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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    Mai 2000  
Zweiter Teil der Serie zum Thema Gesundheit

Gesunde Männer?!

- Der Autor dieser Serie Dr. Gerhard Gattringer ist Gemeindearzt in Waidhofen an der Ybbs. -

Männer haben eine geringere Lebenserwartung als Frauen. Viele Theorien, warum das so ist, wurden aufgestellt und wieder verworfen. Was bleibt ist: Männer sterben früher und oft plötzlich.

Bewegung:

Wer rastet, der rostet! Dieses alte Sprichwort weist eindrucksvoll auf die Gefahren von Bewegungmangel hin. Immer mehr Menschen haben einen sitzenden Beruf. Die Muskeln und Gelenke brauchen einen entsprechenden Ausgleich. Bewegen Sie sich daher so oft wie möglich: Räkeln, strecken und dehnen Sie ihre Glieder, stehen Sie ab und zu auf, um ein paar Schritte zu gehen; steigern Sie Ihren Puls täglich einmal auf etwa 130 Schläge pro Minute (z.B. mit Laufen, Tanzen, Gymnastik, Treppensteigen). Suchen Sie sich eine Sportart, die Sie regelmäßig ausführen können und die Ihren Körper auf optimale Weise beansprucht; weniger ist hier oft mehr. Eine moderate Anstrengung ist gesünder als mit letzter Kraft alle seine Reserven zu verbrauchen.
Ausdauertraining ist hier das Stichwort.
Ein Maß für die Anstrengung ist die Pulsfrequenz. (= Herzschläge pro Minue). Die Pulsfrequenz für gesundheitlich günstige Bewegung kann sich jedermann selbst ausrechnen. 220 - Lebensalter ist der maximale Puls, davon sollte man mit 60-70 % trainieren. (Sie multiplizieren die maximale Frequenz mit 0,6 oder 0,7). Leiden Sie unter hohem Blutdruck, nehmen Sie Medikamente für Herz-Kreislauf oder haben schon seit langer Zeit keine sportliche Betätigung ausgeübt, sollten Sie vorher Ihren Hausarzt aufsuchen. Bewegung, die gesund ist, sollte folgende Punkte berücksichtigen. Große Muskelgruppen sollten für einige Zeit (mindestens 25 Minuten, besser 30-40 Minuten) gleichmäßig bewegt werden und die Pulsfrequenz sollte im oben angegebenen Bereich sein.
In Frage kommt:
das flottere Gehen - auch walking genannt - das langsame Laufen.
Radfahren (auch Heimtrainer!!)
Schwimmen.
Fußball, Tennis und andere „Wettkampfsportarten“ sind für diese Zwecke eher nicht geeignet. Zwei bis drei mal wöchentlich Bewegung mit dieser Herzfrequenz ist ein großer Schritt in Richtung Gesundheit.

Ernährung:

Achten Sie auf Ihre Ernährungsweise! Zahlreiche Krankheiten sind auf falsche Ess- und Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen. Oft hilft nur eine strenge Diät, damit Ernährungssünden ausgeglichen werden. Aber - Vorsicht: alle Diäten hören irgendwann einmal auf.
* Essen Sie Ihrer körperlichen Aktivität entsprechend und nur dann, wenn Sie wirklich Hunger haben.
* Reduzieren Sie Fett in Ihrer Nahrung: „Fett macht Fett“.
* Nehmen Sie sich genügend Zeit zum Essen, und verteilen Sie mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag.
* Achten Sie auf vitamin- und mineralstoffreiche Nahrung und auf schonende Zubereitung der Speisen.
* Verringern Sie Ihren Verbrauch an veredelten Nahrungsmitteln, wie Zucker, Weißmehl und geschältem Reis;
kaufen Sie Lebensmittel möglichst ohne chemische Zusätze und Konservierungsstoffe - Warum wagen Sie nicht einmal einen Ab-Hof-Kauf?

Trinken:

Das natürliche Getränk des Menschen ist Wasser. Bier und Wein sind Genussmittel die sparsam als solche genossen werden sollen. Oft gilt es aber als „Männlich“, einen „über den Durst“ zu trinken. Ist es das? Bei einem sorgsamen Umgang mit seinem Körper sollte das eigentlich nicht der Fall sein. Alkohol wird in der Leber abgebaut. Das ist ein ganz schönes Stück Arbeit für dieses Organ. Durch den Abbau entstehen zunächst giftige Substanzen, die für Übelkeit, Herzklopfen und den morgendlichen Kater verantwortlich sind. Diese Stoffe werden dann weiter verarbeitet und als Fett im Körper gelagert: Fettleber, zu hohes Cholesterin und Gewichtszunahme sind die Folgen. Die Frage stellt sich dann: wieviel darf ich dann eigentlich trinken ohne mir gesundheitlich zu schaden.
Als Maßzahl für den Alkoholkonsum wird die Trinkeinheit (TE) verwendet.

Unter einer Trinkeinheit versteht man 1/8 Wein, ein Seidl Bier oder 2cl (= kleiner) Schnaps.

Die Welt ist ungerecht, Männer und Frauen sind verschieden. Männer haben in der Woche 21 Trinkeinheiten zur Verfügung, Frauen nur 14. 2 Tage in der Woche (je 24 Stunden) sollten völlig alkoholfrei bleiben, um der Leber die Zeit zu geben, sich vollständig zu entgiften. „Ganz schön viel“, werden die einen sagen, „damit komm ich nicht aus“, die anderen. Als Richtlinie ist das System der Trinkeinheiten tauglich.

Zusammenfassend:

Das soll keine Einladung oder Freibrief zum Trinken sein. Alkohol ist aber eine allgegenwärtige Tatsache und der verantwortungsvolle Umgang damit ist wichtig. „Die Menge macht das Gift“. Das angeführte System der Trinkeinheiten gilt nur, wenn keine Krankheiten oder Risikofaktoren vorhanden sind. Alkohol enthält viele Kalorien. Bei Übergewicht sollte er noch sparsamer genossen werden.
ENDE

 

Teil 1 der Serie


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr