Gewalttaten von Männern nehmen zu...
Mann oh Mann!
- (D S A Manfred Storm, Stv.-Leiter des Wohnheimes Viehofen
der Emmausgemeinschaft St. Pölten) -
Gewalt ist Ausdruck von Macht! Gewalt ist Zeichen von Stärke und
Kraft! Sie macht Männlichkeit sichtbar und spürbar! Ein Indianer
kennt keinen Schmerz! Wer seine Kinder liebt, züchtigt (schlägt)
sie! Frauen brauchen hin und wieder eine „Saftige“!
So erbärmlich diese und ähnliche Meinungen auch sind, so sind sie
doch Teil unserer Männerkultur. Einer Kultur, die, Gott sei Dank,
als unmenschlich und daher auch als unchristlich erkannt wird. Dieser
Vorgang ist für uns Männer befreiend, ein Stück Erlösung und zugleich
schmerzhaft und beschämend. Wir werden gleichsam (auch öffentlich)
entblößt. Auch der „Lendenschurz“ wird uns weggenommen, da wir das,
was darunter ist als Waffe verwenden können. Unser gewalttätiges
Mann-Sein wird ganz konkret in Frage gestellt. Bisher übernommene
Leitbilder und Leitsätze werden als unwahr entlarvt. Es wird statt
dessen sichtbar: „Gewalt dient zur Abwehr von unangenehmen Gefühlen,
von Ohnmacht und Schwäche. Sie zeugt von Sprachlosigkeit und von
Überforderung.“ Es tritt all das zutage, worüber wir am liebsten
nicht sprechen, was wir gar nicht hören wollen, wo wir tief in unserem
Inneren dennoch wissen, dass es so ist und wir darunter auch leiden.
Warum-Fragen und deren Beantwortung im Zusammenhang mit Gewalttätigkeit
erhellen zwar die Lebensgeschichte eines Mannes, verändern aber
nichts. Der Mann weiß dann eben warum er schlägt. Hinzu kommt, dass
aus dem Warum leicht ein Darum gemacht werden kann. „Ich bin ja
als Kind auch geschlagen worden.“ „Mein Vater hat meine Mutter auch
geschlagen.“ „Meine Frau hat mich provoziert.“ Schuld und Verantwortung
werden leicht delegiert an die eigene Kindheit, das Elternhaus,
das Verhalten anderer. Zum Kennenlernen der eigenen Lebensgeschichte
gehört daher immer ein Übernehmen der Verantwortung für das eigene
Tun und Handeln im Hier und Jetzt.
Es ist meine Hand, die zuschlägt oder nicht.
Ich schlage zu oder nicht. Es ist meine Entscheidung, die ich in
einer konkreten Situation treffe und ausführe. Wir Männer werden
für unsere Gewalttätigkeiten in die Verantwortung gerufen. Ich denke
es ist höchste Zeit, sich dieser Verantwortung zu stellen.
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Bei Gewaltusübung durch Männer werden Schuld und Verantwortung
leicht delegiert an die eigene Kindheit, das Elternhaus, das Verhalten
anderer.
- Nur, es ist meine Hand, die zuschlägt oder nicht -
"Männer müssen sich endlich der Verantwortung
für das eigene Tun und Handeln im Hier und Jetzt stellen!"
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