Neuer Männerkreuzweg
"INRI"chtung Auferstehung
Als der Vorschlag kam, einen Kreuz-weg für Männer zu schreiben,
war ich sofort dabei. Männer und Kreuzweg, da gibt es doch jede
Menge Berührungspunkte und Zusammenhänge, das Thema tischt sich
sozusagen von selbst auf.... Gewalt ist männlich, der ganze Kreuz-weg
der Menschheit ist männlich.....das Ganze also kein Problem. Erst
später, als ich mich hinsetzte und über den ersten Zeilen brütete,
erwuchs aus der vermuteten „gmahdn Wiesn“ eine Frage nach der anderen:
Wie kann es bei diesem Text, dem vorgegeben war, beim vertrauten
Ritual der vierzehn Stationen zu bleiben, gelingen, nicht auf Gemeinplätzen
stehen zu bleiben und das ewige Lied der Männerschuld nachzusingen.
Und wie kann es gelingen, den Text wirklich auf uns Männer hin zu
schreiben, uns selbst mit hinein zu ziehen und nicht wie üblich
alles nach außen zu projezieren? So entstand schließlich folgende
inhaltliche Richtlinie: einerseits die aus dem Gotteslob gewohnte
Struktur der einzelnen Stationen, andererseits Texte, die uns Männer
einladen, uns selbst und unsere eigenen Kreuze mitzunehmen auf diesen
Weg.
Dieser Weg aber wird nicht beim Tod stehenbleiben – ein Stein
kommt ins Rollen INRIchtung Auferstehung, dort liegt die Betonung,
dort liegt, was wir suchen und finden können; neue Hoffnung, Auswege,
Einsichten, etwas zu verändern oder sich die eigene Lebenssituation
bewusst zu machen.
Ein Weg soll es sein, der an den Alltagskreuzen hängen bleibt und
an den einzelnen Bildern des Kreuzweges aufhängt, was in unserem
Männerleben eine Rolle spielt: das Arbeiten, die Familie, das Mann-
und Vater sein. Ein Kreuzweg aber soll es sein, der nicht steckenbleibt
in Schuldzuweisungen, Blut, Schweiß und Tränen, sondern den 3.Tag
ins Auge fasst, der uns mitnimmt weit über Emmaus hinaus, der uns
einlädt, die eigenen kleinen Schritte zur täglichen Auferstehung
immer wieder zu gehen.
Der Kreuzweg „INRIchtung Auferstehung“ ist im KMB-Sekretariat,
Klostergasse 15, 3100 St. Pölten Tel: 02742/ 398-341 erhältlich.
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Kurzbiographie:
Rudolf Weiß
geb. 1957 in Mödling, 3 Geschwister, wohnhaft in Paasdorf bei
Mistelbach, verheiratet, 2 Kinder, Lehrer für Religion und Persönlichkeitsbildung,
Erwachsenenbildner im Bildungshaus Großrußbach, freier Schriftsteller
und Fotograf, Mitglied der Gruppe „MannsBilder“ („Männer mag man
eben“). 1989 Förderungspreis für Literatur des Landes NÖ, daneben
einige weitere Literatur- und Fotopreise.
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