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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    Jan/Feb 2000  
Entschuldungsaktion

Wir sparen auf dem Rücken der Ärmsten

„Österreich ist das drittreichste Land der EU und im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit einer größeren Anstrengung fähig“ so lautet die Kritik der OECD an der Leistungsunwilligkeit der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit.

Wir wären verpflichtet 0,7 Prozent des Bruttonationalprodukts der Entwicklungszusammenarbeit zu widmen, brachten es jedoch nur auf 0,22 % des BNP (weit unter dem EU-Durchschnittswert). Anstatt sich dieser Kritik anzunehmen, reagiert die Bundesregierung mit einer gravierenden Kürzung. Oft bewirkt Entwicklungshilfe für die „Dritte Welt“ in Form von Spenden keine echte und dauerhafte Verbesserung der Situation. Hier ist die gesamte Politik gefordert. Es gibt heutzutage kaum ein Land, das keine Auslandsschulden hat, doch bei den Entwicklungsländern hat dies katastrophale Auswirkungen erreicht.

Schuldenberge zu groß

Die meisten Entwicklungsländer sind nicht mehr in der Lage, die Schuldenberge abzubauen. Sicherlich auch aus Gründen, die in den Ländern selber liegen, vor allem aber, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen diese Länder laufend benachteiligen. Und dieser Schuldenberg vergrößert täglich die Armut der Menschen. Die Gesundheitsversorgung bricht zusammen, die Analphabetenrate steigt, Arbeitsplätze gehen verloren, weil jeder einzelne Schilling für den Schuldendienst verwendet werden muss. Viele von Ihnen spenden immer wieder bei Aktionen wie KMB Augustsammlung, Sei so frei, Dreikönigsaktion,... für Notleidende in der Welt. Das ist auch wichtig und richtig. Ein deutscher Wirtschaftsexperte hat errechnet, dass die gesamte Spendensammlung des reichen Nordens, d.h. Europa und USA, eines Jahres gerade ausreichen würde, um 12 Tage lang nur die Zinsen der Schulden der Entwicklungsländer zu bezahlen. Das heißt natürlich keinesfalls, Sie sollen nicht mehr spenden, ich will nur an diesem Rechenbeispiel aufzeigen, welche Dimension die Verschuldung der Dritten Welt erreicht hat und die Wichtigkeit der Entschuldung betonen. Der reiche Norden fordert seine Rückzahlungen.

Wo soll gespart werden?

Und wo soll gespart werden? Bei der Gesundheitsversorgung, dem Bildungswesen, der sozialen Absicherung, usw. In den letzten Jahren regt sich der Widerstand gegen diese Art von Wirtschaftspolitik. Gerade die kirchlichen Organisationen prangern diese Ungerechtigkeit an. Die internationale Kampagne „Erlassjahr 2000“ bzw. „Jubilee 2000“, getragen von 23 zumeist kirchlichen Organisationen hat zwei Ziele: - Einen weitreichenden Schuldenerlass für die armen Länder der Erde im Jahr 2000. - Die völkerrechtlich verbindliche Neugestaltung internationaler Finanzbeziehungen im Sinne eines fairen Interessenausgleichs zwischen Schuldnern und Gläubigern. Schon im alten Testament waren Gnaden- oder Jubeljahre festgeschrieben. Sie richteten sich gegen die Anhäufung von Landbesitz, hoben die Unterschiede zwischen Sklaven und Herren auf und tilgten anhaltende Veschuldung. In unserer Diözese unterstützen wir diese Kampagne, vor allem auch deshalb, weil wir der Meinung sind, dass die Entschuldung ein urchristliches Anliegen ist, wie wir alle es tagtäglich im Vater unser beten: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Es ist unser Glaube, der uns weltweit eint und der es uns möglich macht, Berge zu versetzen, auch wenn es sich um Schuldenberge handelt.

Eva-Maria Mayr WEKEF-Bildungsreferentin

Entschulden würde vor
allem die Zukunft der
Kinder sichern.
Foto: WEKEF


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr