rufer

   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

[ Aktuell ]

[ 1999 ]
Dezember
November
Oktober
September
Juli/August
Juni
Mai
April
März
Jänner/Feb

[ 1998 ]


 
    Jan/Feb 2000  
Meine Meinung

Entschuld(ig)en Sie!

Unter diesem Motto wird seit geraumer Zeit eine Aktion propagiert, bei der es darum geht, Ländern der sogenannten dritten Welt ihren Schuldenberg zu verkleinern oder nach Möglichkeit ganz zu erlassen. Warum sollten die Gläubigerstaaten das tun? Wer soll den Ausfall tragen? Wem nützt das überhaupt? Kurz gesagt, ist das nicht wieder eine Utopie von Entwicklungshilferomantikern?

Das Jahr 2000 ist für die katholische Kirche ein heiliges Jahr in dem Erinnerungen an das Jubeljahr des alten Testament anklingen. Im Buch Levitikus kann man nachlesen, dass in diesem Jahr jedem seine Freiheit und sein Besitz zurückzugeben war. Nun wird mancher einwenden, das galt für eine ganz andere Gesellschaft. Mag stimmen, aber die Begründung für diese Anweisung liegt in der Freiheit und Würde des Menschen, die ihm durch Gott gegeben ist. Im Buch Levitikus wird ausdrücklich auf die Befreiung aus dem Sklavenhaus Ägypten hingewiesen. Auch heute geht es um die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Wenn wir von diesen Staaten verlangen, ihre Schulden samt Zinseszinsen zurückzuzahlen, so sind diese gezwungen an den notwendigsten Ausgaben im eigenen Land zu sparen. Ausgaben für Gesundheit und Schulen, für Nahrung und den Aufbau eigener wirtschaftlicher Strukturen. Da die industrialisierten Länder die Bedingungen der Weltwirtschaft zu ihren Gunsten festlegen, bestimmen sie auch den Erlös für Produkte der Entwicklungsländer. Meist reichen diese Erlöse aber nicht einmal aus um die Kreditzinsen zu zahlen.

Wie soll ein Land jemals seine Schulden tilgen können? So ist die Entschuldung, die von einigen europäischen Ländern auch schon durchgeführt wurde, ein erster, wichtiger Schritt um verarmten Ländern wieder eine Chance zu geben.

DI Dr. Leopold Wimmer,
Obmann


concept by maworks
 
    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr