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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    November 1999 

Gedanken zum Allerseelenmonat

- Johann Lueger, Pfarrer in Arbesbach, Dek.- Männerseelsorger von Zwettl -

Geschmückte Gräber - Kränze - Blumen- Lichter - Friedhofgang - Gedanken an liebe verstorbene Angehörige - Gedanken an den eigenen Tod - Trauer und Wehmut - Unsicherheit und Angst, Kummer und Schmerz - Werden und Vergehen - Verzweiflung und Hoffnung - Tod und Leben - Sterben und Auferstehen --- die Liste der Assoziationen, die wir mit Allerheiligen und Allerseelen verbinden, ließe sich beliebig erweitern und fortsetzen. Gedanken, die wir in der Hektik des normalen Alltags häufig verdrängen, holen uns in diesen Tagen ein und fordern ihr Recht: Worin besteht der tiefere Sinn meines Lebens?

Wann, wo und wie werde ich sterben? Tod?! - was dann?

Wann, wo und wie werde ich sterben? Tod?! - was dann? Die Blumen und die Lichter auf den Gräbern sagen mir: Hab Mut! Du bist für das Leben geboren! Der Gott des Lebens wird dich nicht im Tod lassen, er wird dich zum Licht und zur Freude führen. „Tod, du sollst uns nicht erschrecken, wenn für uns die Stunde naht - Jesus wird uns auferwecken, wie er es versprochen hat“ --- Der Gott des Lebens hat uns nicht nur für die kurze Spanne unseres Erdenlebens erschaffen - der Gott des Lebens will uns Leben in Fülle schenken - Leben, das nicht mit unserem irdischen Tod endet, sondern gerade darin seine Voll-End-ung, sein Ziel, seine Erfüllung findet.

„Was wir bergen in den Särgen, ist das Erdenkleid. Was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit“

„Was wir bergen in den Särgen, ist das Erdenkleid. Was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit“ - so steht es hoffnungsfroh auf manchen Parten. Gott sagt JA zu mir; Gott sagt JA zu dir, Gott sagt JA zu jedem Menschen - und er nimmt dieses JA nie mehr zurück --- Sein JA bedeutet: Auferstehung und Leben, Leben über den Tod hinaus, Leben in Fülle. Und dieses Leben hat schon begonnen. Es wird für mich spürbar und greifbar, wenn auch ich JA sage - JA zu mir - JA zum Leben -JA zu den Menschen - JA zu Gott. Leben wird nicht erfahrbar, wenn ich es gewaltsam festhalten will und die existentiellen Fragen um Endlichkeit und Tod verdränge, sondern nur dann, wenn ich mich diesen Fragen stelle und wenn ich mich einübe ins Loslassen, ins Abschied-Nehmen --- nur so bin ich offen für Wachstum und Reifen, für das Geschenk des Lebens, das Gott bereithält.

Tod und Auferstehung sind die zwei Seiten ein und desselben Ereignisses

Tod und Auferstehung sind die zwei Seiten ein und desselben Ereignisses - im Alltagsleben und beim Hinübergang ins ewige Leben. Wir erleben und erfahren es täglich: „Immer muß etwas sterben, damit das Leben tiefer triumphiert“ (Oraison). Zum Leben sind wir berufen, zum Leben in Fülle!

 
 
 
 


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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr