Wasser ist Leben
Wasser entscheidet im Senegal über Leben und Tod. Die Menschen
in den entlegenen Dörfern des Ostsenegal leiden besonders unter
Wassermangel. Die Caritas und die Kath. Männerbewegung St. Pölten
möchten helfen.
Jeder Mensch braucht Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen. Während
es für uns selbstverständlich ist genügend Wasser zur Verfügung
zu haben, herrscht im Senegal Wassermangel. Die Senegalesen sind
den sparsamen Umgang mit dem kostenbaren Naß gewohnt. Pro Kopf und
Tag werden im Senegal nur etwa 20 Liter Wasser verbraucht, ein Zehntel
des Wasserverbrauches in Österreich. Dennoch reicht das Wasser oft
nicht einmal aus, um den dringendsten Bedarf zu decken. Bleibt der
Regen aus so verdorrt die Saat und Brunnen versiegen.
Die Menschen leiden Hunger und Durst.
Durch die Verwendung von schmutzigem Wasser werden zudem gefährliche
Infektions- und Parasitenkrankheiten übertragen. Und so verwundert
es nicht, daß die Hälfte aller Todesfälle im Senegal auf Wassermangel
und Wasserverunreinigung zurückzuführen sind. Am schlimmsten ist
die Situation in den dünn besiedelten Gebieten des Ostsenegal. Während
sich die Trinkwasserversorgung in den Großstädten in den vergangenen
Jahren deutlich verbessert hat, gibt es im Osten des Landes kaum
Fortschritte.
Schaffung von Wasser-Bohr-Teams
Die Caritas und die Kath. Männerbewegung St. Pölten wollen nun
in Zusammenarbeit mit der Caritas der ostsenegalesischen Diözese
Tambacounda ein Brunnenbohrteam schaffen und mit dem Team einen
entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung
leisten. Das Bohrteam besteht aus drei Bohrarbeitern, einem Techniker
und einem Animator, der die Dorfbevölkerung in Wasserhygiene unterrichtet.
In jedem Dorf, das einen Brunnen erhält, wird zudem ein Dorfkomitee
gegründet, das für die Brunnenhygiene zuständig ist und vom Animator
speziell ausgebildet wird. Bevor mit der konkreten Projektumsetzung
begonnen werden kann muß jedoch die Finanzierung der Bohrgeräte
und eines Transportfahrzeuges gesichert werden.
Selbsthilfe fördern
Genau dort setzt die örtliche Caritas mit Unterstützung der österreichischen
Partnerorganisationen an. Menschen sollen aktiviert, zur Selbsthilfe
motiviert und auch finanziell unterstützt werden. Um auch körperbehinderte
Menschen in die Schule bringen zu können, hat eine Behinderteninitiative
jahrelang für ein Pferdefuhrwerk gesammelt. Marie Francoise Sagne,
die ehrenamtliche Leiterin dieses Behindertenvereines ist selbst
schwer behindert. Als Kleinkind ist sie an Polio erkrankt. Um in
die Schule gehen zu können, mußte sie einen langen Schulweg mit
Krücken zurücklegen. Oft sei sie hingefallen, erzählt sie dem Caritashelfer
aus Österreich, aber sie habe nie aufgegeben. Für behinderte Frauen
gab es noch vor wenigen Jahren praktisch keine Möglichkeit, in eine
Schule zu kommen, oder eine Arbeit zu kriegen. Die erste Hürde hat
Marie Francoise geschafft. Einen Arbeitsplatz hat sie allerdings
noch immer nicht. Sie hofft auf die Caritas.
Cyberspace und Hungerbäuche
Caritas fordert Entschuldung und Chance auf Neubeginn für ärmste
Länder
Wir nähern uns den großen Feierlichkeiten anläßlich der Jahrtausendwende.
Wir haben gelernt mit High-Tech-Satelliten das Wetter für mehrere
Tage präzise vorauszusagen, durch gentechnologisches „Klonen“ idente
Lebewesen herzustellen und auf dem Daten-Highway Informationen in
Sekundenschnelle von einem Zipfel der Welt zum anderen zu schicken.
Gleichzeitig werden nach Schätzungen der Weltbank im Jahr 2000 mehr
Menschen von Hunger und Armut betroffen sein als je zuvor. Cyberspace
und Hungerbäuche - unerträgliche Widersprüche, die die Jahrtausendwende
vor allem auch zu einer Zeit des Nachdenkens, Neubewertens und Neubeginn
machen sollten.
Die internationale Verschuldung ist eines der größten Hindernisse
für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den ärmsten Ländern
der Welt.
Papst Johannes Paul II. hat das Millenium mit dem biblischen Begriff
des „Jubeljahres“ (Erlaßjahres) in Verbindung gebracht. Das Erlaßjahr,
das nach dem alten Testament alle 50 Jahre stattfinden sollte, ist
sowohl eine Zeit der Reue, in der Ungerechtigkeiten wiedergutgemacht
werden, als auch die Gelegenheit, Gerechtigkeit und Ausgleich auf
der ganzen Welt wiederherzustellen. Papst Johannes Paul II. ruft
die Christen dazu auf ,,...sich zur Stimme aller Armen der Welt
zu machen, indem sie das Jubeljahr als eine passende Zeit hinstellen,
um unter anderem an eine Überprüfung, wenn nicht überhaupt an einen
erheblichen Erlaß der internationalen Schulden zu denken, die auf
dem Geschick vieler Nationen lastet“ (Tertio Millennio Adventiente,
51). So wie viele andere kirchliche Organisationen tritt auch die
Caritas vehement für eine weitgehende Streichung der Schulden der
ärmsten Länder und eine gleichzeitige Verstärkung der Bemühungen
zur Förderung der menschlichen Entwicklung (die öffentlichen Ausgaben
für Entwicklungshilfe befinden sich laut OECD-Bericht auf einem
historischen Tiefstand) ein.
Wir bitten auch Sie, die internationale „Erlaßjahr 2000“-Bewegung
zu unterstützen.
Fordern Sie unsere Broschüre „Menschliche Entwicklung braucht Entschuldung“
(Hrsg. CIDSE und Caritas Internationalis, Preis ÖS 25,--) oder/und
eine Unterstützungserklärung an. Die Unterlagen erhalten Sie im
Auslandsreferat der Caritas St. Pölten, Schulgasse 10, 3100 St.
Pölten, Tel: 02742/844-35(36)
Mag. Erwin Eder Auslandsreferent der Caritas St. Pölten
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