Zweiter Teil der Serie zum Thema Gesundheit
Gesunde Männer?!
- Der Autor dieser Serie Dr. Gerhard Gattringer ist Gemeindearzt
in Waidhofen an der Ybbs. -
Männer haben eine geringere Lebenserwartung als Frauen. Viele
Theorien, warum das so ist, wurden aufgestellt und wieder verworfen.
Was bleibt ist: Männer sterben früher und oft plötzlich.
Bewegung:
Wer rastet, der rostet! Dieses alte Sprichwort weist eindrucksvoll
auf die Gefahren von Bewegungmangel hin. Immer mehr Menschen haben
einen sitzenden Beruf. Die Muskeln und Gelenke brauchen einen entsprechenden
Ausgleich. Bewegen Sie sich daher so oft wie möglich: Räkeln, strecken
und dehnen Sie ihre Glieder, stehen Sie ab und zu auf, um ein paar
Schritte zu gehen; steigern Sie Ihren Puls täglich einmal auf etwa
130 Schläge pro Minute (z.B. mit Laufen, Tanzen, Gymnastik, Treppensteigen).
Suchen Sie sich eine Sportart, die Sie regelmäßig ausführen können
und die Ihren Körper auf optimale Weise beansprucht; weniger ist
hier oft mehr. Eine moderate Anstrengung ist gesünder als mit letzter
Kraft alle seine Reserven zu verbrauchen.
Ausdauertraining ist hier das Stichwort.
Ein Maß für die Anstrengung ist die Pulsfrequenz. (= Herzschläge
pro Minue). Die Pulsfrequenz für gesundheitlich günstige Bewegung
kann sich jedermann selbst ausrechnen. 220 - Lebensalter ist der
maximale Puls, davon sollte man mit 60-70 % trainieren. (Sie multiplizieren
die maximale Frequenz mit 0,6 oder 0,7). Leiden Sie unter hohem
Blutdruck, nehmen Sie Medikamente für Herz-Kreislauf oder haben
schon seit langer Zeit keine sportliche Betätigung ausgeübt, sollten
Sie vorher Ihren Hausarzt aufsuchen. Bewegung, die gesund ist, sollte
folgende Punkte berücksichtigen. Große Muskelgruppen sollten für
einige Zeit (mindestens 25 Minuten, besser 30-40 Minuten) gleichmäßig
bewegt werden und die Pulsfrequenz sollte im oben angegebenen Bereich
sein.
In Frage kommt:
das flottere Gehen - auch walking genannt - das langsame Laufen.
Radfahren (auch Heimtrainer!!)
Schwimmen.
Fußball, Tennis und andere „Wettkampfsportarten“ sind für diese
Zwecke eher nicht geeignet. Zwei bis drei mal wöchentlich Bewegung
mit dieser Herzfrequenz ist ein großer Schritt in Richtung Gesundheit.
Ernährung:
Achten Sie auf Ihre Ernährungsweise! Zahlreiche Krankheiten sind
auf falsche Ess- und Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen. Oft
hilft nur eine strenge Diät, damit Ernährungssünden ausgeglichen
werden. Aber - Vorsicht: alle Diäten hören irgendwann einmal auf.
* Essen Sie Ihrer körperlichen Aktivität entsprechend und nur dann,
wenn Sie wirklich Hunger haben.
* Reduzieren Sie Fett in Ihrer Nahrung: „Fett macht Fett“.
* Nehmen Sie sich genügend Zeit zum Essen, und verteilen Sie mehrere
kleinere Mahlzeiten über den Tag.
* Achten Sie auf vitamin- und mineralstoffreiche Nahrung und auf
schonende Zubereitung der Speisen.
* Verringern Sie Ihren Verbrauch an veredelten Nahrungsmitteln,
wie Zucker, Weißmehl und geschältem Reis;
kaufen Sie Lebensmittel möglichst ohne chemische Zusätze und Konservierungsstoffe
- Warum wagen Sie nicht einmal einen Ab-Hof-Kauf?
Trinken:
Das natürliche Getränk des Menschen ist Wasser. Bier und Wein sind
Genussmittel die sparsam als solche genossen werden sollen. Oft
gilt es aber als „Männlich“, einen „über den Durst“ zu trinken.
Ist es das? Bei einem sorgsamen Umgang mit seinem Körper sollte
das eigentlich nicht der Fall sein. Alkohol wird in der Leber abgebaut.
Das ist ein ganz schönes Stück Arbeit für dieses Organ. Durch den
Abbau entstehen zunächst giftige Substanzen, die für Übelkeit, Herzklopfen
und den morgendlichen Kater verantwortlich sind. Diese Stoffe werden
dann weiter verarbeitet und als Fett im Körper gelagert: Fettleber,
zu hohes Cholesterin und Gewichtszunahme sind die Folgen. Die Frage
stellt sich dann: wieviel darf ich dann eigentlich trinken ohne
mir gesundheitlich zu schaden.
Als Maßzahl für den Alkoholkonsum wird die Trinkeinheit (TE) verwendet.
Unter einer Trinkeinheit versteht man 1/8 Wein, ein Seidl Bier
oder 2cl (= kleiner) Schnaps.
Die Welt ist ungerecht, Männer und Frauen sind verschieden. Männer
haben in der Woche 21 Trinkeinheiten zur Verfügung, Frauen nur 14.
2 Tage in der Woche (je 24 Stunden) sollten völlig alkoholfrei bleiben,
um der Leber die Zeit zu geben, sich vollständig zu entgiften. „Ganz
schön viel“, werden die einen sagen, „damit komm ich nicht aus“,
die anderen. Als Richtlinie ist das System der Trinkeinheiten tauglich.
Zusammenfassend:
Das soll keine Einladung oder Freibrief zum Trinken sein. Alkohol
ist aber eine allgegenwärtige Tatsache und der verantwortungsvolle
Umgang damit ist wichtig. „Die Menge macht das Gift“. Das angeführte
System der Trinkeinheiten gilt nur, wenn keine Krankheiten oder
Risikofaktoren vorhanden sind. Alkohol enthält viele Kalorien. Bei
Übergewicht sollte er noch sparsamer genossen werden.
ENDE
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