Spirituelles
Der Mensch denkt - Gott lenkt
- Peter Glas-
„Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der
daran baut“ (Ps 127,1). Dieser Satz ist der erste Vers des Psalms
127, der in der Einheitsübersetzung der Bibel mit dem Titel „Die
Mühe des Menschen und der Segen Gottes“ überschrieben ist. Dieser
Psalm drückt aus, was ein bekanntes Sprichwort in Reimform zusammenfasst:
„Der Mensch denkt und Gott lenkt“. Auch wenn wir diese Worte mit
den Lippen sprechen, so beherzigen wir vielleicht den tiefen Kern
der Aussage wenig in unserem Denken und Tun. In unserer Gesellschaft
und im alltäglichen Leben ist es allgemein verbreitet, dass wir
danach streben, möglichst alles selbst zu können. Es ist umso besser,
je weniger wir in unserem Leben auf die Hilfe anderer angewiesen
sind. Kein Wunder, dass etwa die Worte „Bitte“ und „Danke“ immer
seltener gebraucht werden. - Diese Haltung ist übrigens zutiefst
unchristlich, weil zum Wesen unseres Glaubens unverzichtbar die
Gemeinschaft gehört, Gemeinschaft untereinander und Gemeinschaft
mit Gott. Wenn wir aber alles selber können (wollen), wozu brauchen
wir dann noch Gott?! In unserem Egoismus, in unserer Verbissenheit
und Selbstherrlichkeit stoßen wir jedoch bald an die eigenen Grenzen.
Vielleicht sind solche Erfahrungen Gelegenheiten, uns an die Worte
Jesu zu erinnern: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze
Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?“ (Mt 16,26) und „Euch
aber muss es zuerst um das Wort Gottes und um seine Gerechtigkeit
gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben“ (Mt 6,33).
Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig
sein in dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden, gib
mir ein festes Herz, mach es fest in dir. Sorgen quälen und werden
mir zu groß, mutlos frag ich: Was wird morgen sein? Doch du liebst
mich, du lässt mich nicht los, Vater, du wirst bei mir sein. Hast
und Eile, Zeitnot und Betrieb nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr, ich rufe: Komm und mach mich frei, führe du mich Schritt für
Schritt! Es gibt Tage, die bleiben ohne Sinn, hilflos seh ich, wie
die Zeit verrinnt. Stunden, Tage, Jahre gehen hin und ich frag,
wo sie geblieben sind. Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann
ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst
alles wenden, gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
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„Lernt von den Blumen, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten
nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in
all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.“ (Mt 6, 28f.)
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