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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    Mai 2000  
Gewalttaten von Männern nehmen zu...

Mann oh Mann!

- (D S A Manfred Storm, Stv.-Leiter des Wohnheimes Viehofen der Emmausgemeinschaft St. Pölten) -

Gewalt ist Ausdruck von Macht! Gewalt ist Zeichen von Stärke und Kraft! Sie macht Männlichkeit sichtbar und spürbar! Ein Indianer kennt keinen Schmerz! Wer seine Kinder liebt, züchtigt (schlägt) sie! Frauen brauchen hin und wieder eine „Saftige“!

So erbärmlich diese und ähnliche Meinungen auch sind, so sind sie doch Teil unserer Männerkultur. Einer Kultur, die, Gott sei Dank, als unmenschlich und daher auch als unchristlich erkannt wird. Dieser Vorgang ist für uns Männer befreiend, ein Stück Erlösung und zugleich schmerzhaft und beschämend. Wir werden gleichsam (auch öffentlich) entblößt. Auch der „Lendenschurz“ wird uns weggenommen, da wir das, was darunter ist als Waffe verwenden können. Unser gewalttätiges Mann-Sein wird ganz konkret in Frage gestellt. Bisher übernommene Leitbilder und Leitsätze werden als unwahr entlarvt. Es wird statt dessen sichtbar: „Gewalt dient zur Abwehr von unangenehmen Gefühlen, von Ohnmacht und Schwäche. Sie zeugt von Sprachlosigkeit und von Überforderung.“ Es tritt all das zutage, worüber wir am liebsten nicht sprechen, was wir gar nicht hören wollen, wo wir tief in unserem Inneren dennoch wissen, dass es so ist und wir darunter auch leiden. Warum-Fragen und deren Beantwortung im Zusammenhang mit Gewalttätigkeit erhellen zwar die Lebensgeschichte eines Mannes, verändern aber nichts. Der Mann weiß dann eben warum er schlägt. Hinzu kommt, dass aus dem Warum leicht ein Darum gemacht werden kann. „Ich bin ja als Kind auch geschlagen worden.“ „Mein Vater hat meine Mutter auch geschlagen.“ „Meine Frau hat mich provoziert.“ Schuld und Verantwortung werden leicht delegiert an die eigene Kindheit, das Elternhaus, das Verhalten anderer. Zum Kennenlernen der eigenen Lebensgeschichte gehört daher immer ein Übernehmen der Verantwortung für das eigene Tun und Handeln im Hier und Jetzt.

Es ist meine Hand, die zuschlägt oder nicht.

Ich schlage zu oder nicht. Es ist meine Entscheidung, die ich in einer konkreten Situation treffe und ausführe. Wir Männer werden für unsere Gewalttätigkeiten in die Verantwortung gerufen. Ich denke es ist höchste Zeit, sich dieser Verantwortung zu stellen.

 

Bei Gewaltusübung durch Männer werden Schuld und Verantwortung leicht delegiert an die eigene Kindheit, das Elternhaus, das Verhalten anderer.
- Nur, es ist meine Hand, die zuschlägt oder nicht -
"Männer müssen sich endlich der Verantwortung für das eigene Tun und Handeln im Hier und Jetzt stellen!"


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr