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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    September 1999 

Familie nur Wahlkampfthema?

- DI Dr. Leopold Wimmer, Obmann -

Im Wahlkampf haben die Parteien jetzt die Familie entdeckt. Spitzenpolitiker von SPÖ, ÖVP und FPÖ treten mit Kindern auf und alle hoffen, daß die Sympathiewerte für Kinder ein wenig auch auf sie abfärben. Bei den Versprechen für die Familien zeigen sich dann die Unterschiede. So gilt die flächendeckende Versorgung mit Krabbelstuben, ganztägigen Kindergärten usw. für die einen als der Vorschlag. Bei genauem Hinhören steht für mich dabei im Vordergrund, die Last des Kindes zu minimieren; oberstes Ziel ist der prompte Wiedereinstieg in den Beruf. Wie weit andrerseits bei Kinderbetreuungsscheck oder anderen finanziellen Zuwendungen für Kinderbetreuung die Entlastung des Arbeitsmarktes im Vordergrund steht, könnte erst an Hand der konkreten Bedingungen bei Einführung beurteilt werden.
Wer allerdings Karenzgeld für junge Frauen, die noch in Ausbildung sind, als unzulässig ablehnt und an anderer Stelle vehement die Abtreibung auf Krankenschein fordert, sollte zum Thema Familie besser schweigen. Schweigen stünde auch jenen gut zu Gesicht, die jetzt den Familienlastenausgleichsfonds aushungern wollen und dies als Erfolgsrezept bei der Verminderung der Lohnnebenkosten verkaufen.
Oder ist es den gut verdienenden Singles nicht zumutbar, auch etwas für jene Generation zu leisten, die einmal ihre Altersversorgung erbringen muss. Diese Überlegung führt mich vom rein finanziellen zu grund-sätzlichen Überlegungen. Dabei geht es darum ob eine Familie, die auf gegenseitige Achtung, Solidarität und Treue aufgebaut ist, noch als erstrebenswert angesehen wird und damit auch unterstützt werden soll. Oder tut man nicht höhnisch diese Vorstellung von Familie als restlos veraltet ab und spricht von Lebensabschnittspartnerschaften, die jeder am besten nach Lust und Laune gestalten kann. Ich lade alle ein, beim Wahlkampfthema Familie genau hinzuhören und darüber hinaus mit uns für den Erhalt der Familie einzutreten. Das heißt für mich zuallererst wieder für Werte einzutreten.

 



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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr