Wenn Sorgen drücken...
Von Neubeginn zu Neubeginn
- Peter Glas -
Es kann vorkommen, dass jemand von Sorgen mehr oder weniger bedrückt
wird - wir kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung. Manche wollen
dann am liebsten davonlaufen, sich auf eine „einsame Insel“ flüchten,
andere werden immer langsamer, verlieren den Mut und die Freude,
wollen in der Früh womöglich nicht mehr aufstehen. Die Sorgen verbrauchen
lebenswichtige Energien und lähmen sie (vgl. Mt 6, 25-34). Die Gründe
für diese Situationen sind verschieden: Überforderung im Beruf,
Zeitdruck, zwischenmenschliche Probleme, eigenes Versagen, (unbegründete?)
Ängste, usw. Es wird gut sein, in solchen Fällen mit einer (oder
mehreren) Person(en) seines Vertrauens zu sprechen. Eine Aussprache,
womöglich eine gute Beichte (Gott heilt, vergibt die Schuld, läßt
uns neu beginnen. Am Schluss spricht der Priester: Geh hin in Frieden!...),
kann helfen. Auch sollten wir in solchen Situationen bedenken, dass
wir immer nur einen Schritt nach dem anderen tun können und niemals
mehrere auf einmal.
Wer im gegenwärtigen Augenblick lebt, stellt sich darauf
ein, von Neubeginn zu Neubeginn zu gehen.
Im 4. Jahrhundert schrieb Gregor von Nyssa, dass wir „von Neubeginn
zu Neubeginn stets neu beginnen“. Frère Roger aus Taizé meinte dazu:
„Um neu Schwung zu nehmen, bei jedem Morgengrauen den kommenden
Tag pflücken. In jedem schafft Gott Neues. Im Heute Gottes leben,
das ist das Wichtigste. Morgen wird ein weiteres Heute sein. Sich
im gegenwärtigen Augenblick verwirklichen.
Wer sich an das Morgen klammert, verpfändet das Heute.
Enthusiasmus, ungetrübte Freude, ja. Doch keine Euphorie: sie ist
ein Feuerwerk. In Augenblicken tiefster Zerrissenheit, die Leidenschaft
eines Vertrauens. Sie wird die Nacht erleuchten.“
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