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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    Oktober 1999 

Präsenz des Missionsgedankens in der Kirche von heute

Bleibende Aufgabe der Kirche und somit auch jeder Teilkirche ist es, den Blick des Menschen auf das Geheimnis Jesu Christi zu lenken. Er ist das Licht der Welt und die Sonne der Gerechtigkeit.

- P. Ludwig Schwarz -

V on ihm sagt der greise Simeon im Tempel, daß er „ein Licht ist, das die Heiden erleuchtet“ (Lk 2, 32). Christus ist letztlich der verborgene Schatz im Acker und die kostbare Perle, die es zu erwerben gilt; denn nur in IHM wird unserem Leben Sinn, Halt und Erfüllung geschenkt.

Begründung der Mission

Diesen kostbaren Schatz will und soll die Kirche an alle Menschen weitergeben, die Christus noch nicht kennen. Christliche Mission ist also so alt wie die Kirche selbst. Sie ist im Fundament der Kirche begründet: in der Osterbotschaft und im Pfingstereignis. Angesichts der Auferstehung und Erhöhung des Jesus von Nazareth kamen die Jünger zur befreienden und verbindlichen Überzeugung, daß die lange Kette der prophetischen Überlieferung eine letztgültige Erfüllung in Christus erfährt. Diese formulierten sie in dem Bekenntnis: „Jesus ist der Herr“. Das Bekenntnis weist folgerichtig über ihren Kreis hinaus. Ein Ereignis von solch eschatologischer Tragweite durfte nicht nur auf den Jüngerkreis beschränkt werden. Es geht die ganze Welt an. Die Mission war dieser Überzeugung entsprechende Antwort. Es gibt letztlich keine andere überzeugende theologische Begründung der Mission als diese apostolische.

Die Mission ein Problem des Glaubens

Die Präsenz des Missionsgedankens, der Einsatz für die Missionen, ist ein genauer Index unseres Glaubens an Christus und an seine Liebe zu uns. Wo der Glaube stark ist, wächst das Interesse für die Mission; zudem wächst unser Glaube, wenn wir ihn weiterschenken. Leider geht die heutige Tendenz dahin, das Christentum auf eine rein menschliche Weisheitslehre zu reduzieren. Es geht letztlich nur ums gut Leben. Es geht schon weiterhin um den Menschen, aber um den halbierten, der auf die bloß horizontale und soziale Dimension zurückgeführt ist.

Bereit zu helfen

Neulich schrieb mir ein älterer Herr, er sei schon seit Jahren aus der Kirche ausgetreten, unterstütze aber weiterhin 14 humanitäre Organisationen, um den Menschen zu helfen, die bedürftig und notleidend seien. Ja, die Menschen sind heute bereit zu helfen. Wenn Mitmenschen sich in Not befinden, helfen sie großzügig. Das konnte man z. B. bei der spontanen Hilfe für die Kosovo-Flüchtlinge sehen. Wo es um soziale Hilfe für Bedürftige oder um Entwicklungshilfe geht, ist der Einzelne bereit, Herz und Hand für die Nöte der Brüder und Schwestern zu öffnen. Man tut es spontan, oft anonym und meist ohne weitere Bindung. Das ist ein wichtiger Teil, aber nicht alles. Wir Christen wissen, daß Jesus gekommen ist, um das umfassende Heil zu bringen, das den ganzen Menschen und alle Menschen betrifft, indem ihnen der großartige Horizont der Gotteskindschaft erschlossen wird.

Was verkünden wir?

Uns allen ist wie dem Hl. Paulus die Gnade gewährt worden, „den Heiden die unerforschlichen Reichtümer Christi zu verkünden“ (Eph 2,14). Die Neuheit des Lebens in IHM ist die „gute Nachricht“ für die Menschen aller Zeiten. Auf dieses Ziel hin sind alle Menschen berufen und angelegt. In der Tat suchen es alle, wenn auch manchmal in konfuser Art und Weise. Alle haben das Recht, den Wert einer solchen Gabe zu kennen und sich ihm zu nahen. Die Kirche als ganze und in ihr jeder Christ dürfen diese Neuheit und diesen Reichtum nicht für sich allein behalten; sie haben ihn vielmehr durch Gottes Güte bekommen, um ihn allen Menschen mitzuteilen. Deshalb sagt das 2. Vatikanische Konzil, daß die Kirche ihrem Wesen nach missionarisch ist. Der missionarische Impuls gehört also zur innersten Natur des christlichen Lebens und muß ein kennzeichnendes Merkmal desselben sein. Die Mission betrifft alle Christen: sie muß ein Anliegen jeder Gruppe, jeder Pfarre, jeder Diözese sein. In der Kirchengeschichte war der missionarische Schwung immer ein Zeichen der Vitalität, wie auch sein Nachlassen zu einem Zeichen der Glaubenskrise wurde.

Zeugnis des Glaubens und des christlichen Lebens

Gerade darauf kommt es an. Die Mission leitet sich nicht nur vom Missionsauftrag Christi ab, sondern vor allem vom tiefen Erfordernis des göttlichen Lebens in uns. All jene, die seit der Taufe der katholischen Kirche eingegliedert sind, dürfen sich als Privilegierte fühlen. Darum sind sie auch in einem größeren Maße verpflichtet, den Glauben und das christliche Leben zu bezeugen, und zwar als Dienst an den Brüdern und Schwestern und als geschulte Antwort auf Gott. Sie müssen sich nämlich immer vor Augen halten, daß ihre hervorragende und großartige Stellung nicht eigenen Verdiensten, sondern einer besonderen Gnade Christi zuzuschreiben ist. Wer daher weder in Gedanken, noch Worten und Werken das Missionsanliegen der Kirche aufgreift und zu eigenen macht, ist weit entfernt vom Heil und wird einmal ein strenges Gericht haben (cf LG 14).

Der wahre Missionar ist ein Heiliger

Die Berufung missionarisch zu wirken, hängt letztlich von der Berufung zur Heiligkeit ab. Der Christ ist nur dann in echter Weise missionarisch tätig, wenn er sich bemüht, auf dem Weg zur Heiligkeit voranzukommen. Im Konzilsdekret über Dienst und Leben des Priesters wird gesagt: „Die Heiligkeit muß als fundamentale Voraussetzung und unersetzliche Bedingung gelten, um die Heilssendung der Kirche zu erfüllen“ (PO 14). Die universale Berufung zur Heiligkeit ist eng verbunden mit der universalen Berufung zur Mission. Jeder Gläubige ist also zur Heiligkeit und zur Mission berufen. Vom Licht Christi erleuchtet, das sich im Antlitz der Kirche widerspiegelt, ist die Gemeinschaft der Getauften berufen, alle Menschen zu erleuchten, indem sie die Frohe Botschaft jeder Kreatur verkündet (cf LG 1). An der Schwelle zum dritten Jahrtausend ist die Kirche eingeladen, noch tiefer das Geheimnis Christi zu leben, indem sie voll Dankbarkeit am Heilswerk der Erlösung mitarbeitet. Tun auch wir alles, damit die Gläubigen den Weg der Heiligkeit gehen und vom missionarischen Geist erfüllt und im Bewußtsein ihrer Verantwortung durch Gebet, durch das Zeugnis des Lebens, durch Mitarbeit und finanzielle Unterstützung am Missionswerk effektiv mitwirken.

 

 
 


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr