stellen und Einrichtungen sind über die diözesane Struktur hinter dem Link „Gliederung der Diözese“ zu finden oder auch über Inhalte, etwa „Dienstleistungen“, „Interessante Themen“, „Verkündigung“, „Gottesdienst“ oder „soziales Engagement“.

Von Servicestellen bis zum „Thema der Woche“

Wir finden über die „Struktur der Diözese“ zum „Pastoralamt“. Auf seiner Homepage stellt es - ausgehend von seiner vorhandenen Struktur - die pastoralen Serviceangebote vor. In vielen Bereichen derzeit noch eine kurze Information, in anderen etwas mehr. So weist etwa „Rat und Hilfe“ auf die vorhandenen Beratungsstellen in der Diözese hin. Vielleicht läßt sich hier einmal eine Familien- und Partnerschaftsberatung via Internet einrichten. Die Möglichkeiten sind offen, vor allem, wenn alles erst im Aufbau ist. Das Pressereferat liefert zu den aktuellen Meldungen aus der Diözese ein „Thema der Woche“ und bietet auch die Informationen der vergangenen Monate in einem Archiv an. Zusätzlich gibt es Veranstaltungshinweise, die auch von der diözesanen Homepage aus erreichbar sind. Vielleicht könnte in einigen Monaten auch ein „Chatroom“ eingerichtet werden, in dem Interessierte ihre Meinungen zu verschiedenen Fragen des Glaubens und der Kirche austauschen. Dies würde sich gerade für das Internet als ein ausgesprochen kommunikatives Medium eignen.

 
 
 
Das Internet ist eines der schnellsten Medien, doch scheint es auf vielen Seiten dem noch nicht gerecht zu werden. Immer wieder verbirgt sich hinter interessant erscheinenden Angeboten alter Schnee von gestern. Kirche wird sich auch nur dann im Internet behaupten können und ansprechend sein, wenn sie stets aktuell ist, Neues zu berichten weiß und dort die Menschen trifft, wo sie Hilfe erwarten und brauchen. Internet kann eine weitere Möglichkeit sein, neue Wege in der Pastoral zu gehen. Es wird aber die bisherigen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen können.


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr