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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    Dezember 1999 

Ausgetretene Pfade verlassen und neue Wege gehen!

Die KMB Haidershofen hat sich für das kommende Jahr viel vorgenommen

- Hans Pflügl -

Längst ist Haidershofen keine „Insel der Seligen“ mehr. Die einst ländliche Idylle des Ortes ist dem Trend der Zeit gewichen. Viele Bewohner pendeln in die nächstgelegenen Städte aus. Auch Hans Kojeder, Obmann der örtlichen KMB, gehört zu ihnen. Die Kirche, einst Mittelpunkt des Ortes, hat ihre einstige zentrale Stellung eingebüßt. Der sonntägliche Treffpunkt ist nicht mehr der Kirchenplatz und die anschließende Stammtischrunde. Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist ebenso rückläufig. Von den fast 2000 Einwohnern findet man nur mehr 200 bis 300 Personen bei der Messe.

Engagement gefragt

Johann Kojeder sieht die Lage nüchtern. „Es darf uns dennoch nicht genügen, am Sonntag nur in die Kirche zu gehen und danach wieder nach Hause. Das ist zuwenig“, meint er. „Wer sein Christsein leben will, kann nicht die Hände in den Schoß legen und sagen: da kann man nichts machen. Es braucht das Engagement eines jeden Einzelnen“, ist er überzeugt. „Jeder, der bei uns in der KMB mitarbeitet, ist im gesellschaftspolitischen Bereich oder sozial engagiert“, unterstreicht er. Vor zwei Jahren hat er die Funktion des Pfarrobmanns übernommen. Seine Familie muss ihn seither viele Stunden im Monat entbehren, die er für die KMB verbringt. Besonders dann, wenn er die Mitglieder besucht. So ein Abend kann lang werden. „Da ergeben sich immer sehr interessante Gespräche“, weiß er zu berichten. In der Aktivistenrunde arbeitet Kojeder bereits seit 15 Jahren mit. Dort geht es um offene Gespräche, um die Bibel ebenso wie um das eigene Glaubensleben. Die Männer, die sich monatlich treffen, diskutieren über die Situation der Pfarre genauso wie über die KMB. Bei den Treffen werden immer auch Aktionen geplant. Und da hat die KMB des Ortes einiges zu bieten.

Impulsgeber Aktivistenrunde

„Der Kern unserer Gruppe sind sechs Männer“, erklärt Johann Kojeder. „Wir treffen uns regelmäßig jeden Monat“. In jeder Runde nimmt man sich etwas vor, was dann in die Tat umgesetzt werden soll. Jeder übernimmt einen Teil der Vorbereitung und Durchführung. Kürzlich war es der Pfarrkaffee. Auch in einem kleinen Ort mit etwa 1900 Einwohnern sei dies eine gute Möglichkeit, Kontake zu knüpfen, ist Kojeder überzeugt. Auch für das kommende Jahr wurden schon einige Vorhaben geplant. Um den 6. Dezember bieten die Männer der KMB ihre Nikolausaktion an. Im Jänner wird eine Messe für die verstorbenen KMB-Mitglieder gelesen und im kommenden Februar wagt sich die KMB Haidershofen erstmals auch an einen „Männerabend“ mit Mag. Krendl heran. Im März bietet die KMB den Dekanats-Einkehrtag im Stift Seitenstetten an und in der kommenden Fastenzeit wird von den Männern der Aktivistenunde in der Kirche ein Kreuzweg vorbereitet und gestaltet.

Vorhaben 2000

Im kommenden Mai will die KMB einen alten Brauch wiederbeleben: Maiandachten bei den Kapellen und Bildstöcken. Wenn auch der Pfarrer der Ansicht ist, dass Andachten vornehmlich in die Kirche gehören, erhofft sich die KMB am 9. Mai dennoch viele Teilnehmer. „Diese Maiandachten waren bei uns früher Tradition“, argumentiert Kojeder. Einen Monat später, am 1. Juni, soll es dann eine Kapellen- und Marterlwanderung geben, mit kurzen Andachten bei den Bildstöcken und Erklärungen über die Entstehung dieser „christlichen Spuren am Wegesrand“. Diese Bildstockwanderungen gibt es bereits seit einigen Jahren und erfreuen sich bei der Bevölkerung zunehmender Beliebtheit. Bringen sie doch ein altes christliches Kulturgut wieder in Erinnerung.

Es fehlt ein Ort der Begegnung

Das Pfarrheim, in vielen Orten Kommunikationszentrum, ist in Haidershofen „leider in sehr desolatem Zustand“, erklärt Johann Kojeder. So wird es derzeit nur in dringenden Fällen benutzt, etwa beim Pfarrfest, beim Pfarrkaffee oder beim jährlichen Adventmarkt. Die Jungschargruppe ist bereits in die Volksschule ausgewandert und der „Frauentreff“ hat sich ebenfalls eine andere Bleibe gesucht. Das Dach der Kirche wurde vor Kurzem schon renoviert. Dabei hat auch die KMB fest Hand mit angelegt. Eine Renovierung des Pfarrheimes dürfte vielen Gläubigen ein großes Anliegen sein.

Die Jüngeren fehlen

Von den 80 KMB-Mitgliedern der Pfarre sind die Hälfte über 60 Jahre, weist der Obmann hin. Aber jüngere Männer für die KMB zu gewinnen, ist keine leichte Aufgabe. Beruflich bedingt müssen viele nach Steyr oder Linz auspendeln. Wenn sie abends nach Hause kommen, sind sie müde und abgespannt. Am Wochenende wartet dann noch die Familie oder die Arbeit auf der eigenen Baustelle. „Es ist ein Zeitproblem, warum sich jüngere Männer bei der KMB nicht engagieren“, meint Johann Kojeder. Gerade deshalb sucht er das persönliche Gespräch, wenn er mit der Jugend zusammentrifft. Er selbst kommt aus der Kath. Jugend-Land und war einst Diözesansekretär.

Ausgetretene Pfade verlassen

Für die Zukunft hat sich der engagierte KMB-Obmann einiges vorgenommen. „Wir wollen keine Gruppe sein, die ausstirbt, sondern eine Zukunft hat“, betont er. Dafür müsse aber etwas getan werden. So ist sein Plan, einen „KMB-Stammtisch“ oder eine „Männerrunde“ zu initiieren. Dort sollen vor allem jüngere Männer offen miteinander reden können, was anderswo nicht so möglich ist. „Wir müssen unsere ausgetretenen Pfade verlassen“, betont er. Haiders-hofen hat dabei schon den ersten Schritt getan.

Die Aktivistenrunde
von Haidershofen
(v.l.n.r.) Konrad Kalkhofer,
Hans Kojeder,
Johann Geiblinger,
Franz Brantner und
Hubert Kogler.
 
 


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr